Pionier-Objekt: Im Spätsommer sollen die 56 Wohnungen des Landkreises sowie 22 der Kommune an der Parkstraße bezogen werden. Bis dahin wird auch die Fernwärmeleitung verlegt sein.
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Pionier-Objekt: Im Spätsommer sollen die 56 Wohnungen des Landkreises sowie 22 der Kommune an der Parkstraße bezogen werden. Bis dahin wird auch die Fernwärmeleitung verlegt sein.

Vertrag mit den Stadtwerken München

Heizen mit erneuerbarer Energie

  • Bert Brosch
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Mit einer eigenen Geothermieanlage wird es erst einmal nichts. Und doch sollen die Putzbrunner, zumindest einige, bald schon heizen mit erneuerbarer Energie.

Putzbrunn – Seit über 13 Jahren bemüht sich Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) um Geothermie in seiner Gemeinde, die Stadtwerke München (SWM) planen seit 2008 in Solalinden Probebohrungen. „Da es damit bislang nichts wurde, bin ich sehr froh, dass wir jetzt mit den SWM einen Fernwärmevertrag geschlossen haben“, sagt Klostermeier.

Die SWM kooperieren mit dem Landkreis und den Gemeinden in der Region, um die Energiewende zu meistern. Ein Gestattungsvertrag ermöglicht es den SWM nun, Planung und Ausbau des Fernwärmenetzes in Putzbrunn voranzutreiben. Hintergrund ist das Bestreben von Landkreis und Kommune, bei den Neubauten in der Parkstraße (Waldkolonie) eine nachhaltige Fernwärmeversorgung zu realisieren. Das wird durch ein gemeinsames Konzept mit der in der Theodor-Heuss-Straße vertretenen Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising erzielt. „Wir sind auch an dem Thema seit Jahren dran“, berichtet Klostermeier, „hatten damals noch mit der Energieversorgung Ottobrunn einen Vertrag geschlossen. Doch dann wurden die an die SWM verkauft und das ganze Projekt stoppte.“

„Der Ausbau wird eine Herausforderung“

Er freue sich daher, nun endlich in der Gemeinde ein Fernwärmenetz aufbauen zu können, das den Bürgern CO2-neutrale Wärme auf Basis der Geothermie liefert. „Der Ausbau wird eine Herausforderung“, räumte Klostermeier ein, „nicht zuletzt wegen der hohen Investitionen für Wärmeauskopplung, Netzbau und Gebäudeanschluss.“ Deshalb sei es ein wirtschaftlicher Glücksfall, dass die Gemeinde die neuen Gebäude in der Parkstraße sowie die der Katholischen Jugendfürsorge kombinieren könne. „So können wir ökologische Fortschritte ökonomisch sinnvoll erreichen. Die Leitung wird problemlos erweiterbar sein, also geeignet für unsere Projekte in der Waldkolonie, Ottobrunner Straße und vielleicht auch für das neue Gymnasium“, sagt der Bürgermeister.

Bartholomäus Brieller, Vorstandsvorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge, bedankt sich bei Klostermeier für die Unterstützung. „Unsere beiden Einrichtungen, das Salberghaus mit seinem Angebot an Therapie, Betreuung und Beratung für kleine Kinder und deren Familien sowie das benachbarte Clemens-Maria-Kinderheim als heilpädagogische Einrichtung für Kindergarten- und Schulkinder, wollen sich für den Klimaschutz stark machen.“ Der Anschluss an das SWM-Fernwärmenetz sei ein wichtiger Schritt in eine lebenswerte und gesunde Zukunft. Helge-Uve Braun ist technischer Geschäftsführer der SWM, er freue sich ebenfalls, „dass Putzbrunn mit uns diesen Schritt in eine nachhaltigere Wärmeversorgung macht. Wir werden daran arbeiten, möglichst vielen Haushalten und Gewerbebetrieben einen Fernwärmeanschluss zu ermöglichen.“ Vier der SWM-Geothermieanlagen sollen mittelfristig mit dem Münchner Fernwärmenetz verbunden werden: die BioEnergie Taufkirchen, das Geothermie-Heizkraftwerk in Sauerlach und die beiden Geothermie-Kraftwerke Dürrnhaar und Kirchstockach, die zu Heizkraftwerken erweitert werden.

Laut Klostermeier ist Fernwärme aktuell noch nicht günstiger als Heizen mit Öl oder Gas, „aber für große Neubauten lohnt es sich langfristig, denn wir wollen doch alle weg von den fossilen Energieträgern“. Baubeginn für die Fernwärmeleitung in der Theodor-Heuss-Straße wird im April sein, die Bauarbeiten sollen vier Monate dauern. Im Spätsommer werden die neuen Wohnungen in der Parkstraße bezogen, spätestens dann muss alles funktionieren.

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