Belegt: Auch am Parkplatz des Sportparks Am Florianseck stehen das ganze Jahr über Wohnmobile. Laut Bürgermeister Klostermeier ist dafür aber eigentlich kein Platz. bb
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Belegt: Auch am Parkplatz des Sportparks Am Florianseck stehen das ganze Jahr über Wohnmobile. Laut Bürgermeister Klostermeier ist dafür aber eigentlich kein Platz.

Camping-Fahrzeuge boomen

Wohin mit den Wohnmobilen? Gemeinde prüft spezielle Parkflächen

  • Bert Brosch
    vonBert Brosch
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Damit Wohnmobile nicht überall in Putzbrunn verteilt stehen, prüft die Gemeinde nun, ob sie spezielle Parkflächen einrichten kann.

Putzbrunn – Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) kennt das Problem nur allzu gut. Er selbst ärgere sich seit Jahren über einen Nachbar, der 50 Wochen im Jahr einen Parkplatz mit seinem Wohnmobil blockiere. „Zwei Wochen fährt er in Urlaub und stellt dafür sein Privatauto ab – da können wir nichts machen.“

Kann man schon, findet die Fraktionsgemeinschaft von FWG und FDP. Sie schlägt spezielle Parkzonen für Wohnmobile und Wohnwagen vor, abseits der Wohngebiete. Der Verkehrsausschuss steht der Idee prinzipiell positiv gegenüber, vor einer Entscheidung will die Verwaltung aber zunächst den Bedarf abfragen und mögliche Parkflächen ermitteln.

„An privaten Abstellmöglichkeiten mangelt es“

FDP und FWG befürchten, dass Wohnmobile in Wohngebieten abgestellt werden. Deren Besitzer würden den günstigen Strafzettel bezahlen und lassen das Fahrzeug dennoch dort stehen. Michael Schulz (FDP) schlug angesichts des boomenden Camping-Sektors Angebote an die Besitzer anstelle von Strafzetteln vor. Gerade durch Corona sei die Anzahl von Wohnmobilen und Wohnwagen zusätzlich stark angestiegen. „An privaten Abstellmöglichkeiten für diese Fahrzeuge mangelt es, deswegen müssen sie auf öffentlichen Wegen und Plätzen parken“, sagte Schulz. „Wir schlagen daher vor, eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen gegen Gebühr für Putzbrunner freizugeben.“

Die Gemeinde könne dafür bereits bestehende Parkplätze ausweisen. Schulz schlug beispielsweise den Philipp-Kreis-Bogen hinter dem Bauhof vor. „Damit würde man unserer Bevölkerung eine legale Möglichkeit bieten, ihre Wohnmobile und -anhänger abzustellen und würde wildes Parken im Gemeindegebiet vermindern.“

Bezahlen Wohnmobilbesitzer für einen Parkplatz?

Dieses Thema beschäftige den Gemeinderat, die Verwaltung und auch ihn persönlich schon lange, sagte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). „Wir prüfen intern schon eine ganze Weile, wo es für diese Fahrzeuge im Ort Abstellplätze geben könnte“, erklärte er im Ausschuss. „Im Moment haben wir dafür keinen.“ So würden die Wohnmobile eben auf öffentlichen Stellplätzen stehen, was sie dürfen, denn ein generelles Parkverbot für derartige Fahrzeuge könne die Gemeinde nicht erlassen, sofern es keine speziellen Wohnmobil-Parkplätze gebe. „Vor dem Bürgerhaus ging es einfach nicht, da haben wir es ja verboten“, so Klostermeier. Jetzt stünden einige am Sportpark Am Florianseck, aber auch dort sei eigentlich kein Platz. Wolle man entlang der öffentlichen Straßen Wohnmobil-Parkplätze ausweisen, sei dies ein großer Aufwand mit Beschilderung und Markierungen.

Lesen Sie auch: Ein zusätzlicher Autobahnanschluss am Gewerbegebiet Ost? Eine Idee, für die sich der Putzbrunner Verkehrsausschuss nicht erwärmen konnte.

Walter Hois (GPP) schlug vor, über das Gemeindeblatt Abstellplätze im Ort zu suchen. „Das hatten wir doch eigentlich schon länger vor.“ Klostermeier erklärte, dass sich auf einen Aufruf im Gemeindeblatt niemand gemeldet habe. Robert Schmelzer (CSU) sagte, ein solcher Parkplatz müsse ja auch entsprechend befestigt sein, daher wäre er kostenpflichtig. „Ich glaube nicht, dass die Wohnmobilbesitzer für einen Parkplatz bezahlen, wenn sie an den öffentlichen Straßen kostenfrei stehen können.“

Der Verkehrsausschuss war sich darüber einig, dass man noch einmal nach Parkplätzen suchen will und zuerst den tatsächlichen Bedarf an Plätzen für Wohnmobile und Wohnwagen prüfen müsse.

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