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Wenig Platz und viel Verkehr: Die Theodor-Heuss-Straße in Putzbrunn ist ein Nadelöhr, das Eltern Sorgen macht. Vor allem zu den Stoßzeiten wird es rund um die Kitas, hier das Salberghaus, eng und unübersichtlich.

Gefährlich viel Verkehr vor den Kitas

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Eltern haben Angst um ihre Kinder. Zwei Kitas und zwei Einrichtungen der Lebenshilfe sorgen für viel Verkehr an der Theodor-Heuss-Straße in Putzbrunn. Auch Lkw nutzen die Straße gerne, um ins Gewerbegebiet zu kommen. Jetzt sucht die Gemeinde nach Lösungen, um die Situation zu entschärfen.

Von Sebastian Schuch

PutzbrunnJedes Mal, wenn Andrea Göhler ihren Sohn (3) in die Kindertagesstätte Salberghaus an der Theodor-Heuss-Straße bringt, hat sie ein mulmiges Gefühl. „Wenn ich endlich einen Parkplatz gefunden habe, muss ich schauen, dass ich die Kinder sicher aus dem Auto bekomme“, sagt Göhler, die auch Vorsitzende des Elternbeirats in der Kindertagesstätte ist. Das sei gar nicht so einfach. Sie parke immer direkt am Gehweg, so könne ihr Dreijähriger trotz des vielen Verkehrs zumindest halbwegs sicher aussteigen. Da der jüngere Sohn, er ist neun Monate alt, noch nicht laufen kann, muss sie ihn aus dem Auto heben. Dabei sei sie bereits mehrfach angehupt worden, die Fahrzeuge seien häufig zu schnell unterwegs und Lkw würden extrem nah an ihr vorbeifahren. „Da bekommt man Angst.“ Deshalb hat sie beantragt, dass sich die Gemeinde der Sache annimmt..

Vor allem Unfälle mit dem Schwerlastverkehr fürchtet Andrea Göhler. Gefühlt habe die Zahl der Lkw im vergangenen Jahr zugenommen. „Dadurch ist die Straße meines Erachtens nicht mehr sicher für Kinder und ältere Menschen.“ Vor allem in den Stoßzeiten, morgens „zwischen 7.30 Uhr und 9 Uhr und am Nachmittag zwischen 14.30 und 16 Uhr, ist die Situation beim Salberghaus und der zweiten Kita, dem Clemens-Maria-Kinderheim, angespannt“. Die Gefahr sei dann besonders groß, sagt Göhler – und ergänzt, dass sie auch von anderen Eltern weiß, die sich Sorgen machen.

Andrea Lang, Leiterin der Lebenshilfe Werkstatt, hält die Situation an der Theodor-Heuss-Straße ebenfalls für bedenklich. „Es gibt entlang der Straße viele Parkflächen, das macht die Lage bei dem hohen Verkehrsaufkommen sehr unübersichtlich.“ Zudem fehle ein geeigneter Weg über die Straße, bis auf zwei Verkehrsinseln auf Höhe der Bushaltestelle gibt es keine Querungshilfe. In ihren Augen könnte man mit einem Zebrastreifen oder einer Ampel für mehr Sicherheit sorgen.

Bei Peter Gauser von der zuständigen Dienststelle in Ottobrunn sind bislang keine Beschwerden eingegangen. Wie der Polizeioberkommissar sagt, ist die Situation generell problematisch: „Durch die vielen Parkplätze am Straßenrand ist es teilweise selbst für Pkw schwer, aneinander vorbeizufahren.“ Auch in der Gemeindeverwaltung ist die Sache bekannt. „Es gibt immer wieder Beschwerden“, sagte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) im Verkehrsausschuss. Deshalb entsprach das Gremium dem Antrag von Andrea Göhler. Eine Lösung zu finden, die der Verkehr beruhigt oder entzerrt, sei gar nicht so einfach. In der Theodor-Heuss-Straße gilt Tempo 30 und es gibt Halteverbote für Lkw sowie Sperrflächen. Ob weitere Einschränkungen möglich seien, wissen die Gemeinderäte im Ausschuss nicht. Denn die Theodor-Heuss-Straße könne erst für Lkw ab 7,5 Tonnen gesperrt werden, wenn damit eine übermäßige Straßenbenutzung verhindert werde. Bei der allgemein viel befahrenen Straße müsse das erst ermittelt werden. Zudem müsse eine Alternativroute gefunden werden, da Navigationsgeräte die Straße als kürzeste Verbindung zwischen dem Gewerbegebiet an der Oedenstockacher Straße und Hohenbrunn anzeigen.

Die Putzbrunner Gemeinderäte im Verkehrsausschuss nehmen das Anliegen von Andrea Göhler ernst. Einstimmig sprachen sie sich daher für ihren Antrag an die Verwaltung aus und wollen sich nun, gemeinsam mit der Polizei Ottobrunn und einem Verkehrsplaner, ein Bild von der Lage in der Theodor-Heuss-Straße machen, um dann über das weitere Vorgehen zu beraten.

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