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Extrem belastet: Die B 471, die durch den Landkreis-Osten führt.

Nach Verlegung der Bundesstraße Richtung A99

Fahrrad und Bus auf der B471: Ost-Gemeinden kriegen Rückenwind

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Der Landkreis-Osten jubelt: Die Gemeinden erhalten Rückendeckung für ein wichtiges Verkehrsprojekt, das sie immens entlasten würde.

Östlicher Landkreis – Alle wollen die Autobahnparallele, die Verlegung der B 471 hin zur A 99 im Osten des Landkreises. Nun hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) die aktuelle Trasse der B 471 als ideale Ergänzung für sein Radwegekonzept entdeckt.

Von Aschheim bis Putzbrunn würden lärm- und schadstoffgeplagte Bürger durch die Autobahnparallele entlastet. Ende 2017 ist der Kreistag übereingekommen, die B 471 als Autobahn-Parallele ein paar hundert Meter ostwärts an die A 99 zu verlegen. In einer Machbarkeitsstudie lässt das Landratsamt gegenwärtig Pro und Contra abwägen.

„Wir leiden unter B471.“

Seit acht Wochen machen die Bürgermeister der Ostgemeinden Druck. In ihren Augen kann es nur ein Ergebnis geben. „Wir leiden sehr unter der B 471“, sagte Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). Mit den Kollegen aus Haar, Feldkirchen, Grasbrunn und Vaterstetten (Kreis Ebersberg) machte er Mitte Juli im Landratsamt Druck bezüglich der Verlegung. In der Autobahn-Parallele, sieht Putzbrunns Bürgermeister die letzte Gelegenheit, etwas zu bewirken. Denn die Orte wachsen – und rücken immer näher an die A 99: „Irgendwann ist Schluss.“ Die Gemeinden würden sonst zu einem riesigen Siedlungs- und Verkehrsgebiet verschmelzen.

Idee des Planungsverband spielt Gemeinden in die Karten

Dem Landratsamt empfahl die „Ost-Runde“ ein Konzept, das überörtlichen Verkehr berücksichtigt und öffentlichem Nahverkehr sowie Radfahrern zugleich Raum bietet. Während die „B471-neu“ als Bundesstraße den überörtlichen Verkehr aus den Gemeinden heraushält, soll die bisherige Trasse, die „B471-alt“, Radfahrern und Bussen offen stehen. Zudem könnte dort eine Stadt-Umland-Bahn fahren. Bis diese auf die Schiene kommt, soll die „B471-alt“ von Express-Bussen befahren und als Radschnellweg ausgebaut werden. 

Dass der Planungsverband die „B471-alt“ als Schnellverbindung in sein Radwegekonzept für die Region integrieren will, stärkt die Position der Ost-Bürgermeister. Denn den PV sieht der Landkreis in Verkehrs- und Infrastrukturfragen stets als kompetenten Partner. Vom PV stammt auch die Idee für das „Hufeisen“. In dieser Formsollen Radwege sternförmig ab München ins Umland quer durch den Landkreis miteinander verbunden werden. Auch die 14 Radschnellwege stammen aus der Feder des PV.

Express-Busse als ersten Schritt

Von Aschheim über Feldkirchen und Haar bis Putzbrunn könnte die „B471-alt“ als Teil des „Hufeisens“ von Radfahrern genutzt werden, während in der Mitte der Trasse Express-Busse von Ort zu Ort fahren. Die alte B471 soll um jeden Preis herabgestuft werden. „Wir brauchen keine zwei Bundesstraßen neben der Autobahn“, meint Klostermeier. „Das bedeutet nur zusätzlichen Verkehr.“

Im Juli hatten die Ost-Bürgermeister angeregt, die „B471-alt“ zur Kreisstraße zu machen. Dann müsste der Landkreis die Kosten tragen. Landrat Christoph Göbel (CSU) wiederum schien jedoch schon Ende 2017 zuversichtlich, auf diesen Kosten nicht sitzen zu bleiben: „Der Staat hat ein Interesse an einem funktionierenden Straßennetz.“ 

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