+
Geballte Bürgermeister- und Landratsprominenz aus dem Landkreis München, die sich alle eng mit der AWO verbunden fühlen - egal welches Parteibuch sie besitzen.

900 Mitglieder im Landkreis München

100 Jahre AWO: Hohes soziales Engagement trotz Helfer-Knappheit

  • schließen

Verschiedene Bürgermeister und der Landrat machten, anlässlich des 100. Geburtstags der AWO, auf die herausragende Betreuung und Unterstützung im Landkreis aufmerksam. 

Putzbrunn - Die Arbeitswohlfahrt (AWO) feierte ihren 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass versammelten sich die Bürgermeister aus dem Landkreis und Landrat Christoph Göbel (CSU) im Bürgerhaus Putzbrunn. Dabei zeigten sie die herausragende Bedeutung der Organisation bei der Betreuung und Unterstützung Schwächerer auf.

Im Landkreis München verläuft die AWO-Geschichte wechselhaft. Offiziell bereits 1946 gegründet, werkelte der Verband die ersten Jahrzehnte doch eher im Verborgenen. Seit 2003 wird die Landkreis-AWO von Max Wagmann geleitet, somit gibt es Kontinuität, allerdings in den 29 Kommunen nur zehn aktive Ortsverbände und lediglich gut 900 Mitglieder, „Das ist mir bei über 320 000 Einwohnern doch deutlich zu wenig“, sagt Wagmann. Allerdings bietet man in mehr als 70 sozialen Einrichtungen über 500 Menschen feste Arbeitsplätze.

Max Wagmann, seit 2003 Vorsitzender der AWO-Kreisverbände.

Die Schwerpunkte der AWO im Landkreis sind die Verhinderung von Obdachlosigkeit, die Betreuung und Beratung von Kindern, Eltern, Senioren, Flüchtlingen und Migranten. „100 Jahre AWO bedeutet auch 100 Jahre Freiheit, Gemeinnützigkeit, Toleranz und Solidarität mit den schwächeren Mitbürgern. So eine Tat wie in Halle darf sich in Deutschland nicht wiederholen - dafür steht auch die AWO mit ihren Zielen“, betonte Kreisvorsitzender Wagmann.

Landrat lobt AWO als „unverzichtbare Säule“

Landrat Göbel lobte die „unglaublich erfolgreiche Arbeit der AWO“ in einem beständig wachsenden Landkreis. „Was ihr hier leistet bei der Schulsozialarbeit, Obdachlosen- und Seniorenhilfe, den Klawotte-Sozialkaufhäusern oder jetzt auch dem bezahlbaren Wohnraum mit der AWOhnbau - das ist eine unverzichtbare Säule und Stütze für unsere Gesellschaft“, sagte Göbel. In seinen Augen komme dabei der ganze sozialdemokratische Markenkern so richtig zum Ausdruck, „dafür danke ich der SPD und der AWO wirklich von ganzem Herzen.“ Auch der Landesvorsitzende Beyer lobte die Vorreiter-Rolle des Kreisverbandes beim Wohnungsbau, „selbst in so einem reichen Landkreis wie München so viel Solidarität zu spüren, das ist schon eine ganz tolle Sache.“

„Ehrenamt benötigt auch finanzielle Hilfe“

Kabarettist Christian Springer rundete die Veranstaltung mit seinem Auftritt ab. „Als ich im Jahr 1983 mit Helmut Schleich im Schüler-Kabarett begann, da hatten wir regelmäßig eine München-Tournee . Den einzigen ‚Auslands-Auftritt’ bot uns die AWO in Moosach - daher stammt meine große Hochachtung und Nähe zu dieser Organisation“, sagte Springer. Ihm, der sich seit Jahren persönlich extrem im Verein „Orient-Helfer“ um die Schwachen im Libanon und Syrien engagiert, stehen die AWO-Ziele Solidarität und Toleranz ganz nahe. „Es gibt nicht „die Juden“ und „uns“ - es gibt nur eine Gesellschaft, in der wir allen gegenseitig helfen müssen. Dabei richtete er seinen Appell an die Bürgermeister, „Ehrenamt benötigt auch finanzielle Hilfe, gerade im Landkreis München kann man Organisationen wie die AWO noch viel mehr unterstützen.“

