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Neben den Gräbern im Boden und den Stelen gibt es künftig auch die Möglichkeit, die Urne in einer Wand beisetzen zu lassen.

Jahresgebühr steht fest

33 Nischen für die letzte Ruhe: Neue Urnenwand auf Putzbrunner Friedhof

  • Bert Brosch
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Auf dem Putzbrunner Friedhof können sich Verstorbene künftig in einer Urnenwand bestatten lassen. Bei der Gestaltung der Abdeckplatte hat die Gemeinde allerdings Mitspracherecht.

Putzbrunn – Der Putzbrunner Friedhof bekommt eine Urnenwand. Damit reagiere die Gemeinde auf den langjährigen Wunsch vieler Bürger, berichtete Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) im Hauptausschuss. Ab Oktober wird es die Wand auf dem Waldfriedhof neben den bisherigen Urnengräbern im Boden – mit Namenplatte oder auch anonym mit Nummer - sowie in Stelen mit bis zu vier Fächern geben. Bei der Gestaltung der Abdeckplatten behält sich die Gemeinde Mitspracherecht vor.

Anfang Oktober werden auf der Nordwest-Seite des Friedhofs, seitlich versetzt zu einem Teil der bestehenden Urnengräber mit Namenplatte, zwei Urnenwände aufgestellt. Die eine Wand mit 18, die andere mit 15 Nischen.

Eine Nische in der Urnenwand kostet 30 Euro im Jahr

„Wir haben die Friedhofsgebühren 2016 neu festgesetzt, daher sollten wir für diese neue Art der Bestattung nicht alles neu kalkulieren, sondern die Gebühren in der Wand an die anderen Urnengräber anpassen“, sagte Klostermeier. Kalkuliere man alles durch, von der Anschaffung und Herstellung der Wände, der Nutzungsdauer von 60 Jahren sowie der Liegezeit von zehn Jahren, ergebe sich eine Gebühr von 27,44 Euro pro Jahr. Jedoch sind darin die Gemeinkosten, etwa für das Personal der Friedhofsverwaltung, die Pflege der Grünflächen oder der Winterdienst, nicht enthalten. Da „eine Bestattung in einem Fach der Urnenwand mit einer Bestattung in der Stele vergleichbar ist, sollte die Gebühr einheitlich sein“, sagte Klotsermeier. Der Vorschlag der Gemeinde: eine Jahresgebühr von 30 Euro.

Bislang zahlte die Gemeinde die Kammerverschluss- oder Abdeckplatten für die Stelen- und Urnengräber. Diese belaufen sich auf 101,15 Euro bei der Urnenstele oder –wand und auf 175 Euro für ein Urnengrab. „Künftig sollen diese Kosten beim Ersterwerb eines Nutzungsrechts für die Grabstätte mit erhoben werden“, sagte Hauptamtsleiter Michael Hohberg. Klostermeier ergänzte, dass keine der genannten Gebühren tatsächlich kostendeckend seien. „Wir werden jedes Jahr von der kommunalen Finanzaufsicht geschimpft, dass wir eigentlich unsere Friedhofsgebühren deutlich anheben müssten“, sagte der Bürgermeister.

„Wir sollten doch nicht auch noch bei den Gräbern alles bis ins letzte Detail vorgeben“

Robert Böck (GpP) unterstützte den Antrag der Verwaltung, dass künftig jeder seine Abdeckplatte bei einem Urnengrab selbst bezahlen soll. „Schließlich muss jeder seinen Grabstein auch selbst anschaffen.“

Hohberg schlug weiter vor, dass nicht nur die Größe, sondern auch die Farbe und das Material der Abdeckplatte von der Gemeinde vorgegeben werden könnten, „damit das alles farblich zusammenpasst, sonst kommt der eine mit einer gelben und der nächste mit einer rosa Platte daher“, sagte Hohberg. Dies befürwortete auch Volker Rentschler (Grüne), „aus ästhetischen Gründen muss das einheitlich sein.“ Dem widersprach Martin Adler (FWG): „Wir sollten doch nicht auch noch bei den Gräbern alles bis ins letzte Detail vorgeben und den Menschen noch etwas Freiheit lassen.“

Klostermeier sagte, dass jeder Grabstein und jede Urnenplatte von der Gemeinde genehmigt werden müsse. „Das ist ein schwieriges Thema, da viele individuelle Wünsche haben und wir die auch lassen wollen. Doch es muss dem Ort und der Trauer angemessen sein.“

Rauchverbot

Neben dem „normalen“ Rauchen sind künftig auch E-Zigaretten auf dem Friedhof verboten. Dies beschloss der Hauptausschuss. „Da dampfen manche wie die Lokomotiven mit ihren elektrischen Verdampfern, das wollen wir nicht“, begründete Hauptamtsleiter Hohberg. Laut Bürgermeister Klostermeier hätten sich mehrere Bürger darüber beschwert.

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