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Neues Gymnasium: Schulstandort für Putzbrunn ist beschlossene Sache

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Von: Bert Brosch

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Mehr los wird in der Zukunft an dieser Bushaltestelle sein: Das neue Gymnasium in Putzbrunn soll nach dem Mehrheitswillen im Gemeinderat auf dem hellen Feld dahinter entstehen. © Bert Brosch

Lange hat Putzbrunn um die Entweder-oder-Entscheidung gerungen, nun ist es amtlich: mit 15:6 Stimmen beschloss der Gemeinderat den Standort für das neue Gymnasium.

Putzbrunn – Da konnte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) in der letzten Gemeinderatssitzung in der aktuellen Besetzung noch so viele Argumente auffahren. Zuvor hatten sich alle anderen Fraktionen, mit Ausnahme seiner eigenen, für die Oedenstockacher Straße als Standort des neuen Gymnasiums ausgesprochen. Die CSU verzichtete auf den Fraktionszwang, so konnten Maria Feiner und Eduard Fritz auch für Klostermeiers Wahl an der Münchner Straße stimmen.

Gymnasium Putzbrunn für rund 900 Schüler

Vor einem Jahr entschied sich der Schulzweckverband dafür, sein viertes Gymnasium für 900 Schüler in Putzbrunn in der Waldkolonie zu bauen. Klostermeier verhandelte darauf über sieben mögliche Standorte. Die Vorgabe vom Zweckverband lautete: Mindestens 30 000 Quadratmeter muss das Grundstück haben.

„Ich bin schon ein bisschen stolz, zwei passende Grundstücke für die Gemeinde kaufen zu können: an der Münchner (Standort 1) sowie der Oedenstockacher Straße (2). Wo wir kein Gymnasium bauen, bieten sich für Jahrzehnte tolle Entwicklungsmöglichkeiten“, sagte Klostermeier. Er denke an einen Bauhof, Kindereinrichtungen, zweite Grundschule, Wohnen und Pflege für Senioren oder ein Ärztehaus.

Eduard Boger machte für die CSU den Anfang. „Wir haben viele auf der Straße befragt, auch elektronisch im Internet. Dort haben sich über 200 beteiligt, 54 Prozent waren für die Oedenstockacher Straße. Das ist keine große Mehrheit, daher haben wir heute keinen Fraktionszwang.“ Allerdings wünscht sich die CSU vor Beginn der großen Planung vom Zweckverband unter Beteiligung des Gemeinderats ein Verkehrsgutachten. „Über die Entwicklung des Verkehrs und der Schüler-Verkehrsströme wissen wir doch sehr wenig“, sagte Boger.

Klar votierte Robert Böck für die GpP für Standort 2, auch diese habe mit vielen Bürger diskutiert, ebenso mit der Landesanstalt für Forst. „Das ist der bessere Standort: Er verhindert ein Zusammenwachsen der Ortsteile, wie wir es im Ortsleitbild fordern, für auswärtige Schüler ist der Anfahrtsweg näher, nur für die aus Putzbrunn-Ort etwas weiter“, argumentierte Böck. Zudem sei ein Großteil der Infrastruktur, wie Geh- und Radwege, bereits vorhanden, ebenso Einzelhandelsgeschäfte für die Schüler.

Nur die SPD ist mehrheitlich für den Alternativstandort

Alexander Bräuer (SPD) war der einzige, der in seiner Fraktion eine Mehrheit für die Münchner Straße hatte. „Dort ist für uns der richtige Platz von Gymnasium und später auch einer Grundschule, der für alle Schüler, egal woher, gleich gut zu erreichen ist. Am anderen Standort fehlen uns die Entfaltungsmöglichkeiten.“ Außerdem habe jedes Gymnasium einen eigenen Kiosk, da brauche es keinen Einzelhandel über der Straße als Argument.

Auch die Grünen plädierten für Standort 2, Volker Rentschler sieht dort den idealen Platz, um das Gymnasium deutlich in die Höhe zu bauen und so die Flächenversiegelung zu minimieren. „Außerdem wollen wir keine zwei Schulen an einem Standort, weil das Verkehrsaufkommen mit Fußgängern, Radfahrern und Autos zu hoch wird.“

Josef Jakob (FWG) plädierte für den gleichen Standort, seine Umfragen auf Facebook hätten eine Mehrheit von 65 Prozent ergeben. „Außerdem läge die Schule an der Münchner Straße an zwei Hauptverkehrsstraßen, das passt nicht.“

Bürgermeister vertritt Minderheitsposition

Nachdem auch Georg Seilbeck (SPD) und Willibald Hackl (FDP) für Standort 1 warben, hatten die Argumente des Bürgermeisters nur statistischen Wert. Er sah die Nähe zum geplanten Bürgerpark, die vorhandene gute Busanbindung mit vier Linien und das höhere Konfliktpotenzial zu den Nachbarn in der Oedenstockacher Straße als Argumente für Standort 1. „Unser Putzbrunner Ortszentrum würde zudem durch die Schule dort deutlich belebt.“ Mit 15:6 Stimmen beschloss der Gemeinderat den Standort Oedenstockacher Straße, mit 19:2 wurde der CSU-Antrag eines Verkehrsgutachtens vorab unterstützt.

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