Klassik

Viel Mozart schadet nicht

Pullach – Diese Woche gab das Schumann-Orchester Pullach sein traditionelles Winterkonzert. Man kam sich ein bisschen vor wie bei einem Familientreffen.

Kein Wunder – das Ensemble besteht ja auch schon seit inzwischen 31 Jahren. Bestreitet alle Jahre wieder zwei Aufführungen, wobei Werke aus dem Barock ebenso dargeboten werden wie moderne Sachen. „Seit 16 Jahren“ ist Hildegard Schön Dirigentin, wie Ernst Gülpen (Geiger und seit 13 Jahren Vorsitzender des Vereins) eingangs bemerkte. Dann sagte er: „Als sie dazukam, war sie damals die Jüngste. Und heute – ist sie immer noch die Jüngste.“

Dabei, das sagte Gülpen auch, könnte das 20-köpfige Ensemble dringend Verstärkung gebrauchen. Letztes Jahr konnten drei Geiger hinzugewonnen werden, aktuell wird ein Bassist gesucht: Kontrabassist Eugen Schmidt, praktisch von Anfang an mit von der Partie, muss langsam aus gesundheitlichen Gründen ans Aufhören denken, er ist 85 Jahre. „Er kann wahrscheinlich nicht weiter spielen, machen Sie für uns Werbung.“

Derweil stellten die Pullacher Hausmusiker, wenn man sie mal so bezeichnen darf, beim Neujahrs-Auftritt ein weiteres Mal ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Ihr Programm begann mit der „Simple Symphony “ von Benjamin Britten, dem berühmten, in England geborenen, später in die USA emigrierten Komponisten mit ehrgeiziger Mutter, der die ersten Werke schon mit acht Jahren zu Papier gebracht hat. Im hohen Alter wurde er noch Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, und die Queen adelte ihn dann auch. Die „Simple Symphony “ schrieb er mit 20, verarbeitete dabei aber Themen, die ihm als Kind schon eingefallen waren.

Vor der Pause folgte noch ein Konzert für Klarinette und Orchester von Mozart. Als Solistin trat Sofija Molchanova aus der Ukraine auf – und ließ ihr Instrument sich munter unterhalten mit den Geigen, Oboen, Flöten. Man machte die Augen zu – und genoss den „vollendet abgerundeten Klang“, den Gülpen versprochen hatte.

Schließlich, in der zweiten Hälfte: die „Musik für Sonja“ für Klarinette, Klavier und Streichorchester von Dejan Despic – ein modernes Stück aus dem Jahr 1997. Zum Schluss noch einmal Mozart, die Symphonie in D-Dur. Und dann: viel Applaus.

Das Sommerkonzert

ist auch schon eingetragen im Kalender: Am 2. Juli spielen die Pullacher in der Passionskirche in Obersendling zweimal die „Vier Jahreszeiten“. Einmal die von Vivaldi, dann noch die Version von Piazzolla. Auch dann wieder, konnte Ernst Gülpen schon ankündigen, mit „hochkarätigen Solisten“.

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