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Einer wird gewinnen: Auf Plakatwänden wie dieser werben die Parteien und Gruppierungen für ihre Kandidaten. 

Gegenwind für den Bürgermeister

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Der Bürgermeister-Wahlkampf in Putzbrunn nimmt an Fahrt auf. Und der Ton unter den drei Amtsbewerbern wird deutlich rauer.

Putzbrunn – Kurz vor der Podiumsdiskussion mit allen drei Bürgermeisterkandidaten am kommenden Montag nimmt der bislang so ruhige Wahlkampf in Putzbrunn langsam aber sicher Fahrt auf. So lieferten sich Amtsinhaber Edwin Klostermeier (SPD) und Hans Uher von der Gemeinschaft pro Putzbrunn (GPP) im Gemeinderat einen verbalen Schlagabtausch. Und im Nachgang warf GPP-Bürgermeisterkandidat Walter Hois dem amtierenden Rathauschef einen „flexiblen Umgang mit Zahlen“ vor, was Klostermeier entschieden zurückwies.

Stein des Anstoßes war der vorläufige Abschluss des Haushaltsjahrs 2017. Laut Kämmerin Karola Schulz lagen die Erträge der Kommune bei 15,1 Millionen Euro und die Aufwendungen bei 14 Millionen Euro. Ende des Jahres habe die Gemeinde eigene Schulden in Höhe von 3,2 Millionen Euro gehabt, die Rücklagen beliefen sich auf 7,5 Millionen Euro, sagte Schulz. Daraufhin monierte Uher, dass man die Darlehen der Zweckverbände, denen Putzbrunn angehört, ebenfalls mit einrechnen müsse – diese hatte die Kämmerin separat aufgelistet. „Wir sollten den Schuldenstand als Gesamtes betrachten“, forderte der GPP-Mann, der auch die Angaben zum Guthaben der Gemeinde als „nicht ganz stimmig“ bezeichnete. So liege der Spielraum für Investitionen eher bei drei Millionen Euro, sagte Uher und fügte in Richtung Rathauschef hinzu: „Die kolportierten acht Millionen Euro, die Sie bei einer Veranstaltung genannt haben, sind nicht ganz richtig.“ Hierauf konterte Klostermeier hörbar echauffiert: „Ich habe gesagt, dass wir einen Kontostand von 7,4 Millionen Euro haben, nicht mehr und nicht weniger. Und das ist richtig.“

Bei diesem Wortgefecht habe der Rathauschef „für eine Hundertstelsekunde die Contenance verloren“, befand CSU-Bürgermeisterkandidat Eduard Boger nach der Sitzung. „Ich habe ihm später gesagt, dass ich ihn bewundere, wie oft er da sonst so ruhig bleiben kann.“ Zumal die GPP den Bürgermeister nicht zum ersten Mal „offensichtlich attackiere“, sagte Boger, der von einem „fragwürdigen Stil“ sprach.

Sein Rivale Walter Hois legte derweil nach und verwies auf die Abweichungen zwischen den im Jahresbericht vorgestellten Zahlen und jenen, die nun im Gemeinderat vorgetragen wurden. „Da ist bei den Erträgen und den Ausgaben jeweils eine Diskrepanz von drei Millionen Euro“, konstatierte Hois. „18 Millionen Euro Erträge hören sich einfach besser an als 15 Millionen Euro.“ Gegen diesen Vorwurf verwahrte sich Klostermeier. Er verwies auf die sechs Wochen, die zwischen Jahresbericht und vorläufigem Jahresabschluss lagen. In dieser Zeit habe die Kommune eine unvorhergesehene Sonderzahlung an Gewerbesteuern in Höhe von 3,5 Millionen Euro erhalten. Daher die Diskrepanz.

Das Thema kommunale Finanzen dürfte auch am Montag eine Rolle spielen, wenn die drei Kandidaten im Bürgerhaus aufeinandertreffen. Dann wird , mit Blick auf die Bürgermeisterwahl am 4. März, sicher auch über Klostermeiers „Vision“ eines Bürgerparks zwischen Putzbrunn-Ort und der Waldkolonie diskutiert werden. Während der Amtsinhaber für das Vorhaben wirbt, reagieren seine Herausforderer verhalten bis ablehnend.

GPP-Kandidat Hois wiederum dürfte bei der Podiumsdiskussion versuchen, die Debatte auf den angestrengten Bürgerentscheid rund um ein Asylbewerberheim in der Waldkolonie im Jahr 2012/13 zu bringen, den der Gemeinderat letztlich abgelehnt hatte. „Das war damals eine absolute Frechheit“, sagt Hois. „Ich denke, dass viele Bürger ihre Meinung über Herrn Klostermeier danach geändert haben.“ Demgegenüber glaubt Eduard Boger: „Das Thema ist durch. Ich wüsste nicht, welche Auswirkungen das noch auf die Wahl haben sollte.“

Die Podiumsdiskussion

mit allen drei Bürgermeisterkandidaten findet am kommenden Montag, 19. Februar, um 19.30 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses statt. Der Eintritt ist frei.

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