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„Das ist ja abnormal!“ Mit diesen Worten kommentieren (v.l.) Thiemo Berling, Julian Cämmerer und Alexander Küng ihren Abschluss an der Privatschule.

Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium

19 Schüler mit einer Eins vor dem Komma

Pullach - Einen besonders guten Abitur-Jahrgang verabschiedet in diesen Wochen das Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium in Pullach. Von 44 angehenden Ex-Schülern haben 19 eine Eins vor dem Komma.

Entsprechend ausgelassen war dann auch die Stimmung bei der Notenvergabe gestern Mittag im zweiten Stock des Südflügels im schönen alten Gebäude. Immer wieder Riesenjubel: „Ich hab 15 Punkte in Mathe!“ „Ich hab mich von 1,3 auf 1,1 verbessert!“ Wenn wieder die Tür aufging zum Zimmer Nummer 241, damit sich der Nächste seine Note abholen würde, sah man im Sekretariat einen sehr aufgeräumt wirkenden Schulleiter stehen. „2,0 wird unser Gesamtschnitt sein – das ist wirklich sehr gut“, vermerkte Stefan Antoni zufrieden.

Der Schulbeste ist Thiemo Berling mit 1,1. Er will Ingenieur werden. Er sagte: „Ich bin ehrgeizig auch bei unwichtigen Sachen.“ Mit einem Schnitt von 1,3 sei er in die Prüfungen gegangen, sein Ziel war, nicht unter 1,5 abzufallen. „Das ist echt nicht mehr normal“, sagte er, während er immer wieder lachend auf sein vorläufiges Zeugnis schaute. Für Mathe habe er viel gelernt. „Ich fand’s nicht schwer.“ Studieren will er nicht gleich. Erstmal fährt er nach Südamerika, um Spanisch zu lernen und herumzureisen.

Im Abi-T-Shirt, das der Jahrgang sich selbst aus der Klassenkasse spendiert hat, auf dem ein Schattenriss des guten alten Goethe prangt mit dem feierlustigen Spruch „Eher dichter als Denker“, saß Alexander Küng neben ihm. Wurde reingerufen – und kam dann auch bald schreiend raus aus dem Sekretariat. 1,3. Er sagte..., nein, er rief das eher: „Das ist der geilste Tag meines Lebens, ich hab’s geschafft!“ Drei Monate habe er auf ein gutes Ergebnis hingearbeitet. „Das war mir wichtig“. Besonders freuten ihn die 15 Punkte im Mathe-Abi selbst – in der 10. Klasse, berichtete er, hatte er in Mathematik im Zeugnis noch eine Vier. Seit einem halben Jahr stehe für ihn fest, dass er Chemie-Ingenieurwesen studieren will.

Ebenfalls sehr gut schnitt Julian Cämmerer ab. Auch er nahm eine 1,3 mit nach Hause. Er sagte völlig entspannt, er habe nicht zuviel gelernt, manches interessiere ihn einfach nicht. Auf Deutsch und Englisch könne man sich ohnehin nicht groß vorbereiten. „Das kann man oder man kann es nicht.“ Die zwölf Punkte in Mathe „sind für meine Verhältnisse gut“. Er will noch heuer mit Informatik anfangen an der TU in München.

Und während die drei sich so sehr freuten, war vor Zimmer 241 auch ein erster Hauch von Wehmut zu spüren. „Wahrscheinlich werde ich bald in ein Loch fallen“, meinte Alexander. Aber erstmal: Bier, Salzbrezeln und Musik vor den alten Toren der Pullacher Privatschule. Andrea Kästle

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