Entscheidung im Gemeinderat

Skateranlage bekommt eine Lärmschutzwand

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Wenn alles gut geht, bleibt die Pullacher Skateranlage dort, wo sie ist – in der Ortsmitte nämlich. Bei seiner Sitzung beschloss der Gemeinderat, den beliebten Treffpunkt, der allerdings zuviel Lärm macht, mit einer Lärmschutzwand auf zwei Seiten einzufassen.

Pullach - Mit zehn zu sechs Stimmen fiel die Entscheidung eindeutig aus, leicht gefallen ist sie dem Gremium aber nicht. Die mindestens drei, höchstens sechs Meter hohe Lärmschutzwand wird als hässlich empfunden und wurde öfter als „Monster“ bezeichnet.

Zur Sitzung waren schon zum dritten Mal auch Jugendliche erschienen, gut 40 waren es diesmal. Für sie bat Kaspar Petri den Gemeinderat, den Skaterpark nicht zu verlegen, „wir haben sonst das Gefühl, an den Rand geschoben zu werden“. Rund 700 Pullacher haben unterschrieben, dass sie die Belange der jungen Leute unterstützen, die wiederum versprachen dem Gemeinderat, auch beim Dämmen der Elemente zu helfen. Und auch sonst mit anzupacken, wo es nötig und sinnvoll ist, um die Kosten letztlich zu senken so weit wie möglich. Bis zu 220 000 Euro werden veranschlagt für die Schallschutzwand, die aber aus wiederverwertbaren Modulen zusammengesetzt werden soll – sollten sie irgendwann nicht mehr benötigt werden beim Skaterpark, könnten sie etwa an der B 11 Verwendung finden.

Die SPD, die Grünen – und die FDP sprachen sich dafür aus, die Sache mit der Lärmschutzwand jetzt auch durchzuziehen. „Wir sollten jetzt andere Varianten fallenlassen“, meinte etwa Renate Grasse (Grüne) zu den Überlegungen der Kommunalpolitiker, den Park zu verlegen oder auch umzuwandeln in eine tiefergelegte Bowl-Anlage. „Es geht darum, den Treffpunkt zu erhalten, auch Jugendliche sind Bürger dieses Orts.“ Die Lärmschutzwand sei die „einzig richtige“ Maßnahme, findet Johannes Burges (FDP). Sein Fraktionskollege Martin Eibeler, der auch Jugendreferent ist in der Gemeinde, sagte: „Wir brauchen eine zeitnahe Lösung, lassen wir doch die Eigeninitiative der Jugendlichen zu.“

Landratsamt drohte, Anlage zu schließen

Dabei war es auch deshalb dringend nötig, bei der Sitzung zu einer Entscheidung zu kommen, weil das Landratsamt den Pullachern angedroht hat, die Anlage schließen zu lassen – wenn nichts passiert in nächster Zeit. Für den Skaterpark gibt es momentan keine Genehmigung, schon eine nur beantragte Lärmschutzwand reicht momentan aus, um ihn als „Kinder- und Jugendspielbereich“ zugelassen zu bekommen. Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, Grüne: „Die Behörde hat uns längst das Messer auf die Brust gesetzt.“ Und klar – erst wenn der Park rechtlich im grünen Bereich ist, können dort Gummimatten verlegt werden, können die Hohlkörper ausgestopft werden, um den Krach zu reduzieren, der beim Skaten dort entsteht.

Dass die Entscheidung am Ende so klar ausfiel, lag letztlich auch daran, dass fünf Gemeinderäte fehlten – von FDP, CSU und WIP. Und CSU und WIP sprachen sich auch diesmal wieder dafür aus, Alternativen zur jetzigen Situation zu suchen. Andreas Most, CSU, sagte: „Der Skaterpark treibt mich langsam zum Wahnsinn, für mich ist die Bowl-Anlage noch nicht vom Tisch.“ Er befürchtete, die Lärmschutzwand würde nicht nur Geräusche schlucken, sondern den Lärm, den auf der anderen Seite die S-Bahn macht, alle zehn Minuten, zurückwerfen auf die Anwohner zwischen Bahn und Skaterpark.

Neue Freizeitstätte für Jugendliche

Holger Ptacek, SPD, wiederum hatte vorgeschlagen, dauerhaft die Anlage abzuschirmen, indem man zwischen sie und das Wohngebiet eine neue Jugendfreitzeitstätte pflanzt. Dieser Idee schloss sich das Gros im Gremium an, der weitere Vorschlag von Ptacek, bis dahin den Skaterpark Richtung Gymnasium zu verschieben, ging aber nicht durch.

Nach der Abstimmung klatschten die jugendlichen Besucher. Und zogen, wie es schien, zufrieden von dannen. andrea kästle

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