Die AWO von den Anfängen bis heute 

Marie Juchacz, Arbeiterkind, Schneiderin, überzeugte Sozialdemokratin und erste Frau in einem demokratisch gewählten Parlament, gründete am 13. Dezember 1919, kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs die AWO. Ihr Ziel war eine gerechtere Gesellschaft. Sie initiierte für die, nach dem ersten Weltkrieg, verelendete Masse Nähstuben, Mittagstische, Werkstätten und Beratungsstellen. Viele sozialdemokratische Frauen und Männer wurden zu der Zeit in sozialen Berufen ausgebildet. Deshalb gab es von Anfang an eine logische Nähe der Arbeiterwohlfahrt zur SPD. 

Im Jahr 1931, zwölf Jahre nach der Gründung von Juchacz, waren schon 135 000 ehrenamtliche Helfer deutschlandweit für die AWO tätig. Hautaufgabenfelder waren die Hilfe und Betreuung von Kindern und Jugend, Senioren, Erwerbslosen und Behinderten in Notstandsküchen, Werkstätten und Einrichtungen. Weil Juchacz die AWO nicht mit der nationalsozialistischen Winterhilfe verschmelzen wollte, verboten die Nazis die Organisation 1933, im Jahr der Machtergreifung. Die Gründerin floh zuerst nach Frankreich, später in die USA und kehrte erst im Jahr 1949 nach Deutschland zurück. Da hatte ihre engste Vertraute Lotte Lemke im Mai 1946 längst wieder die Geschäftsführung der neuen Arbeiterwohlfahrt in Hannover übernommen. Seitdem wuchs die AWO in allen sozialen Bereichen.

Heute hat sie über 330 000 Mitglieder, zudem fast 277 000 ehrenamtliche und hauptamtlichen Mitarbeiter, die sich in 13 000 Einrichtungen um die „Schwachen“ kümmern. Die bayerische AWO wurde am 20. April 1947 in Nürnberg gegründet. Im Bayern sind es mittlerweile 62 000 Mitglieder und 47 000 Mitarbeiter in 1800 sozialen Einrichtungen. Der Landesvorsitzender ist seit 2004 Thomas Beyer.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zurück zu alter Stärke: Das sind die Kandidaten der CSU Feldkrichen
Die CSU Feldkirchen will bei der Kommunalwahl 2020 das Rathaus zurückerobern und viele Sitze im Gemeinderat ergattern. Mit diesen Kandidaten soll es klappen.
Zurück zu alter Stärke: Das sind die Kandidaten der CSU Feldkrichen
Bürgermeister will ein Windrad im Hofoldinger Forst - vor Rathaus protestieren wütende Gegner
Brunnthal beteiligt sich weiter an den Windkraft-Planungen für den Hofoldinger Forst. Der Bürgermeister plädiert für ein Windrad im Wald. Vor dem Rathaus gibt es wütende …
Bürgermeister will ein Windrad im Hofoldinger Forst - vor Rathaus protestieren wütende Gegner
SPD Baierbrunn: Uwe Harfich tritt an
Einstimmig hat der SPD-Ortsverein Baierbrunn laut Mitteilung Uwe Harfich als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2020 nominiert.
SPD Baierbrunn: Uwe Harfich tritt an
Nur 300 Gramm Plastikmüll im Jahr: Diese Frau produziert ihr eigene Kosmetik und Co.
Pro Jahr produziert der Durchschnittsdeutsche rund 220 Kilogramm Plastikmüll. Aline Pronnet erzeugt im gleichen Zeitraum etwa 300 Gramm. Wie sie das schafft, erfahren …
Nur 300 Gramm Plastikmüll im Jahr: Diese Frau produziert ihr eigene Kosmetik und Co.

Kommentare