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Gelungene Besetzung: (v.l.) Wirt Hans Steiger (Alois Böhm), Emmi Steiger (Monika Hois), Helene Salvenmoser (Beate Weber), Sternekoch Rudi Reiter (Klaus Bauer) und Pfarrer Rutzmoser (Helmut Birkner).

Theatergruppe brilliert 

Theater in Putzbrunn: Beichte ditigal -  Der Weg zur Appsolution

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Den Weg zur schnellen „Appsolution“ weist das Theaterstück „Die fromme Helene“ der Theatergruppe Putzbrunn. Noch gibt es Karten für weitere Vorstellungen.

Putzbrunn – Priestermangel, wenig Kirchgänger sowie die Zusammenlegung von kleinen Pfarrgemeinden sind die Themen, die das Stück „Die fromme Helene“ von Cornelia Willinger aufgreift. Gepaart mit viel Wortwitz und Situationskomik sorgen die Darsteller der Putzbrunner Theatergruppe des PSV für einen kurzweiligen und sehr unterhaltsamen Abend.

Die brutalen Schenkelklopfer seien nicht ihr Ding, „insofern ist dieses Stück für uns gerade richtig“, betont Theaterchef Willi Bajer. Der Text sei mit Sinn und Verstand, „nicht zu übertrieben.“ Dennoch sind die Szenen gespickt mit Pointen, eine köstliche Komödie, die Charaktere bestens besetzt.

Die Dorfkirche soll verkauft, entweiht und in einen Gourmettempel mit biblischen Rezepten umgewandelt werden. Sogar der aus dem Fernsehen bekannte Starkoch Rudi Reiter (Klaus Bauer) hat schon angefragt. Doch der neue Pfarrer Rutzmoser (Helmut Birkner) und die Obrigkeit haben nicht mit dem Widerstandsgeist der erst kürzlich pensionierten Pfarrhaushälterin Helene Salvenmoser gerechnet (Beate Weber). Nach dem Tod des alten Pfarrers muss sie in Rente gehen und ihrer Nachfolgerin Peggy Rutzmoser, zudem Nichte des neuen Pfarrers, (Kathi Dentinger), Platz machen. Diese Tatsache kann „Leni“, schwer akzeptieren. Sie möchte Anerkennung und plant derweil ihre eigene Beerdigung mit dem Wunsch, es noch einmal krachen zu lassen: mit Fest- und Dankesessen unter Anwesenheit des gesamten Gemeinderates, mit Blasmusik sowie einem „kleinen Geschenk mit großer Überraschung“.

Dem Wirt und Bürgermeister Hans Steiger (Alois Böhm) gefällt der Wechsel ebenso wenig, allerdings nicht aus christlichen Gründen. Er fürchtet angesichts des drohenden Gorumettempels vielmehr um seine Existenz. Den neuen Gemeindepfarrer provoziert er, wo es nur geht. Er läßt an dem joggenden, „rachitischen Vegetarier“ kein gutes Haar. Der Computer macht in Steigers Augen einen geistlichen Würdenträger sowieso überflüssig, da die Beichte mittlerweile auch per App, quasi als „Appsolution“ anbiete. Der Disput am Biertisch ist Böhm und Birkner auf den Leib geschrieben, der Szenenapplaus wohl verdient.

Bei all den Auseinandersetzungen merkt der Wirt nicht, wie sich seine Frau Emmi (Monika Hois), mit der er eigentlich in trauter Einheit 20 Jahre Eheglück und die Porzellanhochzeit feiern sollte, immer weiter von ihm entfernt. Sehr zum Leidwesen des Sohnes Wolfgang (Benedikt Daberger), der versucht, zwischen den Eltern zu vermitteln. Selber hat er sich gerade in die neue junge Pfarrhaushälterin Peggy verliebt. Lenis Plan, das Dorf zum frömmsten der Umgebung zu machen, bringt den Gemeindepfarrer an den Rand eines Burnouts, ob sich damit aber auch die Dorfkirche retten lässt? Drei Vorstellungen gibt es noch, um diese Frage zu beantworten.

Weitere Vorstellungen

Karten für die Vorstellungen am Freitag, 26. Oktober, und Samstag, 27. Oktober, jeweils 20 Uhr, sowie Sonntag, 28. Oktober, um 17 Uhr im Bürgerhaus Putzbrunn gibt es bei Gabi und Rudi Sareiter unter Tel. 0152/04 14 94 81 oder an der Abendkasse.

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