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Dialog der Generationen: Die Burschen Tobias Pfluger (16,l.) und Andreas Knappich (59, r.) im Gespräch mit Vorsitzendem Sebastian Schmelzer.

125 Jahre Burschenverein Putzbrunn

Manchmal wird’s ein bisschen wilder

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Der Burschenverein Putzbrunn feiert im Juni 125-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Im Verein sind mehrere Generationen vereint. Andreas Knappich (59) ist der (Vereins-) älteste und seit 1976 dabei. Tobias Pfluger (16), einer der Jüngsten, trat den Burschen erst im Januar bei. Die beiden sprechen über das Besondere am Bursche sein, Generationenkonflikte und biernasse Lederhosen.

-Herr Pfluger, Sie sind das neueste Burschen-Mitglied. Gibt es ein spezielles Aufnahmeritual?

Tobias Pfluger: Der Vorstand will sehen, ob ich – der Bursche – was tauge. Ob sich der Verein auf mich verlassen kann und nicht nur zum Feiern komme. Im Januar habe ich meinen Burschenträger bekommen, das Erkennungszeichen an der Lederhose.

Andreas Knappich: Das war vor 40 Jahren auch schon so. Eine Zeit lang wurden bei uns auch die Lederhosen eingeweiht. Da haben wir dann eine Maß Bier über eine neue Lederhose geschüttet. Irgendwann haben wir damit aber aufgehört.

-Hätten Sie Ihre neue Lederhose auch so einweihen lassen, Herr Pfluger?

Pfluger:Wenn das heute noch Tradition wäre, wahrscheinlich schon. Aber eine Lederhose ist schon relativ teuer, da bin ich froh, dass wir das nicht mehr machen.

Knappich: Wenn mal eine Mass umfällt oder man temperamentvoll herumhantiert, kann das auch so passieren. (lacht).

-Welche Bedeutung hat denn die Tracht bei den Burschen?

Knappich: Zum Maibaumaufstellen 1981 haben wir uns erstmals alle eine Lederhose angeschafft. Davor haben nur vereinzelt ein paar von uns Lederhose getragen. Als ich neu dabei war, hatte ich eine schwarze Hose und ein weißes Hemd an.

Pfluger:Tracht gehört heute dazu. Wenn man aufgenommen wird, kauft man sich eine neue Lederhose.

-Darin sind Alt und Jung vereint. Gibt’s hin und wieder auch Meinungsverschiedenheiten zwischen den Generationen?

Knappich: Das kommt schon vor. Meistens geht es um die Musik. Früher hat man Tanzmusik gespielt, heute geht es eher in Richtung Bands und DJ. Wir Alten würden uns freuen, wenn Blasmusik läuft, die Jungen laufen eher davon.

-Geht’s bei den Burschen hauptsächlich ums Feiern?

Knappich: Ich bin 1976 mit 17 Jahren zu den Burschen gekommen, als ich angefangen habe, abends wegzugehen. Wir hatten dann immer eine Riesen-Gaudi. Das kann man schon so sagen. Wir haben mittlerweile einen gewissen Ruf – dass es bei unseren Festen manchmal etwas wilder wird.

Pfluger: Man hat mit Gleichaltrigen Spaß, geht gemeinsam auf Feste oder unternimmt was. Das hat sich bis heute nicht geändert.

-Also sind die Klischees von viel Alkohol und ausufernden Festen nicht ganz falsch?

Knappich: Vielleicht sind die Leute heute sensibler. Früher haben es die Leute nicht so genau genommen. Wenn sich da einer in den Garten übergeben hat, wurde kurz geschimpft, die Sauerei weggemacht und dann war es wieder gut. Ich denke, man sollte das nicht so eng sehen. In Burschenvereinen sind hauptsächlich junge Leute, da wird auch mal gefeiert, was getrunken, dass es sauber lustig wird.

-Es gibt aber auch immer wieder Klagen über Schäden in der Nachbarschaft, wenn Burschenvereine gefeiert haben.

Knappich: Wenn das vorkommt, müssen wir als Burschenverein, als Veranstalter, auch dafür gerade stehen, den Schuldigen finden oder selbst dafür aufkommen. Schwarze Schafe gibt es überall, in jedem Verein. Aber bei manchen Vereinen, die zeitweise einen schlechten Ruf hatten, das änderte sich nach ein paar Jahren wieder.

Pfluger: Das Verhältnis zu den Nachbarn ist wichtig. Schließlich wollen wir noch weitere Feste veranstalten. Vorfälle bei Festen fallen oft dann auf alle Burschenvereine zurück – und viele bekommen wegen Einzelner einen schlechten Ruf.

- Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Vereins?

Knappich:Dass Junge nachkommen. Jetzt bist du dran, Tobias.

Pfluger: Wichtig ist, dass der Verein am Leben bleibt.

Das Festprogramm

Samstag, 9. Juni: Coverband „Nirwana“, die ab 19 Uhr ihr 40-Jähriges im Festzelt am Florianseck feiert. Tickets an der Abendkasse. Freitag, 15. Juni: Auftakt zum Festwochenende mit „Bast Scho“ und den „Schürzenjägern“ aus dem Zillertal. Einlass ab 18.30 Uhr. Tickets kosten im Vorverkauf 18 Euro, an der Abendkasse 20 Euro. Samstag, 16. Juni: „Da Huawa, da Meier und I“ spielen ab 18 Uhr ihr aktuelles Programm „Zeit is a Matz“. Karten im Vorverkauf 22 Euro, an der Abendkasse 26 Euro. Sonntag, 17. Juni: Der Festsonntag mit Frühshoppen im Zelt, Umzug und Feldmesse beginnt um 8 Uhr, es spielt die Glonner Musi. Tickets gibt’s unter www.burschenfest.bayern, bei der Tankstelle Drivers Inn, beim Yamaha Motopoint, bei Lotto Tabak Schreibwaren Reising und im Café Auszeit.

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