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Ein Bürgerpark als zweiter Treffpunkt für die Putzbrunner neben dem Bürgerhaus ist Edwin Klostermeiers Vision für die Zukunft. Aber auch bezahlbarer Wohnraum und Kinderbetreuung stehen auf seiner Agenda ganz weit oben. 

Bürgermeisterwahl in Putzbrunn

Am Wahltag soll sein erstes Enkelkind auf die Welt kommen

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Die Rente mit 67 kommt – wieso sollte er dann nicht bis 68 arbeiten? Getreu diesem Motto strebt Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) eine dritte Amtszeit an. Im Wahlkampf will er mit seiner Erfahrung punkten – und mit einer „Vision“.

Putzbrunn – Der 4. März 2018 – dieses Datum hat sich Edwin Klostermeier eingebrannt. Und ja, das sagt der SPD-Bürgermeister von Putzbrunn ganz offen: „Ich bin schon ein bisschen nervös.“ Ursächlich hierfür ist aber nicht etwa die Bürgermeisterwahl an diesem Tag, bei der Klostermeier sein Amt verteidigen und sich für weitere sechs Jahre ins Rathaus wählen lassen will. Sondern just an dem Datum hat seine Schwiegertochter auch ihren prognostizierten Entbindungstermin. Bedeutet: Edwin Klostermeier wird Opa. „Das ist für mich das erste Mal und deshalb ist es etwas Besonderes“, erklärt der Großvater in spe seine Aufregung.

Ein Erfolg bei der Bürgermeisterwahl wäre für Klostermeier dagegen ein Déjà-vu: Nachdem der heute 62-Jährige 2002 bei seiner ersten Kandidatur gegen den CSU-Kandidaten Josef Kellermeier noch den Kürzeren gezogen hatte, setzte er sich nach dessen Rücktritt bei den vorgezogenen Wahlen 2006 mit 57 Prozent der Stimmen durch – gegen den heutigen Bundestagsabgeordneten Florian Hahn (CSU). Sechs Jahre später deklassierte der SPD-Mann dann die Konkurrenz aus Eduard Boger (CSU) und Ex-Rathauschef Kellermeier und verteidigte den Bürgermeistersessel souverän.

Satte 70,3 Prozent der Stimmen holte Klostermeier 2012 – und doch will er die neuerliche Abstimmung am 4. März keinesfalls als Spaziergang über eine gmahde Wiesn verstanden wissen. Er habe zwar schon „ein gutes Gefühl“, sagt Klostermeier, der in Eduard Boger (CSU) und Walter Hois (GPP) diesmal zwei Gegenkandidaten hat. Aber entschieden sei natürlich noch nichts – und er selbst gefeit vor Überheblichkeit: „Ich bin demütig in solchen Dingen. Niemand kann wissen, wie’s ausgeht“, sagt der Bürgermeister – einerseits. Andererseits spricht er im Interview ohne zu zögern und ohne Konjunktiv von all den Dingen, die er in den kommenden Jahren in Putzbrunn noch anschieben will. So klingt niemand, den die Furcht umtreibt, seinen Schreibtisch im Rathaus alsbald räumen zu müssen.

Wobei der gebürtige Straubinger, der vor 40 Jahren nach Putzbrunn gezogen ist, in der laufenden Amtszeit durchaus auch Gegenwind verspürt hat – allen voran beim Zwist um die Asylbewerberunterkunft in der Waldkolonie 2012/13. Seinerzeit stemmte sich der Rathauschef gegen einen Bürgerentscheid, den der Gemeinderat letztlich auch ablehnte – sehr zum Ärger einiger Putzbrunner. Inzwischen sei dieses Thema aber abgehakt und werde keinen großen Einfluss auf die Wahl mehr haben, glaubt Klostermeier.

Entscheidend für die Bürger seien vielmehr ähnliche Themen wie schon bei der Abstimmung 2012: Vor allem der Ausbau der Kinderbetreuung und der Dauerbrenner bezahlbarer Wohnraum, so Klostermeier. „Mir ist bekannt, wie viele junge Putzbrunner wegziehen müssen, weil sie hier keine Wohnung finden.“ Zumindest etwas Abhilfe verspricht sich der Bürgermeister von rund siebzig gemeindlichen Wohnungen, die in den nächsten Jahren gebaut und die von Beschäftigten der Gemeinde sowie von Einheimischen bezogen werden sollen.

Und dann ist da natürlich noch Klostermeiers Lieblingsthema im Wahlkampf, seine „Vision“, wie er das nennt: ein Bürgerpark zwischen Putzbrunn-Ort und der Waldkolonie – mit Spazierwegen und Spielplatz, Boulebahn und Tischtennisplatten, einem Teich, einem Rodelhügel und und und. Das Ganze sei ein Projekt, „das viel Geduld erfordern wird“, sagt der Rathauschef. Aber zumindest der Startschuss soll nach seinem Wunsch in der kommenden Amtsperiode des Bürgermeisters erfolgen – durchaus auch aus Eigennutz, wie er auf Nachfrage einräumt. Denn die erste Schlittenfahrt mit dem Enkel werde er dann natürlich im Bürgerpark absolvieren, kündigt Edwin Klostermeier an.

Streckbrief

Name: Edwin Klostermeier 

Partei: SPD 

Alter: 62 

Beruf: Bürgermeister (davor: Verwaltungswirt beim Landesamt für Finanzen) 

Familienstand: verheiratet, zwei Kinder, André (32) und Patrick (30) 

Hobbys: Radfahren, Wandern und Lesen 

Lebt in Putzbrunn seit: 1977 

Darum will ich Bürgermeister bleiben: „Weil ich für die Bürger da sein und etwas für sie erreichen will. Es bereitet mir Freude, wenn mir Bürger erzählen, dass etwas in der Gemeinde aus ihrer Sicht gut gelaufen ist.“ 

Mein Lieblingsplatz in Putzbrunn: „Das Bürgerhaus, weil es für mich gemeinschaftliches Bürgerleben bedeutet und die Bedürfnisse der Bürger in Putzbrunn widerspiegelt.“ 

Wenn ich einen Wunsch für Putzbrunn frei hätte…: „Dann würde ich mir einen Bürgerpark wünschen – als zweiten Treffpunkt für alle Putzbrunner Bürger neben dem Bürgerhaus.“

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