Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund spricht in ein Mikro.
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Susanna Tausendfreund reicht‘s: Sie wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund meldet sich aus dem Urlaub mit Bürgerbrief zu Wort

Nach Trump-Vergleich und Nordkorea-Vorwurf: Jetzt wehrt sich Pullachs Bürgermeisterin

Pullachs Bürgermeisterin musste sich zuletzt viele Vorwürfe gefallen lassen. Jetzt meldet sich Susanna Tausendfreund aus dem Urlaub zu Wort und wehrt sich gegen die Anschuldigungen.

Pullach – Anschuldigungen, Vorwürfe, Beleidigungen: Was ist bloß los im sonst so friedlichen und beschaulichen Pullach? Das fragen sich viele. Nicht nur die Pullacher. Die Leserbriefe mit Nordkorea- und Trump-Vergleichen im Isaranzeiger haben Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund dazu bewogen, sich aus dem Urlaub zu melden und schriftlich Stellung zu beziehen.

Wie berichtet, wurde die Grünen-Politikerin zunächst vom FDP-Fraktionssprecher Alexander Betz, zuletzt von der Personalratsvorsitzenden Eveline Petraschka kritisiert, Zensur auszuüben. Petraschka rückte die Rathausspitze in die Nähe des Faschismus und schrieb, wie der FDP-Gemeinderat Alexander Betz spüre auch sie in der Gemeinde den „eisigen Hauch Nordkoreas und des Stalinismus“. Zudem hat sie offenbar eine Dienstaufsichtsbeschwerde im Landratsamt eingereicht gegen Tausendfreund. Diese beginnt ihren Bürgerbrief daher mit den Worten: „Sicher haben Sie sich schon diverse Male gefragt, warum von einzelnen Personen des Pullacher öffentlichen Lebens seit vielen Monaten ein so scharfer und verletzender Ton mir gegenüber angeschlagen wird und warum von mir nicht ebenso harsche Antworten kommen.“

„Jetzt reicht’s!“: Bürgermeisterin kritisiert Isaranzeiger

Die Angriffe gegen ihre Person bezeichnet die Bürgermeisterin als „verbale Jagdszenen“, die sie bisher an sich habe abperlen lassen. Aber, so die Überschrift: „Jetzt reicht’s!“ Der Isaranzeiger dürfe derartigen Attacken kein Forum bieten. Im Amtsblatt der Gemeinde dürfe sich selbstverständlich neutrale Berichterstattung von Vereinen und ähnlichen Gruppierungen wiederfinden. Auch Parteien dürften sich darin im Sinne ihres Programms zu Wort melden. Jetzt aber werde das Medium zunehmend für verzerrende und diffamierende Darstellungen missbraucht, „um meine Arbeit in ein schiefes, sogar in ein rechtlich fragwürdiges Licht zu stellen. Meinungsvielfalt ist mir natürlich wichtig. Wenn aber rote Linien des Anstands und der Wahrhaftigkeit überschritten werden, müssen klare Worte und Konsequenzen folgen.“

Zum Vorwurf der Zensur erklärt Tausendfreund, dass sie im April den damaligen Dritten Bürgermeister Alexander Betz in öffentlicher Sitzung dazu ermahnt habe, keine nicht öffentlichen Personaldetails zu besprechen. Daher kündigte sie an, in einem solchen Fall das Mikrofon abstellen zu lassen. Für Tausendfreund eine normale Vorgehensweise, wenn sich ein Gemeinderat uneinsichtig zeige. Von Zensur keine Spur: „Die Personen, die derartige Meldungen und Leserbriefe in die Welt setzen, zielen direkt auf mich – vielleicht weil sie mir persönlich schaden wollen oder das Ergebnis der Kommunalwahlen noch immer nicht akzeptieren.“ Aber es seien doch auch Mitarbeiter der Gemeinde betroffen.

Glättet die Sommerpause die Wogen?

Ein schwerer Vorwurf lautet, ein großer Teil der Belegschaft habe das Rathaus verlassen und Schuld trage die Bürgermeisterin. Dabei pflegt sie nach eigener Aussage einen kooperativen Führungsstil und „setzt auf Austausch“. Es habe Umstrukturierungen gegeben, einzelne Mitarbeiter hätten sich persönlich verändern wollen oder Entwicklungschanchen bei neuen Arbeitgebern genutzt. Die Fluktuation in Pullach sei jedenfalls vergleichbar mit anderen Behörden. Tausendfreund findet, die Stimmung sei gut im Rathaus. Sie habe auch stets vertrauensvoll und zum Wohle aller Mitarbeiter mit dem Personalrat zusammengearbeitet. Hinter den Leserbriefen im Isaranzeiger will die Bürgermeisterin eine Kampagne erkennen. Grenzen seien überschritten worden. Dabei habe das Medium eine ethisch und moralische Verpflichtung.

Die Sommerpause, so Tausendfreund abschließend, biete die Gelegenheit, Abstand zu gewinnen und am Ende wieder zurück zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu finden.

mm

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