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Das Haus in der Heilmannstraße 57 (l.) soll um ein Terrassengeschoss aufgestockt werden, wenn das Grundstück an der Hausnummer 53/55 bebaut ist.

Patt im Gemeinderat:

Vorläufiger Stopp der Planung

  • VonAndrea Kästle
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Dass die Gemeinde das Grundstück Heilmannstraße 53/55, das ihr gehört, bebauen will – das steht längst fest. Jetzt wollte die Verwaltung diesen Bebauungsplan ins Verfahren schicken – und die WIP nutzte die Gelegenheit, um das Projekt vorerst zum Kippen zu bringen.

Pullach  Cornelia Zechmeister meinte: „Was wir hier planen, ist Wahnsinn.“ Das Grundstück würde zu 80 Prozent versiegelt, die Grundfläche des Gebäudes würde 670 Quadratmeter betragen. Anfangs habe das Projekt mit 20 Sozialwohnungen gut ausgeschaut, inzwischen könne sie dem nicht mehr zustimmen, meinte Zechmeister. „Wir sind nicht gegen Wohnraum, aber gegen zu dichte Bebauung.“ Ursprünglich hatte auf dem Areal eine Unterbringung für die jugendlichen unbegleiteten Flüchtlinge entstehen sollen, die jetzt, Ende März rausmussten aus der Burg Schwaneck. Als dann klar war, dass das zeitlich kaum zu schaffen sein würde, wurde ein Mix beschlossen aus Unterbringungsmöglichkeiten für jugendliche Geflüchtete und Sozialwohnungen. Mit flexiblen Innenwänden, die dem jeweiligen Bedarf angepasst werden können. Und mit fünf Stockwerken, terrassenförmig konzipiert, weshalb sich Firsthöhen von 10,50 beziehungsweise 17 Metern ergeben würden.

Letztlich stimmten auch die drei anwesenden CSUler mit der WIP – und der nötige Satzungsbeschluss konnte nicht gefasst werden. Weshalb jetzt die Heilmannstraße 53/55 von vorn diskutiert werden muss und sich das Ganze um Monate verzögern wird.

Entsprechend ungläubig reagierten die anderen Fraktionen auf die Neuauflage einer alten, an sich schon abgeschlossenen Debatte. Fabian Müller-Klug (Grüne) hatte noch versucht, die Kollegen umzustimmen: „Wir haben das doch schon ein paarmal besprochen. Wir schaffen mit dem Bauvorhaben sinnvolle Werte. Da entstehen ja Wohnungen, die auch Erträge bringen.“ Arnulf Mallach (SPD) sagte: „Ich bin nicht nur vage für Wohnungsbau, sondern ganz konkret. Das Gebäude hätte“, meinte er nach der denkbar knappen Abstimmung (acht zu acht), „sehr wohl in die Umgebung gepasst.“

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