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Berge von Geschenken bekamen der langjährige Umweltamtsleiter Ralph Baasch (l.) und der jetzt in den Ruhestand verabschiedete Bauhofleiter Sebastian Lobinger. Lobinger kam 1984 in die Gemeinde. Von dem vakanten Job im Bauhof hatte er damals beim Kegeln in Großdingharting erfahren. Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund dankte beiden Männern für ihre engagierte Mitarbeit. 

Ruhestand

Tränen beim Abschied von Pullachs beliebtem Umweltchef

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Oft dürfte es nicht vorkommen im Pullacher Rathaus, dass eine Schachtel mit Taschentüchern die Runde macht. Und sich einige Leute mehr oder weniger verschämt die Augen trocknen. So ist es gewesen, als der Leiter des Umweltamtes, Ralph Baasch, sowie Sebastian Lobinger vom Bauhof in den Ruhestand verabschiedet worden sind.

Pullach – Wohl selten wurden einem Kollegen an seinem letzten Arbeitstag so viele Präsente überreicht wie dem promovierten Biologen, der sich, wie Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) schmunzelnd berichtete, mit einer mehrseitigen wissenschaftlichen Abhandlung beworben hatte auf eine ABM-Stelle. 1988 war das. Pullach brauchte damals jemanden, der darüber wachte, dass die soeben erlassene Baumschutzverordnung auch eingehalten wurde. Baasch war im Prinzip hoffnungslos überqualifiziert. Er machte das trotzdem – und blieb. Bald wurde am Isarhochufer ein Umweltreferat eingerichtet, bald bekam er eine Halbtagskraft zugewiesen. Da hatte er sich längst schon unersetzlich gemacht. „Du hinterlässt eine sehr große Lücke“, sagte ihm die Rathauschefin. Dann sang ihm sein Nachfolger, der junge Bernhard Rückerl, zur Gitarrenbegleitung ein Lied – es handelte davon, dass man auf sein Herz im rechten Moment unbedingt hören müsse.

Schon ein paar Tage vorher hatte sich Ralph Baasch im Ortsblättchen von den Bürgern verabschiedet. Er schrieb: „Obwohl ich nicht in Pullach wohne, ist mir dieser Ort durch meine Arbeit vor allem aber auch durch seine Menschen zu einem Stück Heimat geworden, das ich. mit etwas Wehmut verlasse.“

Jetzt versicherte er allen, dass er sich weiterhin in der Gemeinde blicken lassen werde; nein, nicht um die Kollegen zu kontrollieren, sondern um mit ihnen auch künftig in die Wirbelsäulen-Gymnastik und zum Lauftreff zu gehen. „Die Kollegen hier, die waren fast wie eine Familie“, sagt Baasch.

Aufgewachsen ist der 62-Jährige in Trier. In Bayreuth hat er angefangen mit dem Biologie-Studium. Seine Diplomarbeit schrieb er über den Stoffwechsel einer Pflanze, die in der Wüste in Namibia wächst – mit dem schönen Effekt, dass er dort auch hinfahren musste für die Recherchen. In seinem Arbeitszimmer hingen all die Jahre über Fotos aus diesem Land, das er mehrmals bereist hat.

1988 kam er nach Pullach. Erst hatte er eine Stelle inne, die befristet war auf ein Jahr, wurde dann aber übernommen. Zuständig war er für „Umweltthemen“ ganz allgemein. Schnell schloss er sich unter anderem mit dem „Arbeitskreis Neuer Lebensstil“ kurz, es ging darum, ein Abfallwirtschaftssystem überhaupt zu etablieren und auch darum, Müll einzusparen.

Letztlich am Aufreibendsten war aber wohl an seinem Job der Einstieg der Gemeinde in die Geothermie. Dass Pullach sich darauf einließ, die Probebohrungen überhaupt vorzunehmen – das ist zu großen Teilen Ralph Baasch zu verdanken. Unermüdlich warb er seinerzeit für das ehrgeizige Projekt in der Kämmerei wie im Gemeinderat. „Die Geothermie ist mein Baby“, sagt er. Zehn Jahre hat ihn das Ganze beschäftigt, 800 Überstunden habe er angehäuft. Jetzt hat Baasch Zeit für seine Hobbys. „Ich bin ein Bergfreak, ich muss in die Berge. Und ich will lesen, lesen, lesen.“ Und die botanischen Exkursionen, die er seit 25 Jahren bei der Volkshochschule anbietet, die gibt er freilich auch nicht auf. 

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