Gymnasium Neubiberg 

Kreativität im Technikraum

In 3D-Druck, Videoproduktion und Co. versuchen sich die Schüler im „Makerspace“, dem neuen Technikraum des Gymnasium Neubiberg.

Von Sebastian Schuch

Neubiberg – Am Gymnasium Neubiberg gibt es einen hochmodernen Technikraum: den „Makerspace“. Am 3D-Drucker oder an der Platine können die Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Und auch für den Unterricht wird der „Makerspace“ genutzt.

Ein 3D-Drucker summt und arbeitet vor sich hin, vor einer Kamera probieren sich Schüler als Nachrichtensprecher. In einer Ecke liegen Platinen und Kabel. Im „Makerspace“ können sich die Schüler selbst neue Projekte überlegen, sie planen und umsetzen. Der Name ist dabei Programm. Der „Makerspace“ ist ein Raum zum Ausprobieren und zum Selbermachen, und er bietet die Gelegenheit, sich selbst zu entfalten.

Den „Makerspace“ haben die Schüler selbst entwickelt. „Lediglich die Themen 3D-Druck und offene Werkstatt standen von Beginn an fest“, sagt Christopher Müller. Der 33-Jährige ist Lehrer für Chemie, Geografie und Medienpädagogik und Leiter des Projekt-Seminars, das den „Makerspace“ entwickelt hat. Vor eineinhalb Jahren begann das Seminar mit etwa 15 Jugendlichen. Finanzielle Hilfe kam und kommt von der Firma „Infineon Technologies“ aus Neubiberg und dem Förderverein des Gymnasiums. Sie spendierten den ersten der drei 3D-Drucker und haben bisher mehrere Tausend Euro in den Raum investiert.

Die Schüler probieren viel aus: Im „Makerspace“ stehen 3D-Modelle von Zeichentrickfiguren oder das etwa handgroße Raumschiff „Rasender Falke“ aus „Star Wars“. Außerdem gibt es animierte Kurzfilme und kinoähnlichen Trailer zu sehen. Das Interesse der Jugendlichen ist riesig: „Anfangs hatten wir einen Nachmittag in der Woche geöffnet, dann drei und jetzt sogar fünf. Über 100 Schüler belegen das Wahlfach mittlerweile.“ Teamarbeit wird dabei groß geschrieben. „Schüler helfen Schülern, die älteren leiten die jüngeren an“, sagt Müller.

Zu den älteren Schülern gehört Rene Staudigl. Der 18-Jährige war von Beginn an dabei. „Wir haben den Raum selbst aufgebaut“, sagt er stolz. Der Elftklässler ist also ein alter Hase im „Makerspace“, dennoch ist er immer wieder überrascht, wie gut sich auch die Unterstufenschüler zurechtfinden. „Ich war erstaunt, dass sich so viele für Technik interessieren. Sie verstehen die Geräte auch sehr schnell.“ Jeden Nachmittag strömen 20 Schüler in den „Makerspace“ und widmen sich ihren eigenen Projekten. Staudigl, seine Mitschüler aus dem Projekt-Seminar und einige Lehrer helfen bei Fragen und sind gleichzeitig Aufsichtspersonen.

Neben der Kreativität findet im „Makerspace“ auch der pädagogische Aspekt Platz. Einerseits, sagt Müller, fördere die Ideenfindung der Schüler deren Selbstständigkeit, andererseits könnten abstrakte Unterrichtsthemen „greifbar“ gemacht werden. Dank der 3D-Drucker ist es etwa möglich, Kohlenstoffverbindungen, DNA-Stränge oder das Colloseum zu modellieren. „Dann kann man es sich nicht nur vorstellen, sondern es auch anfassen“, sagt Müller.

Rubriklistenbild: © ses

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