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Der verkehr rollt vorerst weiter mitten durch Putzbrunn.

Putzbrunner Rat genehmigt Gemeindera Jakob Maschinenhalle auf geplanter Trasse

Stadl stoppt Ortsumfahrung

Rinder statt Straße: Die geplante Trasse für die Putzbrunner Ortsumfahrung ist gestorben. Wo sie lang führen sollte, baut Gemeinderat Josef Jakob nun eine Halle. 

Putzbrunn – Nichts wird es mit der geplanten – und baurechtlich schon beschlossenen – Trasse für die lang 00ersehnte Ortsumfahrung von Putzbrunn. Denn dort, wo diese langführen sollte, wird bald eine Maschinenhalle mit Getreidelager und Rindermast stehen. Nach mehrfacher Diskussion und Ablehnung hat der Gemeinderat dem Bauantrag von Ratskollegen Josef Jakob junior (Freie Wähler) nun doch zugestimmt. Sein Grundstück liegt genau in dem Gebiet für das vorgesehene dritte Teilstück der Umgehung. Dieses sollte den Kreisverkehr an der Grasbrunner Straße mit der B 471 im Kreuzungsbereich Hohenbrunner Straße/Autobahnanschlussstelle Hohenbrunn verbinden.

Diese Trasse (in der Grafik rot markiert) ist seit einem Jahr baurechtlich beschlossen. Daher ist es „eine vertrackte Situation, denn die Verwaltung ist angehalten, gefasste Beschlüsse auch zu vollziehen“, mahnte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) noch recht diplomatisch an. Doch als Jakobs Bauvorhaben, der selbst nicht stimmberechtigt war, mit 12:7 verabschiedet worden war, wurde er deutlicher: „Die Straße ist damit gestorben. Ich gehe davon aus, dass das in diesem Gremium jeder weiß.“ Der Bürgermeister hatte für den Erlass einer Veränderungssperre plädiert, um die geplante Trassen weiter verfolgen und überarbeiten zu können. Zum Beispiel fehlt noch die Zustimmung aus Grasbrunn.

Für das Projekt Maschinenhalle bedeutet das Grüne Licht eine Kehrtwende. Denn der Bauantrag von Jakob beschäftigt den Rat schon seit gut einem Jahr. Bereits zweimal war er abgelehnt worden. Nachdem der Landwirt einen neuen Antrag mit geänderten, kleineren Maßen für die Halle eingereicht und fehlenden Nachweise erbracht hatte, hat das Landratsamt den Bauantrag als genehmigungsfähig eingestuft. Das Projekt hatte den Rat in Befürworter und Gegner gespalten.

„Es hat sich nichts geändert“, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Bräuer. „Die Trasse ist beschlossen und im Flächennutzungsplan vorgesehen.“ Auch Volker Rentschler (Grüne) sah öffentliche Belange „klar tangiert, der Bewerber kann sein Stadl ja woanders hinbauen.“ Die beiden Ratsmitglieder hatten sich von Anfang an mit Blick auf die Umfahrung gegen den Bau ausgesprochen – und waren heftig mit Jakob aneinandergeraten.

Die Befürworter stellten die Stellungnahme des Landkreises in den Vordergrund: „Ich bleibe beim Rechtlichen“, begründete Eduard Boger (CSU) seine Zustimmung, fügte aber hinzu: „Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen.“ Bogers CSU-Kollegen stimmten mit ihrem Fraktionsvorsitzenden. Wobei Robert Schmelzer nochmals an die Verkehrsbelastung im Ort erinnerte. Und: „Ich habe noch nie gehört, dass der Antragssteller verkaufen will“, sagte Schmelzer. Jakob müsste aber einmal bereit sein, seinen Grund herzugeben, damit die Trasse dort verlaufen könnte. Martina Hechl (Gemeinschaft pro Putzbrunn) fügte hinzu: „Da kann jemand mit dem Fuß aufstampfen. Wenn ein Besitzer nicht verkauft und ein privilegiertes Bauvorhaben plant, wird’s keine Trasse A geben.“ Hechl und die GPP-Fraktion stimmten für den Bauantrag, zudem Willibald Hackl.

Der FDP-Gemeinderat brachte das interkommunale Verkehrskonzept zur Sprache, zu dem sich Putzbrunn mit seinen Nachbarn Grasbrunn, Hohenbrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn zusammengeschlossen hat, um gemeinsam an einer Umfahrung zu basteln. „Es kann ja sein, dass sich die Arbeit dort auch auf die Trassenführung auswirkt.“ Am Ende der teils sehr emotionalen Diskussion blieb ein sichtlich angegriffener Bürgermeister zurück. Und ein ebenso emotionalisierter Josef Jakob, der froh war, „dass die Fakten gesiegt haben“. Er machte aus seiner grundsätzlichen Skepsis gegenüber der Ortsumgehung keinen Hehl: „Darüber wird seit 40 Jahren gestritten.“

Silke Nörenberg

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