1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Pullach

Pullachs eigener Corona-Schutzwall

Erstellt:

Von: Andrea Kästle

Kommentare

biontech-moderna-erding-impfzentrum
WiP, CSU und FDP fordern in Pullach örtliche Impf- und Testmöglichkeiten. © Jan Woitas/dpa

Die vierte Corona-Welle trifft auch den Landkreis mit voller Wucht. Die Pullacher Fraktionen WiP, CSU und FDP haben deshalb zwei Dringlichkeitsanträge eingereicht, die zum einen die Gemeinde veranlassen sollten, eine zusätzliche Impfmöglichkeit zu schaffen und auch PCR-Testmöglichkeiten zu schaffen.

Pullach - Außerdem sei auf die Anschaffung von Filteranlagen auch im Gymnasium hinzuwirken. Der erste Antrag wurde angenommen, der zweite zurückgezogen. Allerdings ging den Abstimmungen eine lange Diskussion voraus. Denn die Gemeinde habe ohnedies, wie Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) ausführte, getan, was gehe, um die Corona-Infrastruktur vor der Haustür zu optimieren. Zudem verwahrte sie sich gegen Formulierungen im zweiten Antrag, in dem es unter anderem hieß: „Der Kämmerer der Gemeinde Pullach … wird angewiesen“, sich in der Sache „neutral zu verhalten“. André Schneider ist Geschäftsführer des Zweckverbands Otfried-Preußler Gymnasium.

Bürgermeisterin: „Wir können keine Parallel-Strukturen aufbauen“

„Ich sehe keine Eilbedürftigkeit“, eröffnete die Rathauschefin die Diskussion darüber, ob die Anträge überhaupt behandelt werden sollten. Die Impfungen liefen über das Landratsamt, „wir können keine Parallel-Strukturen aufbauen“. Eine Gemeinde bekomme keine Impfstoffe geliefert, „der Landkreis aktiviert, wo er aktivieren kann“. Ein Impfbus komme am 12. Dezember nach Pullach, man habe bereits einen früheren Termin reklamiert. „So ehrenwert der Antrag sein mag“, sagte Tausendfreund, „er läuft ins Leere“. Dass sich der Kämmerer, was die im übrigen längst bestellten Luftfilter angeht, inhaltlich einmische, sei eine „ungeheuerliche Unterstellung. So was geht nicht“.

Anträgen zugestimmt

Das Gremium entschied dann jedoch mit elf zu acht beziehungsweise gegen eine Gegenstimme, beide Anträge zu behandeln. Die erste Initiative ging mit 15 zu vier Stimmen durch - nachdem die Verwaltung die Möglichkeiten, die die Gemeinde überhaupt hat, abstimmungsreif formuliert hatte. Dementsprechend soll nun versucht werden, neben den Hausärzten „eine weitere Impfmöglichkeit“ in der Gemeinde zu schaffen. Zudem wird angestrebt, auch PCR-Tests täglich vor der Haustür stattfinden zu lassen – wobei dies ohnehin angeleiert worden war. Wie Tausendfreund ausgeführt hatte, soll ein Test-Container für PCR in der Gemeinde eingerichtet werden. Die Malteser halten ihr Test-Angebot im Freizeitbad ebenfalls aufrecht, auch dort sind dreimal in der Woche PCR-Tests möglich. Und auch vor dem Treibhaus soll bald wieder getestet werden.

Appell: Mobilisieren, was möglich ist

„Vor dem Hintergrund der Wahnsinns-Inzidenzen scheint es mir fragwürdig, die Eilbedürftigkeit infrage zu stellen“, hatte Michael Reich von der FDP die Dringlichkeit der Anträge begründet. Man müsse jetzt zusammenhalten und versuchen, Personal zu mobilisieren, wo nur möglich, setzte sich Christine Eisenmann von der CSU für die Initiative ihrer und der beiden anderen Fraktionen ein. „Ich glaube“, versuchte Caroline Voit von Pullach Plus ein wenig zu vermitteln, „wir brauchen im Moment jeden Pullacher, der bereit ist, mitzuwirken“.

Der Antrag, das Gymnasium betreffend, wurde in Folge deshalb zurückgezogen, weil er sich schlicht erledigt hat. Die Verwaltung, dazu beauftragt vom Gremium, hat die Geräte schon bestellt. Der Landkreis wird zuzahlen, und falls die Stadt München, die auch Mitglied ist im Zweckverband, sich nicht beteiligt an den Kosten, wird den Fehlbetrag die Gemeinde selbst aufbringen.

Auch interessant

Kommentare