Jurymitglied beim „Goldenen Spatz“, der Berlinale für Kinder: Jasper Knöchel.
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Jurymitglied beim „Goldenen Spatz“, der Berlinale für Kinder: Jasper Knöchel.

Festival für Kindermedien

Pullacher Bub in Filmjury: Der einzige Bayer beim „Goldenen Spatz“

  • vonAndrea Kästle
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Die Pfingstferien sind gerade vorbei, da durfte Jasper Knöchel (12) noch einmal die Koffer packen und, statt zurückzukehren ins Klassenzimmer, erstmal noch fünf Tage nach Gera und Erfurt fahren. Um dort einen Film nach dem anderen anzusehen. Der Pullacher Schüler wurde in die Jury aufgenommen beim „Goldenen Spatz“, dem größten Festival für deutschsprachige Kindermedien.

Pullach - Um die 1000 Gleichaltrige würden Jahr für Jahr gern machen, was Jasper im Moment tut. Vor einer Leinwand sitzen, hinterher beurteilen, was man gesehen hat. Nur 28 Buben und Mädchen wurden heuer am Ende genommen. Sie sind zwischen zehn und 13 Jahre alt, sie kommen aus verschiedenen deutschsprachigen Ländern oder können jedenfalls Deutsch. Jasper ist der einzige Vertreter aus Bayern.

Zuhause gilt die Regel: Erst das Buch, dann der Film

„Ich bin schon aufgeregt“, sagte er vor den Ferien – als man sich, weil man sonst nirgends sitzen durfte, mit ihm im Untergeschoss des Bürgerhauses Pullach unterhalten hat. Er hockte auf einem der Tische in der Garderobe und schlenkerte mit den Beinen. „Von klein auf“, sagte er, interessiere er sich für Filme. Aber es sei nie so gewesen zuhause, dass er sich angucken durfte, was er wollte, im Gegenteil: „Bei uns gilt die Regel, dass man erst das Buch lesen muss, ehe man den Film dazu anschauen darf.“ Michel von Lönneberga, Ferien auf Saltkrokan, Krabat und Harry Potter: hat er alles nach und nach gesehen, hat ihm alles bestens gefallen.

Sein Onkel ist ein engagierter Hobbyfilmer, für den stand Jasper, der an dem Tag eine Strickmütze von Marvel trägt, der US-amerikanischen Produktionsfirma, schon vor der Kamera. Auch einer Theatergruppe hat er mal angehört. Er sagt, er könne sich durchaus vorstellen, Schauspieler zu werden, allerdings sei es nicht so einfach, sich etwa in Hollywood durchzusetzen. Aber es reiche ja auch eigentlich, überlegt er, in Deutschland bekannt zu werden. Erstmal muss er ohnehin noch eine Weile in die Schule gehen – er ist in der sechsten Klasse in der Pater-Rupert-Mayer-Realschule.

33 Produktionen in fünf verschiedenen Kategorien

Aufs Filmeschauen beim Medienfestival hat er sich natürlich gefreut. 33 Produktionen in fünf verschiedenen Kategorien werden der Jury vorgeführt. Langfilme sind ebenso darunter wie Kurzfilme, außerdem Serien, Dokus und Fernsehsendungen. Im Schnitt, sagt man zu ihm, müssten er und die anderen Juroren und Jurorinnen fünf bis sechs Sachen beurteilen am Tag. Jasper hüpft vom Tisch und meint: „Viereckige Augen werden wir am Abend trotzdem nicht haben.“

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