Zur Gemeinderatssitzung präsentierte Bürgermeister Edwin Klostermeier (rechts) stolz die Fairtrade-Urkunde. Mit dabei der Lenkungsausschuss: (v.l.). Florian Valbert, Bernd Schätzl, Sybille Martinschledde, Thersa Lackner und Ulrike Strobl.
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Zur Gemeinderatssitzung präsentierte Bürgermeister Edwin Klostermeier (rechts) stolz die Fairtrade-Urkunde. Mit dabei der Lenkungsausschuss: (v.l.). Florian Valbert, Bernd Schätzl, Sybille Martinschledde, Thersa Lackner und Ulrike Strobl.

Als 206. Gemeinde in Bayern

„Ein großer Erfolg“: Putzbrunn endlich Fairtrade-Town

  • Bert Brosch
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Putzbrunn hat es geschafft: Die Gemeinde ist nun offiziell Fairtrade-Town. Sie hat alle Kriterien erfüllt, was die verantwortlichen mit Stolz erfüllt.

Putzbrunn – Putzbrunn ist offiziell „Fairtrade-Gemeinde“, die 206. in Bayern und 743. in Deutschland. Viele Engagierte rund um die Grünen-Gemeinderätin Sybille Martinschledde waren notwendig, um seit dem Gemeinderatsbeschluss im Oktober alle erforderlichen Kriterien zu erfüllen.

Nicht ohne Stolz zeigte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) inmitten der Fairtrade-Steuerungsgruppe die Urkunde, die der Gemeinde digital verliehen wurde. „Das ist für uns als kleine Gemeinde ein großer Erfolg, denn das war schon ein langer Weg mit zum Teil sehr viel Arbeit. Der Steuerungsgruppe sei dafür ein großer Dank ausgesprochen“, sagte Klostermeier. Er betonte aber, dass man auch als „Fairtrade-Town“ die regionalen Produzenten nicht vergessen werde, keineswegs werde man nun nur noch faire Produkte aus aller Welt nutzen, „sondern vor allen Dingen die heimischen“.

Fünf Kriterien zu erfüllen

Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ fördert gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene. Dass die Fairtrade-Idee funktioniert, zeigt das große bundesweite Interesse von Kommunen jeder Form und Größe. Was 2009 mit Saarbrücken als erster Stadt begann, löste einen Domino-Effekt aus. In der öffentlichen Beschaffung, im Stadt- und Gemeindemarketing, in Gastronomie und Handel, in Schulen und Vereinen bringt die Kampagne neue Partner zusammen und entwickelt eine eigene Dynamik in der Kommune. Die Kampagne bietet Kommunen für die fünf Kriterien, die es zu erfüllen gilt, konkrete Handlungsoptionen: Die Gründung einer Steuerungsgruppe zur Koordinierung der Aktivitäten, ein Ratsbeschluss zur Beteiligung an der Kampagne, eine bestimmte Anzahl an Verkaufsstellen und Gastronomie, die faire Produkte anbieten, teilnehmende Vereine, Kirchen und Schulen sowie mediale Berichterstattung über die Aktionen.

Martinschledde ging kurz auf die Historie in Putzbrunn ein: 2017 wurde beschlossen, dass die Gemeinde sich um den Titel „Fairtrade-Town“ bewerben soll. Der Ratsbeschluss erfolgte im Oktober 2017, im Juli 2020 entstand die Steuerungsgruppe. Das dritte Kriterium wurde erfüllt, indem Gastronomiebetriebe wie der Alte Wirt Putzbrunn, das Café Fillion, Reil’s Restaurant, Rothmeyers Zur Einkehr und Einzelhandelsgeschäfte Aldi, Lidl, Edeka, MK Markt, Tierland faire Produkte anbieten. Für Kriterium vier muss eine Kirchengemeinde, eine Schule und ein Verein faire Produkte zugänglich machen und Bildungsarbeit zum Thema Fairtrade leisten. „Hierfür konnten wir die evangelische und katholische Kirche in Putzbrunn, die Grundschule Putzbrunn, die Mittagsbetreuung Putzbrunn und den Kinder- und Jugendtreff gewinnen“, sagte Grünen-Gemeinderätin Martinschledde. Das letzte Kriterium wurde erfüllt indem 2020 und 2021 sieben Artikel im Gemeindeblatt „Unser Putzbrunn“ veröffentlicht wurden.

Noch bis zum 29. Juli kann die Wanderausstellung „Fairer Kaffee wirkt“ in der Kirche St. Stephan besichtigt werden. „Und im September werden die wir die Fair Trade-Urkunde offiziell im Rahmen einer Feier vorstellen“, versprach Klostermeier.

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