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Kostspielig: Vereine, die das Putzbrunner Bürgerhaus mieten, werden künftig voraussichtlich 280 Euro zahlen müssen – und für die Küche 300 Euro zusätzlich.

Putzbrunn will Mietgebühren für Bürgerhaus erhöhen: Das verlangen die Nachbargemeinden

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Die Gemeinde Putzbrunn will die Gebühren für Vereine erhöhen, die das Bürgerhaus mieten. Das schmeckt denen freilich nicht. Wir haben uns umgehört, was andere Kommunen verlangen.

Putzbrunn – Bitterböse beklagte sich Gernot Roßmanith im Namen mehrerer Vereine über die geplante Gebührenerhöhung für die Bürgerhaus-Benutzung. „280 Euro Miete plus 300 Euro für die Küche – das können wir nicht zahlen!“, schimpfte Roßmanith. In allen Nachbargemeinden dürften die Vereine solche Räume kostenlos nutzen. Das stimmt so aber nicht.

Bürgerhäuser sind wichtig für die Kommunen – aber sie sind überall defizitär. In Haar beträgt das Minus laut Gemeindeverwaltung jedes Jahr deutlich über 700 000 Euro, in Putzbrunn mehr als 400 000 Euro. „Das sind Steuergelder, die Veranstalter verlangen Eintritt und erzielen schöne Einnahmen“, sagt Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). „Warum sollen wir die Vereine hier noch einmal bevorzugen? Die bekommen sowieso schon sehr viel Unterstützung jedes Jahr.“ Wenn es nach ihm geht, würde die Gebühr noch deutlich höher steigen als von bisher 115 auf 280 Euro.

Mietgebühren fürs Bürgerhaus: So handhaben es andere Gemeinden

Wie schaut es in den Nachbargemeinden aus? In Haar müssen örtliche Vereine für den großen Saal 89 Euro bezahlen, allerdings muss aus Sicherheits- und Haftungsgründen ein Mitarbeiter des Bürgerhauses von Anfang bis Ende an der Veranstaltung teilnehmen, der kostet noch einmal 71 Euro am Tag. Und der Saal muss danach „besenrein“ sein. In Grasbrunn, so teilt Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) mit, hänge die Gebühr davon ab, für was der Verein den Saal mietet. „Wenn es für eine Veranstaltung ist, für die Eintritt oder Startgeld verlangt wird, ist die Anmietung kostenpflichtig“, erklärt der Rathauschef. Der große Bürgersaal in Neukeferloh mit Bühne, Galerie, Küche, Vorraum und Toiletten koste maximal 100 Euro. „Werden die Räume lediglich für ein internes Vereinstreffen angemietet, ist das kostenlos“, so Korneder.

In Kirchheim gibt es noch keinen echten Bürgersaal, große Veranstaltungen finden im Foyer des Gymnasiums statt. Örtliche Vereine, Institutionen und die Gemeinde dürfen das Gymnasium kostenfrei nutzen, erläutert Kulturreferentin Katherina Ruf. Sie zahlen keine Nutzungsgebühr an den Zweckverband Staatliche weiterführende Schulen im Osten des Landkreises München. „Anfragen von ortsfremden Nutzern liegen weder aktuell vor, noch gab es die in der Vergangenheit“, berichtet Ruf. Auch Feldkirchen hat kein großes Bürgerhaus, hier trifft man sich zu Musik, Tanz und Kabarett im Foyer des Rathauses. Auch dieses wird an örtlichen Vereinen kostenfrei überlassen – „das gilt auch für kleinere Veranstaltungen, die im Ludwig-Glöckel-Haus sind“, sagt Rathaus-Geschäftsstellenleiter Heinz-Josef Reiser. Anfragen von auswärtigen Vereinen oder Firmen gab’s demnach auch in Feldkirchen noch nie, daher gebe es auch keine Gebühren-Satzung.

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Für Putzbrunn, wo der Gemeinderat am heutigen Dienstag über die Gebührensatzung entscheiden wird, bietet Bürgermeister Klostermeier an, dass sich Vereine, die sich die Gebühren nicht leisten können, gerne bei ihm melden dürfen. „Da finden wird ganz bestimmt eine Lösung – aber da will ich dann auch die Bücher sehen“, sagt Klostermeier. „Es kann nicht sein, dass wir die Vereine immer großzügig unterstützen, etwa beim Weihnachtsmarkt mit 25 000 Euro, und die Gewinne fließen komplett in deren Kasse.“

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