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„Nicht ohne die Bürger“: CSU verhindert Entscheidung zu Gymnasium-Standort in Putzbrunn

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Von: Bert Brosch

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Mögliche Standorte sind die Fläche an der Münchner Straße (Foto) oder an der Oedenstockacher Straße. © Bert Brosch

Vor einem Jahr fiel die Entscheidung, dass das 15. Gymnasium im Landkreis in Putzbrunn für 900 Schüler gebaut wird. Wo das Gymnasium hinkommt, das sollte der Gemeinderat jetzt entscheiden – dies verhinderte jedoch die CSU-Fraktion.

Putzbrunn –  „Wir können doch nicht in unserem Kommunal-Wahlkampf betonen, dass wir mehr Transparenz und Bürgermitsprache wollen und würden dann über die Bürger hinweg diesen Standort beschließen“, begründete der stellvertretende Fraktionssprecher der CSU, Alfons Meßner. Man wolle erst in aller Ruhe mit den betroffenen Bürgern des Ortsteils Waldkolonie und der beiden in Frage kommenden Straßen sprechen, was sie davon halten. Es komme jetzt auch nicht auf ein paar Wochen an.

Das sieht Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) anders, der im Gemeinderat vor vollen Sitzreihen mit Bürgern lediglich die bekannten Fakten erörtern sowie beide mögliche Standorte vorstellen konnte. „Wir haben nicht unbegrenzt Zeit“, sagte Klostermeier. „Die beiden Gymnasien in Ottobrunn und Neubiberg laufen über.“

Schüler kommen aus Putzbrunn, München, Ottobrunn, Neubiberg und Hohenbrunn

Rund 30 000 Quadratmeter Fläche benötigt der Landkreis für das neue Gymnasium mit 900 Schülern. Einen Teil der Kosten davon wird die Gemeinde vom Freistaat zurückerhalten. Von den Baukosten übernimmt der Landkreis 70 Prozent, den Rest teilen sich die Gemeinden des Zweckverbandes staatliche weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises, je nach Schüleranzahl. „Wir rechnen mit rund 250 Schülern aus Putzbrunn, etwa 15 bis 20 Prozent kommen aus München, für die der Landkreis die Kosten übernimmt, der Rest aus Ottobrunn, Neubiberg oder Hohenbrunn“, erwartet Klostermeier. Daher könne er auch noch keinerlei Angaben über die Kosten für seine Gemeinde machen.

Zwei Landwirte haben Grundstücke an Gemeinde verkauft

„Zu meiner Überraschung haben sich zwei Landwirte bereit erklärt ihre Grundstücke für einen fairen und vernünftigen Preis an uns zu verkaufen.“ Eines davon habe man so in der Hinterhand für einen möglichen Kindergarten, eine Senioreneinrichtung oder Ähnliches, freut sich Klostermeier. Bezahlen werde die Gemeinde die Grundstücke teils aus den Rücklagen, „die mit 16,6 Millionen Euro doch erfreulich höher sind als erwartet“, so Klostermeier, und zu einem weiteren Teil über Kredite.

Eröffnung spätestens im September 2027

Sobald sich der Gemeinderat für einen Standort entschieden hat, beginnen der Planungswettbewerb und die EU-weite Ausschreibung. Ursprünglich sollte das Gymnasium zum Schuljahresbeginn 2024/25 eröffnet werden. Doch da dies zeitlich nicht mehr realistisch ist, soll nun spätestens im September 2027 Eröffnung sein. „Gerne hätte ich alle Putzbrunner am 4. März im Bürgerhaus über den neuen Standort informiert, jetzt können wir eben nur beide möglichen Plätze vorstellen, verbunden mit den Veränderungen, die auf Anwohner zukommen“, so Klostermeier. 

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