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Beliebt bei Spaziergängern und Radlern: der Niedweg. 

Nach langem hin und her

Asphalt im Wald: Niedweg wird endlich wetterfest gemacht - Debatte um Belag

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Radfahrer und Fußgänger dürfen sich freuen: Der Niedweg in Putzbrunn wird asphaltiert - nasse Füße oder Matsch-Spritzer sind damit Geschichte. Über den Belag wurde aber diskutiert.

Putzbrunn – Seit zwei Jahren taucht der Niedweg, der bis zum Waldfriedhof befestigt und danach ein Kies- und Schotterweg mit vielen Löchern und bei Regen noch mehr Pfützen ist, immer wieder im Putzbrunner Bauausschuss auf. Aus Sicht von Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) ist der bei Radlern beliebte Weg bei schlechtem Wetter unbenutzbar. „Wir müssen den Weg attraktiv machen“, betonte der Rathauschef. Und das wird der Niedweg nun auch. Der Ausschuss stimmte einer Asphaltierung zwischen Friedhof und der Ottostraße in Ottobrunn zu.

Schon längst hat man beschlossen, ihn zu befestigen, konnte sich aber nicht einigen, ob mit einer wassergebundenen Sanddecke oder asphaltiert. „Unsere Nachforschungen bei der Regierung von Oberbayern haben klar ergeben, dass die einen Ausbau mit bis zu 60 Prozent der Baukosten nur dann fördern, wenn er dauerhaft und frostsicher befestigt wird – also mit Asphalt“, stellte Klostermeier klar. Die Baukosten für einen 2,50 Meter breiten Asphaltweg würden sich auf rund 194 000 Euro belaufen, hinzukommen rund 35 000 Euro an Kosten für die Planung und den Förderantrag. Die Förderung durch die Regierung beliefe sich auf rund 117 000 Euro, die Gemeinde müsste also knapp 113 000 Euro bezahlen.

Niedweg in Putzbrunn: Bei Regen ist er „absolut unnutzbar“

Er machte keinen Hehl daraus, dass für ihn nur der Asphaltweg in Frage kommt. „Ich bin in den letzten Tagen den Niedweg mehrfach mit dem Rad abgefahren, habe gesehen, wie beliebt der bei Radlern und Fußgängern ist. Doch bei Regenwetter und bei den aktuell sehr vielen intensiven Waldarbeiten, da ist der Weg absolut unbenutzbar“, stellte Klostermeier fest.

Tiefe Löcher und Pfützen, durch Lkws und Traktoren stark aufgewühlte Furchen, das könne man weder Radlern noch Fußgängern zumuten. Alle neuen Radweg würden geteert werden, „nur so können wir den Weg auch im Winter sicher bearbeiten“, sagte Klostermeier. Jeder, den man durch attraktive Radwege dazu bringe vom Auto auf Rad umzusteigen, sei ein Erfolg. „Denn unsere Welt geht zugrunde am CO2-Ausstoß, nicht an ein paar Metern asphaltiertem Weg im Wald.“

Niedweg in Putzbrunn: An der Asphaltdecke scheiden sich die Geister

Dem pflichtete Volker Rentschler (Grüne) bei, seine Partei habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Der Niedweg ist hinter dem Friedhof einfach katastrophal schlecht – daher bin ich für eine Asphaltdecke, denn die kann im Winter problemlos freigehalten werden.“

Die Gegner eines geteerten Bandes durch den Wald konnten sie Welt nicht mehr verstehen. „Man kann so einen Weg wunderbar als Sandweg bauen, der wird einmal im Jahr abgezogen, der Baum- und Grasschnitt am Rand ordentlich durchgeführt und dann ist der Weg ideal geeignet auch für Rollstühle und Fußgänger“, sagte Alfons Messner (CSU). Einen Radschnellweg lehne er dort kategorisch ab, „da sind viel zu viele Fußgänger“. Sollte ein Lkw den Weg tatsächlich aufwühlen, dann müsse er ihn eben wieder herrichten. Wenn der Sandweg den Radlern bei Regen zu dreckig sei, könnten sie ja die Straße benutzen. „Aber eine Teerversiegelung mitten durch den Wald, dem kann ich nicht zustimmen“, sagte Messner.

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Auch Martina Hechl (GpP) zeigte sich entsetzt, dass die Gemeinde angesichts des Artensterbens im Wald einen Teerweg überhaupt in Betracht ziehe. „Dem werde ich niemals zustimmen.“

Mit einer Mehrheit von 4:3 Stimmen entschied der Bauausschuss, dass der Niedweg asphaltiert werden soll.

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