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Der Pausenhof des Gymnasiums: Er soll im Zuge der Sanierung abgesenkt werden.

Kostspielige Sanierung

Pullacher Gymnasium wird runderneuert - für 73 Millionen Euro

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Dass das Pullacher Gymnasium saniert gehört – das ist schon seit Jahren klar.  Allerdings kosten die nötigen Um- und Anbauten durchaus Geld - satte 73,5 Millionen Euro.

Pullach – Dass das Pullacher Gymnasium saniert gehört – das ist schon seit Jahren klar. Jetzt ergab eine Machbarkeitsstudie, dass das 70er Jahre-Gebäude auch wirklich sanierungsfähig ist, also nicht abgerissen werden muss. Allerdings, die nötigen Um- und Anbauten, die die Schule fit machen sollen für die Zukunft, kosten durchaus Geld. Satte 73,5 Millionen Euro, wie Architekt Christian Lechner nach längerer Vorrede jetzt im Gemeinderat veranschlagte.

Ganztagsschule mit Lernhauskonzept

Was der Fachmann aufgrund des mit der Schule erarbeiteten Raumprogramms dem Gremium vorstellte, sind wirklich umfassende Maßnahmen. Denen zufolge soll auch das Otfried-Preußler-Gymnasium eine Ganztagsschule werden, in der nach dem Lernhauskonzept unterrichtet wird. Dreieinhalb Jahre würde die Um- und Neugestaltung des knapp 50 Jahre alten, damals hochmodernen und noch immer ansprechenden Gebäudes in Anspruch nehmen, sagte Lechner. Die einschneidendste Maßnahme dabei wäre die Absenkung des Pausenhofs auf das Niveau des jetzigen Parkplatzes. Um Barrierefreiheit zu erreichen, aber auch, um der Aula mehr Raumhöhe zu verschaffen.

Keine Bedenken wegen der hohen Kosten

Zukunftsvision: So soll das Otfried-Preußler Gymnasium nach der Sanierung einmal aussehen. 

Der Gemeinderat nahm die ausführlich erläuterten Vorstellungen des Architekten, der mit seinem Büropartner Michael Martin auch die Grundschule Schäftlarn gebaut und vor mittlerweile zehn Jahren schon eine Erweiterung des Pullacher Gymnasiums verwirklicht hat, gefasst zur Kenntnis. Bedenken wegen der hohen Kosten wurden keine vorgetragen. Angelika Metz von der WiP versicherte sich, dass auch die Turnhallen saniert werden, Renate Grasse von den Grünen war „sehr beeindruckt“ davon, „wie man es schafft, Schule anders zu denken“. Andreas Most von der CSU sagte: „Mir graust es vor der Zeitschiene.“ Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund, Grüne, versicherte: „Wir haben das im Blick.“

Baustart spätestens 2024

Denn es ist so, dass die Gemeinde nur dann auch eine Förderung der Regierung von Oberbayern, die es für alle Gymnasien wegen der Rückkehr zum G 9 gibt, mitnehmen kann, wenn die Baumaßnahmen bis 2027/28 abgeschlossen sind. Was heißt, dass spätestens 2024 mit den Arbeiten begonnen werden muss, dass der Gemeinderat entsprechende Weichen diesen Sommer gestellt haben sollte. Völlig offen ist, wie die Bauzeit überdauert werden kann, denn gebaut werden kann laut Lechner nur bei einer „Komplettauslagerung des Schulbetriebs“. Jedoch: Container sind momentan auf dem Markt kaum zu bekommen, und wo diese dann stehen sollen, ist auch noch offen.

Schule wird auf den Rohbau zurückgebaut

Ein Abriss, meinte Christian Lechner, der wie Tausendfreund auch aufs „Pullacher“ gegangen ist, wie das Otfried-Preußler-Gymnasium früher schlicht genannt wurde, habe nicht zur Debatte gestanden. „Das Gebäude ist in seiner tragenden Struktur hervorragend, mit dem können Sie noch gut 50 Jahre leben“, erklärte er dem Gremium. Die Ausstattung gehöre allerdings rundweg erneuert, auch soll an den Baukomplex, der eine U-Form hat und sich insgesamt „gegen eine Erweiterung sträubt“, vorsichtig angestückelt werden. Die Aula würde nach vorn gezogen, hinein in den abgesenkten Pausenhof, unter anderem würde nochmal an den bestehenden Erweiterungsbau mit der Mensa angebaut. Die Bio- und Chemie-Säle sollen komplett umgestaltet werden, überhaupt bliebe kein Raum, wie und was er ist. „Wir bauen die Schule auf den Rohbau zurück.“ Aula sowie Kunsträume sollen später dann auch zu schulfremden Zwecken genutzt werden können. Die Klassenzimmer im Cluster bekommen Wände, die man öffnen kann, auch ein Open-Air-Klassenzimmer und ein Schulgarten sind vorgesehen. Alles soll möglichst flexibel nutzbar werden.

Derweil ist das Ganze erstmal eine Diskussionsgrundlage. Bekanntlich will München den Zweckverband verlassen, und wieviel von den Kosten am Ende der Landkreis, auch im Zweckverband, übernimmt, ist noch offen.

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