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Zankapfel Gymnasium: Antrag sorgt für Unmut im Gemeinderat

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Von: Bert Brosch

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Der Gemeinderat sagte zwar Ja zum Neubau eines Gymnasiums in Putzbrunn, doch ohne Diskussion ging die Entscheidung nicht vonstatten. Auslöser war ein Antrag der Wählergruppierung GPP.

Putzbrunn – Die Diskussionen über den Neubau eines Gymnasiums in Putzbrunn halten an. Die Gruppierung „Gemeinschaft pro Putzbrunn“ (GPP) beharrt auf einer Sondersitzung zu diesem Thema – was für Missmut im Gemeinderat sorgte. „Ich habe alle Fraktionsvorsitzenden mit sämtlichen Informationen im Dezember versorgt, jetzt war der Landrat persönlich da und hat uns informiert. Also was soll das noch?“, fragte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) in der jüngsten Sitzung scharf. CSU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Boger warf der GPP gar „schlechten Stil“ vor.

Doch von vorne: Soeben hatte der Gemeinderat einstimmig seine Zustimmung zum Gymnasiumsbau am Ort erteilt. Da bot Klostermeier der GPP die Möglichkeit, zu ihrem Eilantrag, den sie zu Sitzungsbeginn eingereicht hatte, Stellung zu nehmen. Er und auch die anderen Fraktionen rechneten wohl damit, dass die GPP ihn entweder zurücknimmt oder zumindest aufschiebt. So lange, bis Klarheit darüber herrscht, ob die Gemeinde dem Schulzweckverband ein entsprechendes Grundstück anbieten kann. Dem war nicht so.

Zur Erinnerung: Noch im Dezember hatte die GPP als einzige Fraktion – sowie Josef Jakob jun. (FWG) – den Neubau eines Gymnasiums in Putzbrunn abgelehnt. Walter Hois von der GPP begründete dies damals und nun erneut damit, dass den Gemeinderäten zu wenige Informationen zum Thema vorlägen. Die fünf GPP-Räte stimmten jetzt zwar dem prinzipiellen Schulbau zu, dennoch wollten sie eine Sondersitzung.

Im Antrag fordert die Wählergruppierung unter anderem, dass Landrat Christoph Göbel und Ursula Mayer, Bürgermeisterin von Höhenkirchen-Siegertsbrunn, wo der Zweckverband sein letztes Gymnasium eröffnet hat, Rede und Antwort stehen sollen. Außerdem wollte die GPP in der Sondersitzung über die Haushalte der kommenden Jahre, das Ortsleitbild, die Verkehrsproblematik sowie das Festhalten an Rodungsinseln diskutieren.

Bürgermeister Klostermeier war sichtlich sauer über das Verhalten der GPP. „Ich habe Sie im Dezember informiert und seither immer wieder darüber, dass die Dinge am Laufen sind. Ich habe aber noch kein Ergebnis bei Grundstückskauf und –kosten,“ sagte er. „Dieser Antrag ist daher völlig ohne Grund und Sinn, das gefällt mir absolut nicht.“ Vor allem hätten die Themen Ortsleitbild oder Grundschul-Neubau mit dem neuen Gymnasium nichts zu tun. Klostermeier: „Wir im Gemeinderat entscheiden, ob wir weitere Zuzüge nach Putzbrunn wollen und daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer neuen Grundschule.“ Das Ortsleitbild wurde vor zehn Jahren erstellt, „das besprechen wir im Sommer in einem großen Workshop mit den Bürgern, was daran gut ist, was wir realisiert haben und was nicht“, redete sich der Rathauschef in Rage. Auch hier bestehe kein Zusammenhang mit dem neuen Gymnasium.

CSU-Fraktionschef Boger unterstützte Klostermeier und griff die Ratskollegen der GPP an. „Vor allem frage ich mich, warum Sie die Bürgermeisterin Mayer wie ein Hündchen hierher pfeifen wollen. Das ist nicht nur ein ganz schlechter Stil, ich weiß auch nicht, was die uns für unsere Situation erzählen sollte“, sagte Bogner.

Hois konnte die Aufregung nicht verstehen. Insbesondere, „warum jetzt die Wortwahl so scharf wird und wir so tief abrutschen“, sagte der GPP-Gemeinderat und erklärte. „Wir hatten das Gefühl, dass uns wichtige Informationen vor so einer großen Entscheidung fehlen.“ Auf den Landrat könnte man verzichten, aber Bürgermeisterin Mayer solle von ihren Erfahrungen mit dem Gymnasium-Bau berichten. Er räumte ein, dass das Timing des Antrags etwas unglücklich gewesen sei, „vielleicht waren wir etwas zu früh dran, da die Grundstücksverhandlungen ja noch laufen“.

Ihren Antrag zurückziehen oder verschieben wollte die GPP dennoch nicht. Und so stand sie bei der Abstimmung über die Sondersitzung letztlich isoliert da. Der Antrag wurde mit fünf zu 16 Stimmen abgelehnt. „Uns wird das Thema Gymnasium noch oft beschäftigen“, prophezeite Klostermeier, „doch jetzt haben wir einfach keine Zeit für Sondersitzungen, um etwas zu diskutieren, das eigentlich allen klar ist.“ Weitere Debatten sind aber nicht ausgeschlossen.

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