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Plätze für Krippenkinder fehlen in Putzbrunn.

Fehlende Krippenplätze 

Putzbrunn sucht Lösung beim Nachbarn

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In Putzbrunn fehlen Krippenplätze. Um den Rechtsanspruch der Eltern  abzudecken, will die Gemeinde Plätze in Waldperlach zukaufen. Denn Eltern drohen der Gemeinde mit Klage.

Putzbrunn – 28 Kinder stehen auf der Warteliste für einen Betreuungsplatz in Putzbrunn. Nachdem Recherchen in benachbarten Gemeinden ein ähnlich düsteres Bild ergeben hatten, lenkte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) sein Augenmerk auf die Landeshauptstadt – und wurde fündig. Zwei von vier Krippengruppen der Kindertagesstätte „Champini“ in Waldperlach sind nicht voll belegt. „Ich war ganz erstaunt“, sagte Klostermeier im Gemeinderat. „Gerade in München habe ich gedacht, wäre es besonders schwer, freie Plätze zu bekommen.“

Putzbrunn hätte eigentlich genügend Plätze, um den Bedarf für das im September beginnenden Betreuungsjahr zu decken. „Im Vergleich mit anderen Gemeinden, stehen wir gut da“, sagt Klostermeier. Das nützt aber nichts, wenn das Personal fehlt, um die Mädchen und Buben zu betreuen. Im „Haus der Kleinen Strolche“, der von der Arbeiterwohlfahrt geführten Krippe in der Hermann-Oberth-Straße 18, fällt aufgrund des Personalmangels eine ganze Gruppe weg. 20 der 28 Kinder auf der Warteliste würden bei den „Kleinen Strolchen“ unterkommen, könnte man die Personalnot bis September beheben.

Daran glaubt Michael Hohberg, Geschäftsleiter im Rathaus, aber nicht. „Ausgeschlossen“, sagt er auf Nachfrage. Das Angebot aus Waldperlach kommt daher gerade recht. Sechs bis zehn Kinder muss Klostermeier bis September unterbringen. Bei den übrigen Kindern ist der Druck nicht ganz so groß. Deren Eltern prüfen auch andere Optionen. „Wir sind mit allen im Gespräch“, sagt der Bürgermeister.

Noch aber hat er die Plätze in Waldperlach nicht sicher. Die Gemeinde müsste sogenannte Investitionskostenzuschüsse ablösen, die „Champini“ seinerzeit in Anspruch nahm. Denn die Waldperlacher Tagesstätte müsste diese Zuschüsse zurückzahlen, würden Kinder aus Putzbrunn Plätze belegen. Pro Kind wären 16 000 bis 20 000 Euro fällig, verdeutlichte Klostermeier. „Wenig im Verhältnis zu anderen Einrichtungen.“

Angesichts der Not in Putzbrunn ermächtigte der Gemeinderat den Bürgermeister, mit „Champini“ und der Stadt München in Verhandlungen zu treten. Die Gemeinde will sich bemühen, sich die Plätze gleich für zehn Jahre zu reservieren. Lediglich Gemeinderat Willibald Hackl (FDP) stimmte dem Arrangement nicht zu. Warum, sagte er nicht.

Die „Champini Sport- und Bewegungskita“ in Waldperlach unterhält vier Krippen- und zwei Kindergartengruppen. Die Einrichtung in der Ulrich-von-Hutten-Straße 1-3 versteht sich als „ganzheitliche Kindertagesstätte mit Schwerpunkt Sport und Bewegung“. Eltern müssen jedoch mit höheren Gebühren rechnen. Für eine 35-Stunden-Woche fallen rund 200 Euro mehr an als in anderen Einrichtungen. Für das Mittagessen werden etwa 70 Euro fällig. Klostermeier geht dennoch von einer guten Lösung aus: „Ich sehe das sehr, sehr positiv.“ Für Münchner Verhältnisse seien die Gebühren erträglich. „Und der Fahrweg ist nicht allzu weit.“

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