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Platz, Feli! Hier macht er das brav.

Verwaltungsgericht

Prozess um Maulkorbzwang: War Jogger selbst schuld?

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Putzbrunn - Hat Hütehund "Feli" einen Jogger gebissen, oder ist der nur aus Angst über seine eigenen Beine gestolpert? Über diesen Vorfall und die Folgen daraus hat das Verwaltungsgericht verhandelt. 

Auf einem Feldweg in der Nähe von Putzbrunn gerieten im Dezember 2015 ein Jogger (41) und ein Hund aneinander. Der Jogger sagt, der Kurzhaar-Border-Collie habe ihn verfolgt, in den Unterschenkel gebissen und ihn zu Fall gebracht. Daraufhin erließ die Gemeinde Putzbrunn einen Bescheid, in dem sie anordnete, dass Border-Collie-Mischling „Feli“ in Zukunft an der Leine ausgeführt werden muss. Freiauslauf außerhalb bewohnter Gebiete darf nur noch mit Maulkorb erfolgen. 

Nur noch mit Leine oder Maulkorb

Doch gegen die Anordnung klagt der Hundehalter (71) nun vor dem Verwaltungsgericht. Er sagt, der Jogger sei über seine eigenen Beine gestolpert. Die Schilderungen über den Vorfall an jenem Wintermorgen gehen ziemlich weit auseinander, wie der Vorsitzende Richter vortrug. Laut dem Jogger, von Beruf Controller, spielte sich das Ganze folgendermaßen ab: Vom Feld aus sei ein schwarzer Hund laut bellend auf ihn zugelaufen –er habe wie ein Kampfhund gewirkt. Der Sportler habe dem Hundehalter und dessen Frau zugerufen, das Tier zurückzuhalten. Das sei diesen aber nicht gelungen, da der Hund nicht gehört habe. Deshalb habe ihn der Mischling angesprungen. 

Aus Angst versteckt

Trotz Aufforderung zum Stehenbleiben sei er weitergelaufen und habe sich in seiner Angst hinter der Frau versteckt. Der Hund habe ihn verfolgt, ins Bein gebissen und zu Sturz gebracht. Der 41-Jährige legte ein Attest und Foto mit zwei roten Punkten auf seinem Bein vor. 

Der Hundehalter schildert den Vorfall anders: Border-Collie-Mischling Feli sei in freudiger Erwartung eines Hundefreundes auf den Jogger zugelaufen. Dieser habe aber gleich panisch geschrien: „Nehmen Sie den Hund weg!“ Das Ehepaar habe ihm gesagt, dass er stehen bleiben solle. Doch stattdessen sei dieser weitergelaufen und dabei über seine eigenen Füße gefallen. Der Hund habe den Jogger nicht gebissen. Seit 40 Jahren halten er und seine Frau Hunde, sagt das Herrchen. „Wir sind unzähligen Joggern begegnet. Aber dieser hat sich völlig ungewöhnlich verhalten.“

"Lebhaft, aber lieb"

Den Charakter seines Tieres beschreibt der Hundehalter als „lebhaft, aber lieb“. Es handle sich um einen Hütehund. Der Vorsitzende machte allerdings klar, dass die Gemeinde einen Leinen- und Maulkorbzwang auch unabhängig von der Frage nach dem Biss verhängen könne. „Sie können sich nicht auf den Standpunkt stellen, dass sich der Betroffene dumm anstellt oder irgendwie ängstlich ist.“ Wenn ein anderer den Hund als aggressiv empfinde, müsse der Halter das unterbinden. „Sie müssen den Hund an die Leine nehmen.“ 

"Feli" muss zum Wesenstest

Falsches Verhalten von Dritten gebe es nun mal. Das entlaste den Halter „nicht im Mindesten“. Er eröffne eine „Gefahrenquelle“, indem er mit dem Tier unterwegs sei. Am Ende einigte man sich auf eine Begutachtung von Feli, auch „Wesenstest“ genannt. Ein gutes Ergebnis könne möglicherweise zur Aufhebung der Anordnung führen. Derweil ruht das Verfahren.

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