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Wegen Freistaat-Förderung

Putzbrunner Kindergärten könnten teurer werden

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Für Putzbrunner Eltern könnte die Kinderbetreuung teurer werden. Nicht, weil die Gemeinde  das unbedingt will, sondern weil sonst eine Finanzspritze des Freistaats wegzubrechen droht.

Putzbrunn – 129 Euro pro Monat kostet derzeit der teuerste Platz in den gemeindlichen Kindergärten in Putzbrunn. Billiger als in den Einrichtungen an der Rathaus- und Kiefernstraße sei ein Platz in Bayern nur selten, betonte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) bei der Bürgerversammlung. Doch jetzt könnten die Gebühren steigen – zum dritten Mal in vier Jahren. Weil der Freistaat sonst Zuschüsse kürzen könnte.

Mit 100 Euro pro Monat fördert der Freistaat das letzte Kindergartenjahr jedes Mädchens und Bubens. Das Geld geht an die Gemeinde, die wiederum den Eltern 100 Euro erstattet. In Putzbrunn besteht nun aber die Gefahr, dass der Freistaat die Förderung kürzt. Denn für den August zahlen Putzbrunner Eltern keine Gebühren. Die Gemeinde rechnet in den eigenen Kindergärten nur elf Monate ab. So ist aber eine volle Förderung des Freistaats nicht möglich.

Um auch künftig die volle Summe von 1200 Euro pro Jahr zu bekommen, wird wohl ab dem neuen Kindergartenjahr der Beitrag für zwölf Monate erhoben. Doch wie die Änderung aussehen soll, da waren sich die Gemeinderäte im Hauptausschuss nicht einig. 

Die Verwaltung prüft drei Szenarien:

.  Die erste Variante wäre, den bisherigen Beitrag von elf auf zwölf Monate umzurechnen. Dann würden die Eltern genauso viel zahlen wie bisher. Statt 129 Euro im Monat zahlen die Eltern dann 118,25 Euro. Dafür aber zwölf statt elf Mal. Der Jahresbeitrag von 1419 Euro bleibt gleich.

.  Die Verwaltung prüft zudem, den zwölften Monat zusätzlich einzukassieren. Dann stiege der Jahresbeitrag bei 129 Euro monatlich auf 1548 Euro im Jahr. Das wäre die dritte Erhöhung in vier Jahren, nachdem die Gebühren erst 2015 und 2016 um jeweils 15 Prozent angehoben wurden. Allerdings blieben die Beiträge zuvor neun Jahre lang unberührt.

.  Ingrid Bräuer (SPD) schlug vor, sich am Modell mancher Münchner Kindergärten zu orientieren. Dort würde der Beitrag nach dem Einkommen berechnet. „Das würde mir für Putzbrunn gut gefallen“, sagte Bräuer. Gute Idee, waren sich die Räte einig. Aber: „Der Aufwand wäre wahnsinnig“, gab Martin Adler (FW) zu bedenken.

1,7 Millionen Euro jährliches Defizit

Die Vor- und Nachteile stellt die Verwaltung im Frühjahr 2019 vor. Die Eltern dürften Variante eins bevorzugen. Aus Gemeindesicht wäre ein zusätzlicher Monat finanziell attraktiv. Denn Putzbrunn zahlt für alle sechs Kindergärten im Ort jährlich 1,7 Millionen Euro drauf.

Unabhängig davon, welche Variante sich letztlich durchsetzt: Umgesetzt wird sie zum neuen Kindergartenjahr ab September 2019 und gilt für alle Jahrgänge – nicht nur den letzten.

Damit sind die Diskussionen aber noch nicht am Ende. Im Koalitionsvertrag verspricht die neue Landesregierung, künftig auch das erste und zweite Kindergartenjahr mit 100 Euro zu fördern. Wann CSU und Freie Wähler das umsetzen, ist aber offen. „Dann müssen wir uns noch einmal unterhalten“, kündigte Bürgermeister Klostermeier an.

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