Weil die Kostendeckung fehlt 

Grabgebühren werden teurer

Nicht unumstritten, aber notwendig: Die Gebühren für die Gräber in Putzbrunn steigen zum 1. Januar.

Von Siggi Niedergesäss

Putzbrunn – Die Gebühren für ein Grab steigen in Putzbrunn im nächsten Jahr um durchschnittlich 20 Prozent. Zum ersten Mal seit 2005 wird damit an der Gebührenschraube gedreht.

„Das ist notwendig. Jährlich steigen die Kosten für die Gemeinde. Das Defizit wächst“, sagte Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). Die Zustimmung war geteilt: 15 Gemeinderäte votierten für den Schritt, sechs waren dagegen. Im Juli 2005 hatte die Gemeinde Putzbrunn die aktuell gültige Friedhofssatzung verabschiedet. Damals war noch Josef Kellermeier (CSU) der Gemeindechef. „Schon zu dieser Zeit waren die Gebühren nicht kostendeckend. Das wird aber eigentlich verlangt. Seitdem sind die Kosten jährlich gestiegen. Knapp 100 000 Euro kostet die Pflege des gemeindlichen Friedhofs derzeit im Jahr. Durch die Grabgebühren kommen nur etwa 22 000 Euro wieder rein“, sagte Klostermeier.

Robert Böck (Gemeinschaft pro Putzbrunn/GPP) kritisierte, dass Putzbrunn mit den neuen Gebühren zu den teuren Gemeinden gehören werde: „Wir liegen damit über dem Durchschnitt des Landkreises.“ Josef Jakob (Freie Wähler) wollte wissen, wie viel die Erhöhung ausmache. „Etwa 4000 Euro“, sagte Klostermeier. „Dann bleibt immer noch ein Defizit von etwa 75 000 Euro“, rechnete Walter Hois (GPP) vor. „Ich bin irritiert, warum wir gerade jetzt die Gebühren erhöhen wollen. Seit Jahren dulden wir das Defizit. Vom Haushalt her gibt es kein Muss für diese Maßnahme.“

Verwaltungsleiter Michael Hohberg verwies noch einmal darauf, dass die Gemeinde verpflichtet sei, kostendeckende Gebühren zu erheben. Und Klostermeier stellte klar: „Wir haben eine Gesamtverantwortung für den Haushalt. Wir müssen uns vorbereiten. Spätestens in zwei oder drei Jahren wird die Kreisumlage so hoch sein, dass wir in Schwierigkeiten kommen. Ich möchte dann nicht den Bürgern erklären müssen, dass die Gebühren um bis zu 60 Prozent erhöht werden müssen. Jetzt ist die Erhöhung ausgewogen.“

Bevor die Bürger mit höheren Gebühren belastet würden, solle die Verwaltung ein Konzept erarbeiten, wie die Kosten gesenkt werden könnten, schlug Hans Uher (GPP) vor. Dieser Meinung schloss sich auch Alfons Meßner (CSU) an: „Der Bauhof muss nicht jeden Tag auf dem Friedhof sein und Pflegearbeiten ausführen.“

Einstimmig nahmen die Gemeinderäte den Vorschlag an, die Kosten zu überprüfen. Die Verwaltung soll das Einsparpotenzial unter die Lupe nehmen. „Leicht wird das nicht. Der Friedhof ist ein ganz sensibler Bereich. Wenn dort nicht ordentlich gepflegt wird, gibt es sofort Beschwerden. So viele wie in keinem anderen Bereich“, sagte Klostermeier. „Notwendig“ nannte Eduard Boger (CSU) die Erhöhung der Gebühren. „20 Prozent ist saftig“, befand dagegen Willibald Hackl (FDP). „Aber ich trage den Vorschlag der Verwaltung mit.“

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