Seine Tage sind gezählt: Das Pullacher Schwimmbad soll abgerissen und an gleicher Stelle ein neues gebaut werden.  Bis dahin wünschen sich CSU und WiP eine Interimslösung.
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Seine Tage sind gezählt: Das Pullacher Schwimmbad soll abgerissen und an gleicher Stelle ein neues gebaut werden. Bis dahin wünschen sich CSU und WiP eine Interimslösung.

Vorschlag von CSU und WiP

Um Zeit bis zum Neubau zu überbrücken: Pullach prüft Interims-Schwimmbad

  • vonAndrea Kästle
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Kaum hat sich der Pullacher Gemeinderat nach zwölfjährigem Ringen für einen Schwimmbad-Neubau auf dem jetzigen Standort entschieden, gibt es schon die nächsten Meinungsverschiedenheiten zum Thema.

Pullach - Die CSU will die Abbruch- und Bauzeit mit einem Provisorium überbrücken, die WiP hat sich ihr angeschlossen. Es sei, finden die beiden Fraktionen, den Pullachern nicht zuzumuten, nach der Corona-bedingten Schließung des maroden Bads demnächst noch einmal aufs Schwimmen vor der Haustür verzichten zu müssen. Pullach hat zwei Schwimmvereine, auch die Grundschulkinder haben alle Schwimmen in der Schule. Die Grünen und die neue Fraktion Pullach Plus sind tendenziell gegen das Provisorium, das mindestens vier Millionen Euro kosten und außerdem der Verwaltung jede Menge Zusatzarbeit bescheren würde.

Idee: Provisorium auf dem Schulgelände

„Wir sollten jetzt unsere Kräfte möglichst konzentrieren, um mit der Planung des Neubaus voranzukommen“, beantragte Renate Grasse von den Grünen, die Pläne für eine Zwischenlösung aufzugeben und sich nur auf den Neubau zu fokussieren. Den Antrag zog sie aber dann wieder zurück; nachdem die Verwaltung signalisiert hatte, sie könne gern erst einmal die Rahmenbedingungen fürs Provisorium recherchieren – dann habe der Gemeinderat eine solide Grundlage, um darüber abzustimmen. „Wir versuchen, uns kundig zu machen“, versprach Bauamtsleiter Peter Kotzur. Sein Mitarbeiter Stefan Miller hatte aber schon gemahnt: „Ein Provisorium zu errichten, ist keine Kleinigkeit, das ist kein Gebäude von der Stange.“

Derweil bekräftigte die WiP einerseits, es solle jetzt alles bitte schnell gehen, andererseits schlug Reinhold Vennekold vor, die Interims-Schwimmhalle könne ja unter Umständen auch aufs Gelände der Pater-Rupert-Mayer-Schule kommen – und dann vielleicht auch gleich dort stehen bleiben. „Dort gibt es alles, nur ein Schwimmbad fehlt.“

Dass keiner im Gremium den Pullachern leichtfertig eine Schwimmbad-lose Zeit zumuten möchte, wurde auch klar. Renate Grasse meinte, nur deshalb sei sie überhaupt für den Standort Kuhwiese gewesen: „Der Gedanke, eine Generation Schulkinder könnte nicht schwimmen lernen, war mir unerträglich.“

Drei Jahre bis zum Neubau

Ob mit oder ohne Provisorium – jetzt soll sich eine Arbeitsgruppe über Größe und Ausstattung des neuen Freizeitbades Gedanken machen. Das Jugendparlament darf Wünsche mit einbringen. Einen ersten vorsichtigen Zeitrahmen für das Projekt hat die Verwaltung auch schon abgesteckt, demnach würde sich das Ganze drei Jahre ziehen. Andreas Most (Pullach Plus), meinte auf Nachfrage, das sei durchaus großzügig geplant; die Stadt Freising habe genau dasselbe Vorhaben in nur 14 Monaten gestemmt. Und vielleicht, das hatte in der Sitzung schon seine Fraktionskollegin Caroline Voit vorgeschlagen, könne man für die Schwimmer am Ort die Bauphase ja auch erträglicher gestalten, indem man einen Shuttle-Bus zu einem Bad in der Nähe einrichtet.

Unterdessen hat inzwischen das in die Jahre gekommene Hallenbad Pullach seinen Außenbereich wieder geöffnet, der Innenbereich folgt am 15. Juni. Die Mängel am Brandschutz, die während der Corona-Schließung zum Vorschein gekommen waren, konnten behoben werden.  

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