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Dicke Luft bei den Zankls. Sohn Rudi (Michi Schwab, r.) denkt nur an Fußball, der Zankl-Bauer (Charly Neumeier, l.) und seine Frau, gespielt von Sonja Bahner, streiten ohnehin in einer Tour. Gute Gelegenheit für den Viehhändler Kreizer (Stefan Bartl), den Bauern endlich eine ihrer Kühe abzuschwatzen.

Volkstheater "Lampenfieber" mit neuer Aufführung 

Von Pointe zu Pointe zum Happy End

Pullach - Premierenbesucher amüsieren sich im Brückenwirt bei der Aufführung "Unser Rudi mog koa Weib"

Was soll man auch tun, wenn der Sohn hoffnungslos fußballvernarrt ist – und so gar nicht geneigt, sich endlich eine Frau zu suchen? Darum geht’s in dem Stück „Unser Rudi mog koa Weib“, das das Volkstheater „Lampenfieber“ in diesem Frühjahr beim Brückenwirt in Höllriegelskreuth aufführt. Die Premierenbesucher am Wochenende amüsierten sich bestens. Dabei haben die Hobby-Darsteller unter Sonja Bahner, die seit 18 Jahren in ihrer Freizeit zusammenarbeiten, mit der Komödie von Toni Lauerer sozusagen eine sichere Bank gewählt. Von dem Schriftsteller haben sie schon einige Werke aufgeführt, und auch der Dreiakter über den 32-Jährigen, der noch immer die Unterhosen von der Mama waschen lässt, führt passgenau von Pointe zu Pointe zum Happy End.

Los geht die Geschichte, die sich auswächst zu einem turbulenten Verwechslungsspiel, im Wohnzimmer der Zankls, das Sohn Rudi (Michi Schwab), der so gar nicht flügge werden will, dekoriert hat mit diversen FC Bayern-Devotionalien. Dort sitzt er am Tisch mit seinem Freund Heinz, der ebenfalls außer Fußball wenig in sein Herz geschlossen hat – und sinniert über Tabellenstände und kommende Spiele. Teilt zwischendurch der resoluten Mutter, souverän gespielt von Sonja Bahner, die auch diesmal gleichzeitig Regie geführt hat, unumwunden mit: „Was schert mich ein Weib, was schert mich ein Kind, Hauptsache, dass Bayern gwinnt!“ Der allerdings geht ihr Sohn inzwischen ganz schön auf die Nerven: „Ja meint Ihr denn“, blafft sie ihn und seinen Freund sinngemäß an, „dass es irgendwann einfach Plopp macht und die Richtige für Euch steht im Türrahmen?“ Dass es am Ende genau so kommt, und zwar nicht nur für Rudi und Heinz, sondern auch für den ebenfalls noch unverheirateten netten Onkel Hans – das kann sie freilich nicht wissen. Dabei hat sie durchaus versucht, ihrem Kind in Liebesdingen auf die Sprünge zu helfen. Unter Einschaltung des Viehhändlers, der ohnehin ständig um sie herumscharwenzelt, weil er eine ihrer Kühe kaufen will. Und der ihr dann irgendwann erzählt von einem Mädchen, das er kennt, das fleißig sei, freundlich, noch zu haben – und auch noch „schön anzuschauen“. Was letztlich auch den Zankl-Bauern überzeugt hat, der mit seiner Frau – ein weiterer Grund für Rudi, nicht heiraten zu wollen – den ganzen lieben langen Tag im Clinch liegt. Und ansonsten ein Wehwehchen nach dem anderen vor sich herträgt.

Dann ist es soweit: Das Mädchen steht auf der Matte. Nur leider – auch Rudi ist im Bilde, was da laufen soll. Und sperrt sich komplett. Führt sich unmöglich auf. Kapiert aber nicht, dass da nicht nur eine mögliche Braut ins Haus gekommen ist, sondern auch noch jene Dame vom Landratsamt, auf deren Wohlwollen seine Familie so dringend angewiesen ist, um den offenbar zu groß geratenen Neubau vielleicht doch noch genehmigt zu bekommen. Die Katastrophe bahnt sich an – ist aber aufzuhalten, weil Heinz und Hans zugegen sind. Und sich quasi – wer hätte das gedacht! – aus dem Stand heraus verlieben. Am Ende des Tages hat die Zanklin eine Kuh weniger. Und Rudi ist immer noch solo. Dass das Ganze gut ausgeht, ist Ehrensache und wurde ja auch schon angekündigt. Wer dann aber für Rudi kurz drauf unvermutet im Türrahmen auftaucht, darf nicht verraten werden. Nur so viel: Er darf sogar, Verliebtheit hin oder her, weiter seinen Bayern treu bleiben.Andrea Kästle

Weitere Aufführungen finden an den kommenden drei Wochenenden jeweils freitags und samstags ab 20 Uhr statt, Einlass ab 18 Uhr, Karten: Tel: 089/95 92 80 10.

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