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Ringen um einen Klimaschutzmanager in Putzbrunn

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Von: Bert Brosch

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Geld und Modellhaus
Ein Klimaschutzmanager könnte zum Beispiel beim Bau von Photovoltaik für Eigenheimbesitzer behilflich sein. © Christin Klose

Der Personalausschuss in Putzbrunn hat vorerst Abstand genommen von der Idee, einen Klimaschutzmanager einzustellen.

Putzbrunn – Die Fraktionsgemeinschaft FDP/FWG möchte gerne einen Klimaschutzmanager für Putzbrunn einstellen. „Grasbrunn hat einen, Sauerlach demnächst – der Klimaschutz ist das Thema der Zukunft und der Staat zahlt zwei Jahre 75 Prozent“, begründete Martin Adler (FWG). Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) und die Mehrheit des Personalausschusses fehlte jedoch die Fantasie „was der bei uns überhaupt tun soll“.

Wortreich und engagiert hatte Adler für den Klimaschutzmanager geworben. „Das ist das Thema der kommenden Generation, der muss ein Konzept erarbeiten, Projekte initiieren und so die Bevölkerung sensibilisieren“, sagte Adler. Zahlreiche Nachbargemeinden hätten sich dafür entschieden, in Sauerlach bewarben sich 20 Uni-Absolventen, vom Forstwirt über Biologen bis zum Klimatechniker. Für zwei Jahre zahle der Staat drei Viertel des Gehalts. „Dann können wir entscheiden, ob wir ihn weiter beschäftigen“, sagte Adler. „In der Zeit kann der nicht nur in der Gemeinde viel bewirken, sondern auch einen der vielen Fördertöpfe anzapfen, dass er sich vielleicht sogar selber finanziert.“

Bedarf wird nicht gesehen

Seine Kollegen im Personalausschuss lehnten die Idee zwar nicht rundweg ab, aber wollten auch nicht ihre Zustimmung zu einer Einstellung geben. Doris Böhm (Grüne) begrüßt die Idee generell, „aber vorher würde ich schon gerne wissen, was die Gemeinde in welcher Abteilung jetzt schon konkret für den Klimaschutz tut. Gibt es entsprechendes Personal oder könnte man jemand aus den eigenen Reihen zum Klimaschutzmanager weiterbilden?“ Maria Feiner (CSU) fragte, wer im Rathaus die Klimaschutz-Tätigkeiten im Moment koordiniert und zusammenfügt. „Genügt denn nicht unsere Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ebersberg?“ Auch Robert Böck (GPP) kann der Idee einen gewissen Charme nicht absprechen, „aber gibt es bei uns wirklich einen Bedarf für ein Klimaschutzkonzept und einen entsprechenden Manager?“

Zusammenarbeit mit Energieagentur

Bürgermeister Klostermeier argumentierte in die gleiche Richtung. „Nur weil es aktuell viele unterschiedliche Zuschüsse von allen Seiten gibt, müssen wir dem nicht immer nachrennen. Denn letztlich muss die Gemeinde immer einen Teil selber zahlen.“ Ihm fehle einfach die Fantasie, was so ein Klimaschutzmanager zwei Jahre lang in der Gemeinde überhaupt tun soll. „Wir machen schon sehr viel in den verschiedenen Abteilungen“, sagte er und zählte auf: Biotope, Ausgleichsflächen, PV-Anlagen, die Umstellung auf LEDs oder verpflichtende Ladesäulen in Neubaugebieten. Wenn so ein Manager beispielsweise Ideen wie ein Fernwärmekonzept oder eine Geothermie-Anbindung entwickle, dann sei dies verständlich, „aber eben für uns nicht zu finanzieren. Da, wo echter Klimaschutz beginnt, beim Verkehr, der Energiewende oder den Ernährungsgewohnheiten der Menschen, kann so ein Manager nichts tun“, sagte Klostermeier. Geschäftsstellenleiter Michael Hohberg ergänzte, dass man viel und eng mit der Energieagentur zusammenarbeite, einen eigens ausgebildeten Klima-Fachmann gebe es im Rathaus jedoch nicht.

Bis zur nächsten Sitzung soll die Verwaltung eine Liste der bisherigen Klimamaßnahmen erstellen. Dann wird abgewogen, ob Putzbrunn überhaupt ein Klimakonzept und einen -manager benötigt.

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