Mann mit Kopfhörern vor Laptop Online-Konferenz
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Im Livestream könnten die Bürger Ratssitzungen von zu Hause aus mitverfolgen.

Pullacher Gemeinderatssitzungen im Internet

Weder Livestream noch Liveticker aus dem Rathaus

  • vonAndrea Kästle
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Die Opposition hätte gerne gesehen, dass die Bürger Pullacher Ratssitzungen im Internet verfolgen können oder dort zumindest ein ausführliches Protokoll finden. Doch die Ratsmehrheit hatte Bedenken.

Pullach – Immer wieder in diesem Jahr beschäftigt sich der Gemeinderat Pullach damit, wie die Bürger, die es nicht schaffen, selbst zu Gemeinderatssitzungen zu kommen, quasi live verfolgen können, was sich im Sitzungssaal so tut. Erst im Sommer wurde nach langen Beratungen ein Antrag von WiP, CSU und FDP abgelehnt, die Diskussionen zu streamen – damit hätte jeder quasi die Beratungen auf dem Bildschirm zuhause mitverfolgen können. Jetzt fiel auch die Alternative, von der Veranstaltung wenigstens gleichzeitig schriftlich zu berichten über einen Liveticker, im Gremium durch. Gegen Stimmen von FDP, WiP und SPD.

„Bei und wird alles sehr kompliziert gemacht.“

„Bei uns wird“, setzte sich Alexander Betz (FDP) dafür ein, doch irgendeine Form der Berichterstattung zu ermöglichen, „alles sehr kompliziert gemacht“. Auch Holger Ptacek von der SPD fand die Vorstellung, dass nun alles beim Alten bleibt, nicht wirklich prickelnd. Er glaube, sagte er, die Verwaltung stelle sich das alles zu aufwändig vor. „Es geht nur drum, dass eine schnelle Info stattfindet, wir wollen ja gar keine atombombensicheren Live-Berichte.“

Genau daran hatten sich die anderen nämlich gestoßen. In welcher Form wolle man denn eigentlich, dass berichtet wird? Ob man nur die Abstimmungsergebnisse aus dem Sitzungssaal quasi posten solle? Oder auch Diskussionsverläufe nachskizzieren? Es sei, gab auch Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund von den Grünen zu bedenken, kaum möglich, unter dem Zeitdruck wirklich seriös das Geschehen zu skizzieren. „Es wird immer Nachfragen geben“, klang sie nicht sehr glücklich bei der Vorstellung, was, sollte man den Liveticker einführen, auf die Verwaltung zukommen könne. Und: „Unsere Presseabteilung kann das sicher nicht leisten, das kostet Zeit, wenn es ordentlich sein soll, und ordentlich müsste es sein.“

Kein Wortprotokoll, kein Liveticker, kein Beschlussprotokoll

Entsprechend wurden sämtliche Formen der Berichterstattung, die die Verwaltung in Erwägung gezogen hatte, abgelehnt. Weder wird es nun ein live verfasstes fortlaufendes oder analytisches Wortprotokoll geben noch einen Live-Ticker oder ein nachgelagertes Beschlussprotokoll. Die Mehrheit im Gremium folgte Andreas Most von der CSU, der gemeint hatte: „Das ist alles albern. Mein Wunsch ist, keine der Varianten umzusetzen.“

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