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Harmonie fürs Foto: Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) und seine Herausforderer (v.l.) Walter Hois (GPP) und Eduard Boger (CSU) geben sich sachlich. Nur Hois teilt ab und an aus bei der Podiumsdiskussion im Bürgerhaus.

Podiumsdiskussion vor der Bürgermeisterwahl

Einer teilt besonders aus

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13 Tage vor der Bürgermeisterwahl in Putzbrunn treffen die Kandidaten bei einer Podiumsdiskussion aufeinander. Während Edwin Klostermeier und Eduard Boger großkoalitionäre Harmonie üben, teilt Walter Hois aus – und muss auch einstecken.

Putzbrunn – Am Ende haben alle Kandidaten die Chance zu einem Schlusswort; Zwei Minuten werden jedem eingeräumt. Man kennt das ja aus diversen TV-Duellen, wo die Profipolitiker so zuverlässig die Redezeit überziehen wie ihre Parteifreunde sie hernach zum Sieger des Wortwettstreits küren. Anders in Putzbrunn: Hier ist Eduard Boger (CSU) nach einer halben Minute mit seinem Statement durch, kaum länger braucht Walter Hois (GPP); allein bei Edwin Klostermeiers (SPD) Schlusswort schafft der Sekundenzeiger soeben eine Umdrehung.

Mehr gibt’s offenbar nicht zu sagen. Wobei alle Drei in den zwei Stunden zuvor mehrfach versichert haben, dass sie – und nur sie – der richtige Mann für den Bürgermeistersessel sind. Dabei spart das Trio auch nicht mit Kritik an der Konkurrenz. Oder genauer gesagt: Eduard Boger und Edwin Klostermeier teilen Spitzen gegen Walter Hois aus, der wiederum dem Bürgermeister die Verbreitung von „Halbwahrheiten“ vorhält. Der SPD-Amtsinhaber und sein CSU-Herausforderer gehen so harmonisch miteinander um, dass man ein Video des Abends nach Berlin schicken sollte – als Anleitung für die angehenden Großkoalitionäre.

So werfen Boger wie auch Klostermeier der GPP von Walter Hois vor, dass diese im Gemeinderat beim Grundstückserwerb auf die Bremse getreten habe. Worauf dieser erwidert: „Wir müssten das über Kredite machen und damit belasten wir die nächsten Generationen.“ Boger preist kommunale Grundstücke als „Silberbesteck der Gemeindeentwicklung“ an. Als Vorbild nennt er den Nachbarort Oberhaching, der für den Kauf und Verkauf von Grundstücken ein eigenes Kommunalunternehmen gegründet habe.

Beim Thema Wohnraum gibt es keine großen Differenzen: Alle Kandidaten sehen die Gemeinde in der Pflicht, aktiv zu werden und zu bauen. Und genau das tue man bereits, betont der Bürgermeister: „Wir werden in den nächsten Jahren 200 Wohnungen schaffen. Ein Drittel davon wird für Gemeindebürger und für unser Personal sein.“ Wenig Unstimmigkeiten gibt es auch beim leidigen Thema Verkehr, der Putzbrunn genauso plagt wie viele Nachbarorte. So kündigen alle Kandidaten an, sich für eine Verlängerung der Hermann-Oberth-Straße und eine Fortführung der Ortsumgehung einzusetzen.

Hinsichtlich Letzterem kommt es zum Wortgefecht, als bei der Bürgerfragerunde die Mutter des Freien-Wähler-Gemeinderats Josef Jakob junior ans Mikrofon tritt. Dessen Familie hat unlängst ein Stadel errichtet und damit – so die Auffassung des Bürgermeisters – die Pläne für die Ortsumgehung durchkreuzt. Dem widerspricht Anneliese Jakob: „Das war die Gemeinde Grasbrunn mit ihrem Kreisel.“ Zudem wirft sie Klostermeier vor, „uns in der Gemeinde die Hölle heiß zu machen“ und bezichtigt ihn der öffentlichen Lüge – ein Vorwurf, den der Rathauschef entschieden zurückweist.

Das Wort „Lüge“ nimmt Walter Hois nicht in den Mund, als es um die Gemeindefinanzen geht. Und doch wirft der GPP-Mann dem Rathauschef mit Blick auf die unterschiedlichen Summen im Jahresbericht und im Haushaltsabschluss vor, mit „Halbwahrheiten“ zu hantieren. Klostermeier macht für die Diskrepanz unvorhergesehene Gewerbesteuer-Vorauszahlungen verantwortlich. Er betont: „Die Gemeindefinanzen sind solide.“

Ähnlich hat sich der Bürgermeister auch schon im Gemeinderat geäußert – so wie viele Argumente und Standpunkte, die ausgetauscht werden, altbekannt sind. Zumindest etwas Neues erfahren die 250 Besucher im Bürgerhaus dann aber doch. Was er mache, wenn er die Wahl verliere, wird Boger gefragt. Die Antwort des passionierten Sportschützen: „Dann werde ich Landesschützenmeister mit der Luftpistole.“

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