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Odilo Helmerich ist überraschend gestorben.

SPD Gemeinderat und Ehemann der Bürgermeisterin

Pullach trauert um Odilo Helmerich

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Pullach trauert: Odilo Helmerich, langjähriger SPD-Gemeinderat und Ehemann der Bürgermeisterin, ist tot. Er hinterlässt eine große Lücke.

Pullach – Die Gemeinde Pullach trauert um Odilo Helmerich. Der SPD-Gemeinderat und Ehemann von Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) ist am Dienstag nach längerer Krankheit im Alter von 68 Jahren gestorben. Sein Herz habe nicht mehr mitgemacht, sagte Tausendfreund ihren Freunden.

Helmerich hatte schon im Januar eine Herzattacke erlitten, schien sich aber wieder zu erholen. Zuletzt war er auf Reha in Höhenried und nach einem längeren Krankenhausaufenthalt zu Jahresbeginn wieder auf dem Weg der Besserung. Vor wenigen Wochen hat er noch seinen 68. Geburtstag gefeiert. In den letzten Gemeinderatssitzungen hatte er allerdings gefehlt.

„Ich habe ihn als jemandem gesehen, dem Respekt gebührt für die Leistungen, die er für den Ort erbracht hat. Für die Art und Weise, wie er sich aufgeopfert hat“, würdigt SPD-Fraktionschef Holger Ptacek den Verstorbenen. Die letzten Jahre sei er von Krankheit gezeichnet gewesen. Das habe man berücksichtigen müssen. Ptacek: „Aber was immer durchgescheint hat, war das Augenzwinkern und die Lebensfreude.“ Zweite Bürgermeisterin Cornelia Zechmeister (WiP) ist bestürzt über den plötzlichen Tod: „Ich habe 15 Jahre mit Herrn Helmerich arbeiten dürfen. Wir verlieren eine sehr engagierte Person im Gemeinderat.“

1970 trat Odilo Helmerich in die SPD ein. Nach Pullach kam der „homo politicus“, wie Ptacek ihn mal bezeichnet hat, als junger Lehrer. Am Staatlichen Gymnasium, wo er sein Berufsleben lang geblieben ist, unterrichtete er Deutsch, Geschichte und Sozialkunde. Dort lernte er auch seine erste Frau kennen, die Mathelehrerin Uta Krause, die früh gestorben ist. Helmerich war bei den Schülern wegen seiner humorvollen und aufrichtigen Art sehr beliebt.

Seit 1984 saß er für die SPD im Pullacher Gemeinderat, Zeitweise war er auch Fraktionschef, Vorsitzender des Ortsvereins und Kreisrat. Zwei Mal bewarb er sich vergeblich für den Chefposten im Rathaus, sechs Jahre fungierte er als Zweiter Bürgermeister.

Dabei hat Helmerich Geschichtsbewusstsein stets gelebt. Als Partnerschaftsreferent pflegte er die Partnerschaft zwischen Pullach und der französischen Gemeinde Pauillac. Die Aussöhnung mit Frankreich war ihm ein Anliegen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Susanna Tausendfreund unternahm er viele Fahrten in die Partnergemeinden und genoss das Wachsen des europäischen Gedankens und das Entstehen von Freundschaften vor dem Hintergrund der zerstörerischen Vergangenheit zwischen den Ländern. Auch hier steuerte er immer den treffenden geschichtlichen Kontext bei. Seinen 60. Geburtstag vor acht Jahren hat Helmerich zwar auch gefeiert mit vielen Freunden. Aber einen Teil dieser Freunde lud er zusätzlich ein zu einem Vortrag, den er selbst hielt: über die Jahre 1929 bis 1949 in der Gemeinde. Er leitete einige Zeit auch das Geschichtsforum Pullach.

Helmerichs Lieblingsspruch: „Wenn der Kanaldeckel klappert, dann klappert er nicht rechts. Dann klappert er nicht links.“ Der 68-Jährige hatte immer das Bestreben, zum Wohle der Menschen und nicht ideologisch verbohrt zu handeln, wie Ptacek es formuliert. Außerdem war er ein sozialer Mensch. Sein Elternhaus in Würzburg hatte er an geflüchtete Familien vermietet. Pullach verneigt sich, wie es aus dem Rathaus heißt, „vor den großen Verdiensten Odilo Helmerichs, der es stets als seine oberste Aufgabe angesehen hat, die Schwachen in unserer Gesellschaft nicht aus dem Blick zu verlieren“. 

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