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Putzbrunn will neues Gymnasium

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Von: Josef Ametsbichler, Bert Brosch

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Der Freistaat würde zahlen - sucht aber einen Ort für ein neues Gymnasium im Münchner Südosten. Putzbrunn hat schon die Hand gehoben - und noch eine Gemeinde ist im Gespräch

Putzbrunn – Putzbrunn könnte der nächste Standort für ein neues Gymnasium im Landkreis München werden. Der Zweckverband München Süd-Ost für weiterführende Schulen hat sowohl dort als auch in Hohenbrunn angefragt, ob sich die Kommunen zur Verfügung stellen würden. Jetzt hat sich der Gemeinderat Putzbrunn mit dem Thema beschäftigt und mit 15:6 für ein Gymnasium gestimmt. Nur die GPP-Gemeinderäte und Josef Jakob junior (FWG) sprachen sich dagegen aus. Die neue Schule soll zum Schuljahr 2025/26 in Betrieb gehen und würde inklusive neuer, großer Turnhalle komplett vom Freistaat Bayern finanziert.

„Prognosen ergaben, dass die bestehenden Gymnasien ab 2025 nicht mehr ausreichen“, erklärte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). Der Zweckverband habe daher die beiden angeschriebenen Gemeinden gebeten bis Mitte Januar mitzuteilen, ob sie einen Standort für ein neues Gymnasium zur Verfügung stellen würden. „Wenn wir heute Ja sagen, müssen wir natürlich auch dazu stehen und die sehr sportliche Vorgabe der Inbetriebnahme bis September 2025 erfüllen“, ergänzte der Bürgermeister. Allerdings: Ein passendes Grundstück gibt es nicht. Das müsse man erst nichtöffentlich diskutieren.

Auch in Hohenbrunn gibt es kein gemeindeeigenes Grundstück. Gemeinsam mit dem knappen Zeitrahmen ruft das in der Kommune vorsichtige Zurückhaltung hervor. Grundsätzlich abgeneigt seien seine Räte dem Vorhaben nicht, sagt Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU). „Ich sehe aber viele Probleme in der Umsetzung.“ Hohenbrunn hat eine Entscheidung daher auf die Ratssitzung am 24. Januar vertagt – zuvor beraten sich die Fraktionen.

Außerdem hat Neubiberg mit dem Standort Unterbiberg seinen Hut in den Ring geworfen. „Das wird vom Zweckverband aber recht skeptisch gesehen“, weiß Putzbrunns Rathauschef Klostermeier, „da dieser Standort vor allem Schüler aus der Stadt München anzöge. Gewünscht sei aber ein Gymnasium für die Gemeinden im Südosten. Laut einer Prognose würden im Jahr 2025 aus Putzbrunn 303 Schüler auf weiterführende Schulen gehen. Diese hätten die neue Schule fußläufig vor der Haustür, nannte der Bürgermeister einen weiteren Pluspunkt für die Gemeinde, die dann über 7000 Einwohner groß sein werde.

Walter Hois (GPP) stellte klar, dass seine Fraktion keineswegs gegen einen Gymnasium-Standort Putzbrunn sei. „Doch wir sollen heute so eine weitreichende Entscheidung treffen, von der wir vor zwei Wochen zum ersten Mal hörten und wozu wir bislang keinerlei Informationen haben.“ Daher verweigere die GPP ihre Zustimmung. Hois schlug einen Arbeitskreis vor, in dem Argumente und Informationen ausgetauscht werden könnten. „Haben wir die notwendige Infrastruktur? Müssen wir das Grundstück kostenfrei stellen? Was passiert, wenn die Schule nicht fertig wird bis 2025, müssen wir das selber bezahlen?“, waren Fragen, die die GPP geklärt haben will. Josef Jakob junior (FWG) sagte, für ihn müsse zuerst klar sein, wie hoch das Gymnasium wird und ob Putzbrunn dann ein neues Feuerwehrauto mit längerer Leiter benötige. Und: „Was bedeutet das für den Verkehr im Ort, brauchen wir dann auch neue Kindereinrichtungen?“

Eduard Boger (CSU) dagegen ist überzeugt: „Das Gymnasium ist eine große Chance für die Kinder im Ort. Das bringt Putzbrunn weiter.“

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