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Die Wallpaper Jazzband heizte im Bürgerhaus mit Swing, Ragtime und Blues ein.

Jazz-Legende im Krankenhaus

Hugo Strasser kann nicht auftreten

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Putzbrunn - Der Jazz hat viele Freunde in Putzbrunn. Das bewiesen bei ihrem Auftritt im Bürgerhaus Putzbrunn die Münchner Wallpaper Jazzband und die vielen begeisterten Zuschauer. Zunächst aber galt es eine wenig schöne Nachricht zu verdauen. Angesagt war als Star des Abends die Jazzlegende Hugo Strasser. Doch er konnte nicht auftreten, mit einer Lungenentzündung liegt er im Krankenhaus.

„Es sollte ein historisches Konzert werden, kurz vor dem 94. Geburtstag des wohl erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Klarinettisten“, sagte Hans Holzinger, Bandleader, Kontrabassist und Gründer des Sextetts, zu Beginn des Abends. Es sollte ein Konzert werden, auf das sich die Musiker seit mehr als einem Jahr gefreut hatten. Auch die Putzbrunner wollten noch einmal dabei sein, Hugo Strasser und sein einzigartiges Spiel erleben und ihn feiern. Es sollte nicht sein. Nach seinem Auftritt in Unterhaching (wir berichteten) war Strasser so angeschlagen, dass er sofort wieder ins Krankenhaus musste. Als Gaststar an der Klarinette war spontan Bernhard Ullrich eingesprungen. Der in Grünwald wirkende Musiker hatte bereits mehrfach mit Strasser auf der Bühne gestanden. „Wir spielen das Programm und die Titel wie wir sie mit Strasser in den vergangenen Wochen zusammengestellt haben“, erklärte Holzinger. 

Und so wurde es ein doch noch ein denkwürdiger Abend, zwar ohne Strasser, aber irgendwie war er immer zugegen. Mehrfach erinnerte Holzinger an ihn, knüpfte bei seinen Ansagen zu den einzelnen Titeln in den weit über zwei Stunden mehrfach die Verbindung zum berühmten Kollegen. Thomas Maurer (Piano), Rainer Schmidt-Boelcke (Trompete und Flügelhorn), Dieter Müller-Sohnius (Klarinette), Markus Krämer (Posaune), Wolfgang Maier (Schlagzeug) und Holzinger spannten einen weiten Bogen vom Ragtime eines Nick LaRocca („At the Jazzbandball“) über den traditionellen New Orleans-Dixieland („Bourbon Street Parade“), den Blues eines W. C. Handy („St. Louis Blues), den Jazz der 1950er Jahre von Ben Webster oder Fats Waller („Honeysuckle Rose“) bis George Gershwin („Lady Be Good To Me“). Und dann bewies Ullrich, dass er mehr als nur der Ersatz für Strasser war. „Memories Of You“ und vor allem mit dem 1927 von Hoagy Carmicheal komponierten „Stardust“ überzeugte er auch die letzten Skeptiker, bewies er sein brillantes solistisches Können und Gefühl für einen Song. Da entlockte er mit sensiblem Spiel der Klarinette filigrane Töne, die wie der Tau an einem frühen Sommermorgen bei Sonnenaufgang von den Blättern perlt. 

Lautstarker Applaus brandete jeweils auf, als die ersten Töne von Klassikern wie „Caravan“, dem wohl größten Hit von Duke Ellington oder „Petite Fleur“ von Sidney Bechet 1952 komponiert, gespielt wurden. Als Holzinger dann noch erklärte: „Wir wünschen unserem Freund Hugo Strasser alles Gute und dass er bald wieder auf der Bühne stehen möge“ waren sich alle einig. Und so mancher wünschte sich, dass er vielleicht doch noch in Putzbrunn zu hören ist.

Siggi Niedergesäß

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