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Auch heute sind die Burschen erfolgreiche Maibaumdiebe: die Vorsitzenden Andreas Wagner (Harthausen) und Sebastian Schmelzer (Putzbrunn) mit ihrer Beute aus Bad Aibling.

Burschenvereine Harthausen und Putzbrunn

Sie haben den Münchner Baum zuerst geklaut

Vor knapp zwei Wochen ist den Ismaninger, Unterföhringer und Neufinsinger Burschen der Super-Clou gelungen: Sie haben den Maibaum für den Münchner Viktualienmarkt gestohlen (wir berichteten). Doch was kaum jemand weiß: Es war nicht das erste Mal, dass dies einem Burschenverein aus dem Landkreis gelungen ist. Die Harthauser- und Putzbrunner Burschen haben diese Königsdisziplin im Maibaum-Diebstahl 1982 schon einmal geschafft.

Putzbrunn/Harthausen – Seit 1982 haben die Burschen die alte Tradition des Maibaumstehlens im Zusammenschluss mit Harthausen und Putzbrunn wiederbelebt. Seitdem haben die Burschen 13 Maibäume gestohlen.

Davor war Harthausen seit der Gründung 1972 zweimal erfolgreich. Nach der Chronik, nach Aussagen ehemaliger Mitglieder und anhand von Verträgen nachgerechnet, wurden bei den Verhandlungen rund 4000 Liter Bier und 1000 Brotzeiten an Auslöse ausgehandelt. Der größte Clou gelang den Burschen 1982, als sie den Viktualienmarkt-Maibaum der Münchner Brauereien entwendeten. Die Auslöse war entsprechend hoch. Der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Erich Kießl grollte und meinte, dass er dem Truderinger Musikverein, der an diesen Tag Maibaumwache hatte, besser Kaffee als Bier hätte schicken sollen.

Im April 1982 gelang den Burschen aus Harthausen und Putzbrunn der Clou: Sie klauten den Viktualienmarkt-Maibaum. 

Ein kurioser Diebstahl gelang auch im Jahr 1996. Zuerst hatte der Burschenverein Grasbrunn einen vermeintlichen Maibaum in Neuperlach gestohlen. Als die Harthauser und Putzbrunner davon Wind bekamen, klauten sie den Baum wiederum unbemerkt den Grasbrunnern. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich bei dem Baum in Neuperlach um einen Friedensbaum der Friedensinitiative Neuperlach handelte. Diese wollten wegen angeblich nicht vorhandener finanziellen Mittel keine Auslöse zahlen. Glücklicherweise sprang die Brauerei Hacker Pschorr mit genügend Gerstensaft für die Auslöse ein. Auch das Fernsehen berichtete über diesen Diebstahl.

Übrigens: Bei Harthauser Maibäumen hatten die Diebe bisher noch nie Glück. Auch die Putzbrunner können sich nicht erinnern, jemals Opfer von Dieben gewesen zu sein.

Auch heute noch gehören die Burschen unbestritten zu den Königen der Maibaumdiebe im Landkreis. Erst kürzlich haben sie den Baum vom Trachtenverein Bad Aibling geklaut (wir berichteten). Am Karsamstag meldete sich schließlich ein Verhandlungsteam des Trachtenvereins bei den Burschen. Über die Auslöse war man sich schnell einig: Die Burschen helfen dem Trachtenverein Bad Aibling am 1. Mai beim Aufstellen des Maibaums. Dafür sind alle Getränke sowie Essen für die Abordnungen aus Harthausen und Putzbrunn an diesem Tag frei. „Hoffentlich hat sich der Trachtenverein über die Standfestigkeit der Burschen bei solchen Festlichkeiten vorher intensiv informiert“, heißt es in einer Pressemitteilung.


Der Vertrag: 300 Liter Bier auf Abruf

Um den Maibaum vom Viktualienmarkt auszulösen, handelten die Harthauser und Putzbrunner Burschen am 28. Mai 1982 diesen Vertrag mit dem Truderinger Buam-Festring aus:

„Der Truderinger Buam-Festring verpflichtet sich, dem Harthauser und Putzbrunner Burschenverein für den in Trudering gestohlenen Maibaum des Vereins der Münchner Brauereien, Standort Viktualienmarkt, folgende Auslöse zu bezahlen: O 350 Bierzeichen im Festzelt am Samstag, 1. Mai O 300 Liter Bier, Anlieferung auf Abruf bis Dezember 1982 O 100 Maibaumbrotzeiten im Wert von jeweils fünf D-Mark am 1. Mai 1982

Der Maibaum wird am Samstag, 1. Mai, bis 14 Uhr mit Musik zurückgebracht. Die Großhöhenrainer Blasmusik kostet pro Stunde 250 D-Mark, etwa drei Stunden Dauer. Die Bezahlung übernimmt der Truderinger Buam-Festring.“

pk/mm


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