Radweg auf der Isartalbahn: Gemeinde verhandelt erneut

Pullach - Nichts geht voran beim Ausbau des Radwegs auf der Isartalbahntrasse. Der Grund: Der kürzeste Weg quert ein Privatgrundstück, dessen Eigentümer nicht verkaufen will. Ein neues Kaufangebot soll das ändern.

Um dem langersehnten Lückenschluss des Isartalbahn-Radwegs endlich näherzukommen, fasste der Pullacher Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss. So soll der Weg auf der ehemaligen Bahntrasse bis zur denkmalgeschützten Bahnbrücke und weiter zur Hilariastraße verlaufen. Langfristig ist eine Verlängerung bis zum Wöllner Platz geplant.

Die Landeshauptstadt München hat ihren Teil des Radweges bereits bis kurz vor Ende der Stadtgrenze realisiert. Nördlich der Brücke über den Carusoweg endet der ausgebaute Streckenabschnitt dann abrupt. Denn auf dem weiteren Verlauf der geplanten Strecke liegt ein privates Grundstück, dessen Eigentümer einen Verkauf bisher ablehnt.

Nachdem bisherige Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt haben, wurden Alternativtrassen untersucht, die das Landratsamt München allesamt aus Naturschutzgründen ablehnt. Der 3,50 Meter breite, asphaltierte und beleuchtete Radweg gefährdet nach Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde das Landschaftsschutzgebiet mit seinem wertvollen Baumbestand und bedroht den Lebensraum von Vögeln und Fledermäusen. Auch einen Radweg entlang der Großhesseloher Straße lehnt das Landratsamt ab, weil er keine verkehrssicheren Anschlussmöglichkeiten an das bereits bestehende Radwegenetz bietet.

Kurzum: Die „kürzeste und attraktivste Radstrecke“ über die Eisenbahnbrücke führt nur über das Privatgrundstück des sturen Eigentümers.

Aus diesem Grund will die Gemeinde die Verhandlungen wieder aufnehmen. In einer nicht öffentlichen Sitzung habe der Gemeinderat bereits ein konkretes Kaufangebot beschlossen, gab Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) bekannt. Auch mit der Deutschen Bahn sind noch Verhandlungen über den Erwerb der denkmalgeschützten und sanierungsbedürftigen Brücke nötig.

Gerade hier sieht Andreas Most (CSU) ein nicht zu unterschätzendes Problem: „Aus meiner Sicht ist diese Brücke ein Rudiment. Unfassbar, wie wenig da noch steht. Die Renovierung wird wohl erheblich sein.“ Fabian Müller-Klug (Grüne) gab jedoch zu bedenken: „Die Nahverkehrsnutzung wird sich ändern. Viele Menschen, auch ältere, werden mit einem E-Bike fahren und dabei den kürzesten Weg wählen. In Sachen ,zukünftige Mobilität‘ sollten wir deshalb umdenken und auch Geld für ein entsprechendes Infrastrukturnetz einsetzen.“ Melanie Artinger

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