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Das Röster-Team: (hinten v.l.) Benjamin Plinta, Stefan Mancassola, Julian Busch, Michael Riebler, (vorne v.l.) Döndü Kurt, Uschi Bertl und Petra Buck.

Lebenshilfe-Werkstatt  

Neue Kaffeerösterei in Putzbrunn

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MAN geht, Kaffee kommt: Die Lebenshilfe-Werkstatt startet in Putzbrunn ein neues Projekt - eine Kaffeerösterei. Auch, weil ein Großauftrag wegfällt.

Putzbrunn – Sie wollen weg vom „Basargedanken“. Weg von der rein sozialen Schiene. Die Leute sollen den Kaffee der Lebenshilfe-Werkstatt in Putzbrunn nicht nur kaufen, weil ihn Menschen mit Behinderung hergestellt haben. Er soll nicht nur getrunken werden, um etwas Gutes zu tun, sondern „weil er schmeckt“, sagt der Geschäftsführer der Lebenshilfe-Werkstatt München (LHW), Andreas Jehn. „Wir wollen ein Qualitätsprodukt anbieten.“

Eine eigene Kaffeerösterei ist das neueste Projekt der LHW-Zweig-Werkstatt in Putzbrunn an der Theodor-Heuss-Straße. „Der Umbau der Räume läuft schon“, sagt Jehn. Das Ziel: „ein eigenes Produkt mit eigener Marke“. Der Geschäftsführer schätzt, dass „wir rund zwei Monate brauchen, bis der erste trinkbare Kaffee entsteht“. Zunächst für den internen Bedarf der Mitarbeiter, in Kantinen und im LHW-Café Plinganser in München. Rund 700 Kilo Kaffee pro Jahr werden dafür derzeit gebraucht.

Doch der Kurs steht auf Expansion. Die nötigen Genehmigungen werden derzeit eingeholt, zudem gibt es bereits Gespräche mit möglichen Kaffee-Kunden und -abnehmern. 60 000 Euro sind als Anschub-Finanzierung nötig, Spenden sind immer willkommen.

„Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Aufträgen und Projekten“, sagt Jehn. Zumal Mitte dieses Jahres ein großer Auftraggeber für die Lebenshilfe-Werkstatt wegfällt. Rund 60 Mitarbeiter haben für den Lkw- und Nutzfahrzeug-Hersteller MAN Ersatzteile verpackt. Das Unternehmen verlege nun diese Sparte komplett nach Salzgitter, sagt Jehn.

Die Kaffeerösterei ist ein Baustein, um die wegfallenden Aufträge zu ersetzen. Mit acht Mitarbeitern startet die Rösterei. Neben Kaffeeröster Stefan Mancassola werden Menschen mit Behinderung aus Neubiberg, Unterhaching, Grünwald, Haar und dem Stadtgebiet München an der Produktion beteiligt sein.

Unterstützung erhält die Lebenshilfe-Werkstatt, die 600 Arbeitnehmer mit Behinderung beschäftigt, von einer Rösterei aus München, die Mancassola anlernt und dem Projekt „Starthilfe gibt“, sagt Jehn. Denn „das Kaffeerösten ist eine Wissenschaft“, weiß der Geschäftsführer. Und die will gelernt sein.

Zumal „sich Kaffee in der Gesellschaft zu einem Gut mit hohem Wert entwickelt hat“, stellt er fest. Das macht eine Kaffeerösterei als Lebenshilfe-Werkstatt-Projekt so perfekt. Das Produkt Kaffee genieße eine hohe Wertschätzung und habe eine eigene Philosophie. Seine Herstellung beinhalte aber „viele relativ einfache Ausgaben“, die die Menschen mit Behinderung ausführen können, erläutert Andreas Jehn. Und: Die Mitarbeiter könnten sich mit dem Produkt identifizieren. Vor allem, wenn der Kaffee schmeckt und deshalb gern getrunken wird.

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