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Rot: Gymnasium Blau: Realschule Gelb: FOS/BOs Wenn ein S im Kreis ist, wird hier simuliert. Putzbrunn fehlt in der Grafik noch. Ist Stand März 17. Ein komplett gefüllter Punkt ist eine bestehende Schule, ein leerer Kreis ist eine Schule in Planung. 

Landrat Christoph Göbel spricht sich für Putzbrunn als Standort für Gymnasium aus

Gymnasium soll in die Waldkolonie

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Das nächste Gymnasium im Landkreis München wird in Putzbrunn gebaut – für 900 Schüler. Landrat Christoph Göbel (CSU), Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD), der Zweckverband weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises München und der Putzbrunner Gemeinderat waren sich einig.

Putzbrunn –  Bislang besitzt die Gemeinde am geplanten Standort Waldkolonie kein Grundstück in der der Größe von den erforderlichen drei Hektar. Das ist der Pferdefuß. Dieses müsste sie dem Zweckverband „zur Verfügung stellen“. Klostermeier sagte: „Zehn Millionen Euro sind für uns die absolute Obergrenze.“

Der Zweckverband hatte im Januar den Beschluss gefasst, dass ein neues Gymnasium in Putzbrunn errichtet werden soll, Göbel als Vorsitzender erläuterte den Putzbrunner Gemeinderäten die Gründe: „Die Schülerzahlen im Landkreis steigen kontinuierlich.“ Hinzu komme die Wiedereinführung des G 9. Ab 2025 wird es eine komplette G9-Belegung geben. Nach einer Prognose, die für den Landkreis bis zum Jahr 2038 reicht, werden die Gymnasien in Neubiberg und Ottobrunn mit bis zu 1600 Schülern überbelegt sein. Für das jüngste in Höhenkirchen-Siegertsbrunn komme die Prognose auf bis zu 1300 Schüler. Dafür sei, so Göbel, diese Schule nicht ausgelegt: „Wir sind im Zweckverband zu dem Ergebnis gekommen, dass wir keine Gymnasien mit mehr als 1500 Schüler wollen. Daher werden wir die bestehenden nicht ausbauen, sondern ein Neues bauen.“

Von den drei möglichen Standorten Unterbiberg, Hohenbrunn und Putzbrunn seien die ersten beiden ausgeschieden, weil man kein Grundstück gefunden habe. In Unterbiberg gebe der Freistaat das Gelände nicht frei, weil er hier Wohnungen bauen will. In Hohenbrunn gibt es nichts. „Also ist für uns die Waldkolonie ideal: nah an Ottobrunn und Neubiberg, um von dort jeweils 300 bis 500 Gymnasiasten herüberzuziehen, zudem verkehrsgünstig gut erreichbar.“ Jede Gemeinde, die eine weiterführende Schule baue, profitiere davon letztlich durch eine bessere Infrastruktur, wie Busverbindungen, Straßen und Radwege, aber auch durch die Nutzung der großen Schulturnhalle. „Ich bin dankbar, dass eine kleine Gemeinde wie Putzbrunn hier zur Verfügung steht. Das Grundstück bringt die Gemeinde ein, die Schule wird dann vom Zweckverband und dem Landkreis gebaut und bezahlt. Damit wir auch noch erhebliche Fördergelder vom Freistaat bekommen, muss die Schule im September 2025 fertig sein – wir müssen uns also sputen“, forderte Göbel, denn dieser Zeitplan sei „sehr sportlich“: Die Planungs- und Ausschreibungsphase dauere ebenso wie die reine Bauphase jeweils mindestens zwei Jahre.

Bürgermeister Klostermeier sagte, er sei überrascht gewesen, dass der Zweckverband sich so klar für Putzbrunn ausgesprochen habe. „Im Dezember haben wir zwar darüber gesprochen, seither führe ich Verhandlungen über ein Grundstück, doch bisher kann ich keinen Vollzug melden.“ Notwendig seien mindestens 30 000 Quadratmeter, besser mehr, damit langfristig der Platz für andere Schulen oder Einrichtungen da wäre.

Horst Weidner (GPP) wollte von Göbel wissen, was passiert, wenn Putzbrunn wegen zu hoher Kosten kein Grundstück finde oder die Schule nicht pünktlich fertig werde. „Einen Plan B gibt es nicht, wenn es hier kein Grundstück gibt, müssen wir gegen unsere Überzeugung die bestehenden ausbauen“, betonte Göbel.

Martina Heckl (GPP) interessierte, ob der Zweckverband oder Freistaat entscheide, wie das Gymnasium aussehen soll und wie teuer es damit werde. „Über die Optik und Ausgestaltung entscheidet die Gemeinde, die ja schließlich das Grundstück stellt. Natürlich gibt es Vorgaben, wie teuer oder opulent das sein darf – goldene Wasserhähne müssten wir also selber zahlen“, so der Landrat. Nachdem sich Eduard Boger (CSU) und Volker Rentschler (Grüne) eindeutig für ein Gymnasium Putzbrunn aufgrund der vielen zu erwartenden Vorteile ausgesprochen hatten, stimmte der gesamte Gemeinderat zu.

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