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Körpersprache ist alles: Mit verschränkten Armen und gegrätschten Beinen drücken die Anwohner der Grundelbergwiese ihren Protest gegen Flüchtlingscontainer aus, wie dieses Foto von einem Ortstermin zeigt. Jetzt können die Anwohner aufatmen: Der Beschluss ist gekippt.

Gemeinderat

Rolle rückwärts am Grundelberg

Pullach - Gemeinderat hebt umstrittenen Beschluss über Container-Standort für Flüchtlinge in Pullach wieder auf.

Die Grundelbergwiese als Standort für Flüchtlingscontainer ist vom Tisch. Das hat der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Auf Antrag der CSU – nachdem die sich mit den Kollegen von WiP und FDP abgesprochen hatte. Damit vollzogen die drei Fraktionen, die das Biotop ins Spiel gebracht hatten, eine Kehrtwendung. 

Auch am Dienstagabend wieder: gut gefüllte Besucherreihen im Sitzungssaal. Die meisten Zuhörer gingen dann allerdings, nachdem der Punkt abgehandelt war. Erleichtert wahrscheinlich. In den vergangenen Wochen sind rund 260 Unterschriften gesammelt worden gegen das Vorhaben, nicht nur in der Heilmannstraße 53/55 Asylsuchende einzuquartieren, sondern auch auf der Grundelbergwiese Container aufzustellen. Die kleine Siedlung, in der 200 Leute leben, so fürchten einige Bewohner, würde zum „Ghetto“. 

Derweil war aber der Standort, den CSU, FDP und WiP am 2. Februar durchgesetzt hatten, von Anfang an umstritten, weil die Wiese ein Biotop ist. Ehe man dort eine Baustelle einrichten hätte können, wäre erst einmal eine „naturschutzfachliche Vorabstimmung“ fällig gewesen, was Zeit gekostet hätte – und auch Geld. Und Ausgleichsflächen hätte man ebenfalls schaffen müssen, Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne): „Ich wüsste nicht, wo wir die herkriegen sollen.“ 

„Mit dem Ringen um die Grundelbergwiese kommen wir nicht weiter. Wenn wir in der Lage wären, unseren unsäglichen Beschluss rückgängig zu machen, könnten wir gemeinsam über Alternativen reden“: SPD und Grüne versuchten mit Nachdruck, die Gemeinderatskollegen zum Umdenken zu bewegen. „Mit dem Ringen um die Grundelbergwiese“, meinte Wilhelm Wülleitner, „kommen wir nicht weiter“. Marianne Stöhr erklärte, die Bürger in ihren Protesten weiter zu unterstützen.

Schließlich habe man denen versprochen, Ankömmlinge dezentral unterzubringen. Auch Fabian Müller-Klug sprach sich dagegen aus, „ein Wohngebiet wie den Grundelberg so zu überdehnen“. Es gäbe andere Möglichkeiten, in der Anton-Köck-Straße etwa. Container könnten auch auf den Parkplatz bei den Seitnerfeldern kommen. Schließlich meinte Johannes Burges, FDP, der schon im Februar aus den eigenen Reihen ausgeschert war, klipp und klar: „Das mit dem Grundelberg wird nicht hinhauen.“ Schon zuvor hatte Reinhard Vennekold (WiP) vorsichtig vorgespurt für die Kehrtwende. Und gemeint, man könne auf die umstrittene Wiese „verzichten“, wenn etwa der Parkplatz beim BND wieder in Betracht gezogen wird. Es folgte: eine Sitzungsunterbrechung. Und der einstimmige Beschluss, die Grundelbergwiese „auf unbestimmte Zeit zurückzustellen“. 

Weiterhin wurde beschlossen: dass die Margaretenstraße zur Schaffung von kurzfristigen Quartieren weiter verfolgt wird. Dazu meinte Rathauschefin Tausendfreund: „Das ist nicht die beste Wahl, aber ich kann das mittragen.“ Auch wenn der Bolzplatz dort verloren gehe. Ob die Gemeinde in der Heilmannstraße 53/55 selbst Sozialwohnungen baut, wofür sich die SPD und die Grünen einsetzen, weil es dafür momentan beste Förderungen vom Staat gibt, oder ob man dort einen Investor zwischenschaltet, wie vorgesehen von CSU, WiP und FDP: Das bleibt offen. Zuerst soll die Verwaltung Kontakt mit Unternehmen aufnehmen, die auf dem Areal Fertighäuser platzieren würden. Ein Investor, die Starnberger Firma „ehret + klein“, hat schon abgesagt. Mit 1700 Quadratmetern sei die Fläche zu klein.

Andrea Kästle

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