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Edelste Weine versteigert für einen guten Zweck: Auktionator Armin Grübl und Pfarrer Martin Zöbeley (r.).

Kreative Idee

Kirchengemeinde versteigert Wein für die Dach-Renovierung

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Pullach – „Und, traut sich jemand?“, fragte Armin Grübl in die Runde. Um ihn herum saßen rund 30 Kirchgänger der evangelischen Jakobusgemeinde in Pullach und schauten auf die zwei Rotweinflaschen, die vorn auf dem Tischchen standen. Grübl verlas bei dieser Auktion für den guten Zweck die Etiketten der Weine. Mit der Versteigerung will die Kirchengemeinde noch mehr Geld zusammenbekommen für die dringend nötige Renovierung des Dachs vom Mesner-Häuschen. An dem, wie Pfarrer Martin Zöbeley sagte, seit 60 Jahren nichts gemacht worden ist.

Die Kirche selbst hat längst einen neuen Vorplatz bekommen und einen Anbau. „Ich wohne nebenan im perfekten Haus, ich konnte das nicht mehr ertragen“, erklärte der sympathische Geistliche noch einmal am Rande der Versteigerung, weshalb er vor zwei Monaten beschlossen hatte, selbst aktiv zu werden. Er initiierte eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „GUT beDACHt“, um Spenden zu sammeln für die Sanierungsmaßnahmen, die gut 100 000 Euro verschlingen werden. Verschiedene Konzerte, zwei „Dachschaden-Serenaden“, eine Filmnacht, bei der passenderweise der Hitchcock „Über den Dächern von Nizza“ gezeigt worden ist, Kinderaktionen und eine ökumenisches Fest haben daraufhin seit Mai den Veranstaltungskalender der Pullacher bereichert. Und im Klingelbeutel, der dabei immer herumging, sind letztlich gut 70 000 Euro zusammengekommen, wie das ausgehängte Spendenbarometer im Vorraum der Kirche ausweist. Daneben steht auch ein Modell der Kirche, ebenfalls umfunktioniert zur Sparkasse. Und es liegen da die ersten Teile eines Puzzles (Motiv: die Kirche), dessen 2000 Teile Martin Zöbeley an die Gemeindemitglieder hatte schicken lassen. Jetzt, bei der Auktion, dem letzten Programmpunkt der Reihe, freute er sich sichtlich über die „große Solidarität“, die 200 Einzelspender mit dem Mesner-Ehepaar gezeigt haben. Er meinte: „Ich freue mich, hier Pfarrer sein zu dürfen“, und: „Ich weiß jetzt auch, dass ich hierbleiben will.“ Sehr lange musste übrigens Armin Grübl die zwei Flaschen, die beide von weltberühmten Weingütern stammen (Château Latour und Château Lafite-Rothschild), nicht anpreisen. Es dauerte nicht lang, da meldete sich ein Pullacher. Der für beide Weine 1000 Euro bot. Und dann auch den Zuschlag bekam. Die zweite würde er auch wieder spenden – wenn sich ein Interessent findet, der dafür mindestens 500 Euro zahlt (siehe Kasten). Die Weine stammen ursprünglich aus dem Weinkeller von Martin Zöbeley. Der Sohn eines bekannten Kirchenmusikers hatte ursprünglich auch Musik studiert und als Musiker sein Brot verdient. Und in dieser Zeit eben gern Weine gekauft, auch „eine ganze Menge Flaschen aus Nachlässen“. Die beiden Grands Crus seien seine „edelsten Tropfen“ gewesen – eine Flasche ist auf jeden Fall viele 100 Euro wert.

Andrea Kästle

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