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Schonmal belegt: die Josef-Breher-Halle. Nun könnte die Halle des Gymnasiums zur Notunterkunft werden.

Mögliche Notunterkunft für Asylbewerber

Pullach will Turnhalle nicht hergeben

Pullach - Die Gymnasiums-Halle will Pullach nicht als Notunterkunft hergeben: Das hat der Gemeinderat knapp entschieden. Doch das Votum ist ohne Relevanz.

Der Landkreis sucht händeringend nach weiteren Unterbringungs-Möglichkeiten für Asylbewerber und setzt dabei weiterhin auf Turnhallen als Notunterkünfte. Aber die Pullacher wollen nicht noch einmal eine ihrer Turnhallen zur Verfügung stellen. „Ich habe auch Angst um unsere Kultur“, meinte Conny Zechmeister (WiP) bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag nach einer langen, ergebnislosen Diskussion. 

Einen entsprechenden Antrag, die Herausgabe einer Turnhalle zu verweigern, hatte die CSU vor Sitzungsbeginn noch auf die Tagesordnung setzen lassen, nachdem Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) berichtet hatte vom neuerlichen Engpass im Landkreis, was die Einquartierung der Zuflucht-Suchenden angeht. Nachdem die Josef-Breher-Halle im vergangenen Jahr bereits als Notunterkunft fungiert hatte, steht nun die Gymnasiums-Turnhalle beim Landkreis im Fokus. „Die der Mittelschule ist wahrscheinlich zu klein“, mutmaßte Tausendfreund. Erst um kurz vor Mitternacht – wenn auch recht knapp mit zehn zu neun Stimmen – folgte der Gemeinderat dem Antrag der CSU. Rechtlich dürfte der Beschluss aber nicht relevant sein. „Im Zweifelsfall“, so Tausendfreund, „beschlagnahmt das Landratsamt die Turnhalle einfach.“ 

Trotzdem: Der Gemeinderat war nicht umzustimmen gewesen. Nicht von der Rathauschefin, die wissen wollte: „Sollen wir denn die Leute auf der Straße stehen lassen?“ Nicht von Odilo Helmerich (SPD), der mahnte: „Das ist jetzt eine Notsituation, auf die müssen wir reagieren.“ Und auch nicht von Fabian Müller-Klug (Grüne): „Wir haben unseren Lebensstil auch auf Kosten armer Länder etabliert. Jetzt strahlt das auf uns zurück. Wir müssen einsehen, dass es für uns alle Einschränkungen geben wird.“ Dabei ist freilich die Belegung einer Turnhalle in Pullach noch nicht beschlossen, „mehr als die Besichtigung ist momentan nicht angekündigt“. Auch würden, erklärte Susanna Tausendfreund, vom Landkreis erst die Gemeinden belegt, die sich bislang kaum engagiert haben. Und die nicht wie Pullach schon 80 jugendliche und 72 erwachsene Geflüchtete beherbergen. 

Doch abgesehen von einer unter Umständen nötig werdenden kurzfristigen Aufnahme von Menschen sollen auch die Holzhäuser auf den Weg gebracht werden, die für eine langfristige Einquartierung von Schutzsuchenden vorgesehen sind. Fünf Grundstücke stehen dafür zur Wahl – bei einer Sondersitzung am 2. Februar soll eine Entscheidung fallen. Was die kurzfristige Lösung angeht, gibt es, wie sich zeigte, keine Alternative zur Turnhalle. Die Gemeinde ist inzwischen soweit, auch darüber nachzudenken, im abgelegenen Gewerbepark Höllriegelskreuth Container aufstellen zu lassen. Tausendfreund meinte: „Das ist schnell durchsetzbar.“ Aber zum einen ist unklar, ob man im Moment noch an Container kommt. Zum anderen dauert auch deren Aufstellung mindestens drei Monate, wie Architekt und SPD-Gemeinderat Arnulf Mallach zu bedenken gab. Im Zweifelsfall ist das zu lang. 

Odilo Helmerich brachte den Vorschlag, der sich aber auch nicht von heute auf morgen umsetzen ließe, auch den Parkplatz vor der katholischen Kirche mit Holzhäusern zu bebauen. Conny Zechmeister wiederum fand dafür das Grundstück Heilmannstraße 53-55 ideal, das die Gemeinde vor kurzem erworben hat. Aber so gingen der Kommune, erläuterte Tausendfreund, die 30 Prozent Zuschuss verloren, die der Bund neuerdings beim Kauf und bei der Bebauung von Grundstücken gewährt. Nach langer Diskussion wurde dann schließlich abgestimmt über den Antrag der CSU. Er wurde knapp bestätigt. Die Mitglieder von SPD und Grünen, die dagegen votiert hatten, baten darum, dass ihre Namen alle im Protokoll erwähnt werden. „Aus Scham“, erklärte Helmerich.

Andrea Kästle

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