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Michaele Fitz war seit 2007 Schulleiterin der Grundschule Putzbrunn

Nach Streit mit Eltern und Lehrern

Rektorin Fitz wirft überraschend hin

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Putzbrunn - Groß war am Dienstag die Überraschung in der Grundschule Putzbrunn: Nicht Rektorin Michaele Fitz begrüßte, wie seit 2007 gewohnt, die Erstklässler, sondern Gesine Clotz, die Leiterin der Ottobrunner Grundschule an der Friedenstraße. Fitz hatte kurzfristig das Handtuch geworfen. Das Schulamt beauftragte Clotz, zusätzlich auch in Putzbrunn die Verantwortung zu übernehmen.

Zunächst begann der erste Schultag gewohnt mit dem Gottesdienst. Vertreter der SPD verteilten Brotzeitkästchen und Stundenpläne, die der CSU Rosen. Um 9 Uhr zogen die Erstklässler in die Schule ein, begleitet von ihren Eltern und Großeltern. Erst als Clotz das Wort ergriff, staunten manche Eltern: Das war nicht die Rektorin, die sie noch bei der Schuleinschreibung im Mai kennengelernt hatten. Überrascht war auch Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). Erst spät am Montag hatte er von dem Wechsel in der Schulleitung erfahren.

Clotz und auch Klostermeier stellten bei ihren Reden in den Mittelpunkt, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Eltern und Lehrern sei. Damit hatte es in jüngster Zeit nicht besonders gut ausgesehen: Gerüchte über Unstimmigkeiten zwischen Teilen der Eltern und Lehrern sowie Michaele Fitz gab es schon länger. Kritisiert wurde unter anderem der häufige Wechsel der Lehrer jeweils zum Ende eines Schuljahres. Genaues will niemand sagen, auch der Gemeindechef nicht. „Ich habe zwar von den Gerüchten gehört, mich aber nie in interne Belange der Schule eingemischt. Das ist nicht meine Aufgabe.“ Michaele Fitz selbst ist nicht zu erreichen. Nachtreten möchte jetzt niemand. Im Gegenteil. So stellt CSU-Fraktionssprecher Eduard Boger, dessen Tochter bis vor einem Jahr die Grundschule besucht hatte, der Rektorin ein gutes Zeugnis aus: „Sie hat sich sehr für den Aufbau der Sozialarbeit eingesetzt, sah in der sozialverträglichen Schule eine wichtige Aufgabe und leistete bei der Ü-Klasse eine besondere Arbeit. Gespräche mit ihr waren immer lösungsorientiert. Sie hat immer mit klarer Kante gehandelt.“ Ähnlich äußern sich auch SPD-Fraktionssprecher Alexander Bräuer und Klostermeier. Vermutet wird, dass diese klaren Ansagen nicht bei jedem auf Zustimmung stießen. Andere, die nicht namentlich genannt werden möchten, sagen, manche Eltern hätten sich wohl instrumentalisieren lassen.

Nun hoffen alle auf einen guten Neuanfang: Zunächst einmal soll Clotz diesen Neuanfang gestalten. Wie lange sie die Verantwortung und damit die Doppelbelastung in Ottobrunn und Putzbrunn tragen wird, ist nicht geklärt. Die Stelle des Schulleiters in Putzbrunn wird ausgeschrieben. Allerdings ist es aktuell schwierig, Schulleiter für Grundschulen zu finden. Es gibt kaum Bewerber. Finanziell ist die Aufgabe nicht besonders lukrativ und steht in keinem Verhältnis zur Verantwortung und Arbeit, heißt es von den Lehrerverbänden. Klostermeier will sich mit Clotz zusammensetzen, dabei über Investitionen sprechen, die noch nicht getätigt, aber vom Gemeinderat genehmigt sind.

Siggi Niedergesäß

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