Ein Blitzer steht am Straßenrand
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Geschwindigkeitsmessungen in Putzbrunn haben nur teilweise Wirkung gezeigt.

Drei Brennpunkt-Straßen

Blitzer schrecken Raser in Putzbrunn nicht überall ab

  • Bert Brosch
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Seit einem Jahr lässt die Gemeinde Putzbrunn Geschwindigkeitskontrollen im gesamten Ortsgebiet durchführen. Fast 19 000 Fahrzeuge wurden seither gemessen, gut 2000 waren zu schnell. An vielen Stellen zeigten die Kontrollen Wirkung, aber noch nicht überall. Künftig wird auch der ruhende Verkehr kontrolliert.

Putzbrunn – Raimund Steckermeier vom Nürnberger Unternehmen NWS, das für die Kommune die Kontrollen durchführt, stellte dem Gemeinderat einige Zahlen aus dem ersten Jahr der Messungen vor. Demnach wurden im Zeitraum zwischen Oktober 2019 und Ende August 2020 65 Geschwindigkeitsmessungen an 19 verschiedenen Messeorten im Gemeindegebiet durchgeführt. Gemessen wurden in 165 Stunden 18 759 Fahrzeuge, 2042 davon waren zu schnell, ein Anteil von 12,6 Prozent. „Rein statistisch waren also 14,3 Fahrzeuge pro Stunde zu schnell. Die „Spitzenreiter“ bewegten sich in der Tempo 30-Zone in der Münchner Straße mit 71 sowie 72 Stundenkilometer“, berichtete Steckermeier.

Auf diesen drei Straßen wird nach wie vor gerast

Insgesamt wurden 70 Bußgelder verhängt und 1972 Verwarnungen ausgesprochen. An vielen Messpunkten könne man bereits nach einem Jahr deutlich feststellen, dass die Überwachungen zu einer Reduzierung der Verstöße und Geschwindigkeit geführt haben. Dies treffe aber nicht auf alle Messpunkte zu und es gebe nach wie vor markante Brennpunkte, wie etwa die Münchner Straße auf Höhe des „Affenfelsen“, die Hohenbrunner Straße auf Höhe der Grundschule oder die Theodor-Heuss-Straße in der Waldkolonie auf Höhe des Seniorenheims. „Dort haben unsere Messungen noch zu keinem positiven Effekt geführt. Hier müssen wir intensiv kontrollieren, um nachhaltige Verbesserungen zum Schutze der schwächeren Verkehrsteilnehmer zu erreichen“, forderte Steckermeier. Dies sahen auch die Gemeinderäte so und verlängerten mit 18:1 Stimmen die kommunale Verkehrsüberwachung unbefristet. Jedes Jahr wird das Unternehmen einen Bericht über die Ergebnisse vorlegen.

Auch der Parkverkehr soll jetzt überwacht werden

Deutlich knapper, mit 10:9 Stimmen, entschieden sich die Gemeinderäte auf Antrag der CSU dafür, künftig auch den ruhenden Verkehr kontrollieren zu lassen. Das Ziel dabei ist es, Verkehrsbehinderungen zu vermeiden, Fußgänger, Kinder und Rollstuhlfahrer zu schützen. Die gewünschte Frequentierung der Geschäfte in der Innenstadt soll ermöglicht werden, Dauerparker, unberechtigt abgestellte Wohnmobile oder Anhänger sollen ermittelt und verwarnt werden um dadurch insgesamt die Parkmoral anzuheben. „Wir konnten bei unseren ersten Begehungen noch keine neuralgischen Punkte der Parkverstöße feststellen, aber Ergebnisse aus vergleichbaren Orten sind vor allem das Parken ohne oder ohne richtig eingestellte Parkscheibe, Parken oder Halten im Halteverbot oder verbotswidrig am linken Fahrbahnrand“, sagte Steckermeier.

Knappe Mehrheit für Kontrollen

Mehrere Gemeinderäte sahen keinen Sinn in den Kontrollen des parkenden Verkehrs, insgesamt gebe es in Putzbrunn immer mehr Überwachung, das sei unangenehm. Die Befürworter führten das Parken von Autos vor der Feuerwehr oder die zahlreich abgestellten Anhänger und Wohnmobile vor dem Bürgerhaus an. Letztlich setzte sich eine knappe Mehrheit für die Kontrollen durch. Sollten die Einnahmen die Ausgaben für die Überwachung übersteigen, werden auch diese, wie beim fließenden Verkehr, der Schule und den Kindergärten zur Verkehrserziehung zur Verfügung gestellt.

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