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Das Wir-Gefühl stärken – das ist für Walter Hois (51) wichtiges Ziel seiner politischen Arbeit. 

Mehr Mitsprache soll Vertrauen schaffen

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Bürgerbeteiligung und „Wir-Gefühl“: Diese beiden Schlagworte bestimmen den Wahlkampf von Walter Hois in Putzbrunn. Er gehört der „Gemeinschaft pro Putzbrunn“ an. Und will Bürgermeister Edwin Klostermeier bei der Wahl 2018 aus dem Amt kicken.

Putzbrunn – Walter Hois, Gemeinderat der „Gemeinschaft pro Putzbrunn“ (GPP), war der erste Kandidat für die Putzbrunner Bürgermeisterwahl am 4. März 2018, bereits im Februar diesen Jahres hatte ihn seine Wählergemeinschaft offiziell nominiert. Nachdem nun klar ist, dass er gegen Amtsinhaber Edwin Klostermeier (SPD) und Eduard Boger (CSU) antreten wird, hat der 51-Jährige sein Wahlprogramm vorgestellt.

Das sieht vor, die Putzbrunner viel miteinzubeziehen, bei allen Themen hat Hois Bürgerbeteiligung eingeplant. Über allen Inhalten steht aber ein „neues Wir-Gefühl“, das der Herausforderer schaffen will. Elementar für dieses Wir-Gefühl hält Hois einen „konstruktiv kritischen Dialog zwischen den Verantwortlichen und den Bürgern“, denn dann werde auch das „verloren gegangene Vertrauen der Bürger“ zurückgewonnen.

Dieses Vertrauen, ganz konkret in den amtierenden Bürgermeister, ist auch Hois abhandengekommen. Ganz akut, als Klostermeier, den die GPP bei der Bürgermeisterwahl 2012 unterstützt hatte, mit der Mehrheit des Gemeinderats im Jahr 2013 ein Bürgerbegehren zum Bau eines Asylantenheims aus formellen Gründen stoppte. Dabei ist für Hois nicht das Asylthema das entscheidende, „sondern, dass dem Bürger das letzte demokratische Mittel genommen wurde, das ihm bleibt. Wenn man dem wegen einer Formalität nicht stattgibt, dann läuft was falsch.“

Der logische Schluss war für den gebürtigen Putzbrunner, der nach einem kurzen Intermezzo in Bad Aibling auf dem Grundstück seiner Eltern in der Waldkolonie gebaut hat, selbst aktiv zu werden. So kandidierte er, der sich seit 2003 in der „Gemeinschaft pro Putzbrunn“ engagiert, 2014 erstmals für den Gemeinderat. Davor kam das für ihn aus beruflichen Gründen nicht in Frage, da er als kaufmännischer Angestellter bei „Gore“ viel im Ausland unterwegs war.

Der Einzug in den Gemeinderat gelang auf Anhieb, vor allem im vergangenen halben Jahr hat sich Hois als Wortführer der GPP im Gemeinderat positioniert. Gemeinsam mit Josef Jakob junior von der Freien Wählergemeinschaft sitzt Hois im Steuerungskreis des Interkommunalen Verkehrskonzeptes, in dem die Gemeinden Putzbrunn, Grasbrunn, Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Hohenbrunn das Thema Verkehr gemeinsam in den Griff bekommen wollen.

Kaum überraschend also, dass der Verkehr einer der Schwerpunkte seines Wahlprogrammes ist, wobei auch „Tabuthemen“ wie der Südring ein Thema für ihn sind: „Das muss angesprochen werden dürfen.“ Daneben stehen – ausdrücklich ohne Prioritäten – im Wahlprogramm die Themen, die eigentlich jede Landkreisgemeinde bewegen: Leben und Wohnen sowie die Finanzen.

„Wir müssen umdenken, anders haushalten“, warnt Walter Hois mit Blick auf sinkende Gewerbesteuereinnahmen und ergänzt: „Wir müssen neue Impulse setzen, um kontinuierlich zusätzliche Einnahmen zu generieren.“ Dazu schwebt ihm auch eine „Kreativwerkstatt mit Bürgern zum Thema „Mein, Dein, Unser Geld?“ vor: „Ich will das ausprobieren, den Versuch starten: Wie könnte Putzbrunn an Geld kommen?“ Dass der Wille zur Bürgerbeteiligung da ist, daran hat Hois keinen Zweifel. Doch ihm ist „auch klar, dass viel Überzeugungsarbeit zu leisten“ sein wird.“

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