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In der Grundschule Putzbrunn wird die Jugendsozialarbeit aufgestockt.

Sehr unterschiedliche Familienverhältnisse

Viele Konflikte an der Grundschule Putzbrunn

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Die Jugendsozialarbeit wird aufgestockt. Denn es gibt viele Konflikte unter den Kindern an der Grundschule Putzbrunn. Das hat einen bestimmten Grund.

Putzbrunn – Mit Beginn dieses Schuljahrs hat die Gemeinde Putzbrunn die Stundenzahl der Jugendsozialarbeiterin an der Grundschule aufgestockt – von einer halben auf eine ganze Stelle. Dass dies nötig ist, unterstrich Angela Bengel, Leiterin des Fachbereichs Schulen bei der AWO München-Land im Gemeinderat.

Die Fachfrau des Trägers dieses Angebots konstatierte einen „hohen Bedarf an Einzelberatungen und Einzelfallhilfe“ an der Grundschule. Anlässe seien vor allem Konflikte mit Mitschülern, Ausgrenzung und Mobbing, aber auch familiäre Schwierigkeiten und Integrationsprobleme. Wobei Letzteres in Putzbrunn weniger Kinder mit Migrationshintergrund betreffe, sondern eher die Grundschüler, die aus den beiden Kinderheimen im Ort kommen. „Es gibt an der Schule eine sehr große Schere, was das Klientel betrifft“, erklärte Angela Bengel. „Auf der einen Seite Kinder von sehr gut gestellten Eltern, auf der anderen Seite Schüler mit schwierigem sozialen Hintergrund.“

Schon im Kindergarten fängt‘s an

Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) wies darauf hin, dass wegen der beiden Heim-Einrichtungen bereits im Kindergarten „besondere Arbeit notwendig ist“. Das sei auch ein Grund, weshalb es dort einen erhöhten Personalschlüssel gebe. Eduard Boger (CSU) ergänzte: „Wir haben eine ganz besondere Situation, und das stellt uns als Gemeinde auch vor die Herausforderung, so etwas finanziell aufzufangen. Hier sollten wir uns in Zukunft Konzepte überlegen, inwieweit diese Einrichtungen auch uns unterstützen.“

Derweil betonte Sybille Martinschledde (Grüne), dass man den Fokus bei der Schulsozialarbeit nicht nur auf die Heimkinder legen dürfe. Auch bei den übrigen Schülern gebe es großen Bedarf. „Ich bin daher sehr froh, dass die Stelle aufgestockt wurde“, sagte Martinschledde. Hans Uher von der Gemeinschaft pro Putzbrunn (GPP) brachte der Bericht von Bengel gar zum Schluss, „dass Sie die pädagogische Erziehung der Kinder übernehmen“. Er wollte daher wissen: „Inwieweit sind die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrer nicht mehr gegeben?“

ADHS, Störenfried und Überforderung

Hierauf entgegnete Bengel, dass die Jugendsozialarbeiterin sehr eng mit den Lehrern zusammenarbeite. Die Bedingungen in den Schulen hätten sich schlicht geändert, „und das ist heute von einer Person alleine nicht mehr zu bewältigen. Früher hatte man vielleicht einen Störenfried in der Klasse. Heute kommt ein Kind mit ADHS, bei einem weiteren stellt sich die Frage der Schulbegleitung, und dann ist da noch ein Mädchen, das nicht schulreif ist und die ganze Zeit weint“.

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